…also bin ich!

Hm… ja, ja… schon gut!

Ich geb ja zu,  wer schreibt der ist… und wer fotografiert dokumentiert sein Dasein.

Hmmm…? und nun?

***

Unbegreiflich, wenn Leute nichts zu sagen haben, wenn sie keine Geschichten erzählen wollen/können…? WIE geht denn das?

Ich hab immer was zu reden mit mir und das innere ICH erzählt mir die tollsten Dinge. Wie sollte mein Leben wohl OHNE WORTE aussehen?

***

Unverständlich, wenn Leute nicht ihr Leben, ihre Umgebung ablichten wollen, einfach um zu bewahren was gerade ist. Wie sollte das gehen?

Ich seh so viel und ich möchte das aufbewahren und ich fotografiere fast ALLES! Wie sollte mein Leben wohl OHNE BILDER sein?

***

Unsäglich die Angst all das zu verlieren, wie sollte ich leben OHNE meine Worte und Bilder? Unsäglich die Angst vor dem unwillentlichen Vergeßen.

***

Der Versuch meine Realität/mein Leben zu bewahren, wenn das AltersDunkel mich zu verschlingen droht.

Der Versuch meine jetzt gelebte Vergangenheit ins Morgen mitzunehmen…

*

016

 

(dieser Text ist schon vor Wochen geschrieben worden.. und erst heute wußte ich, daß er meine Angst vor  Demenz und Alzheimer beschreibt und ich konnte endlich die Schlußsätze finden )

Vollmond

Heute Nacht war es wieder soweit, Schwester Mond stand voll und wunderbar am Himmel. Sie liebte diese Nächte und fühlte sich immer ganz berauscht.

Lebendig und froh, losgelöst und frei… ja, ihre Begegnungen mit Schwester Mond  waren immer etwas ganz besonders für sie.

Sie schöpfte Kraft und Lebensmut, bekam Gelassenheit und Stärke als Geschenk.

Und als sie heute Nacht im Mondenlicht stand, ganz still und ruhig, da fühlte sie, wie die Erde sich unter ihr drehte. Sie fühlte es so stark, daß sie fast ein bißchen Angst hatte einfach herunter zu fallen.

Sie stellte sich die Erdenkugel vor, mit sich selber im Mondenlicht und immer wenn sie “unten” war, hatte sie für einen kurzen Moment so ein bitzeln im Bauch, so als würde sie jetzt fallen.

Aber nein, sie stand sicher und fest verankert auf Mutter Erde und sah den vorbeifliegenden Stern mit weit offenen Augen und einem frohen Herzen zu. Hörte SphärenGesänge und erlebte unendlich glückliche Momente.

Ein Erdenkind der Nacht, die sich vor nichts fürchtet.

006

Leben heißt warten???

Die Freude, besser gesagt die VOR-Freude auf etwas, ist meistens viel schöner als das erhoffte Ereignis.

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Als Kind freut man sich wie blöde auf Weihnachten…. schon Tage vorher ist man ganz hibbelig und wenn erst die Türe sich öffnet, der LichterGanz  des Baumes, die stimmungsvolle Musik, der Geruch nach Spekulatius, bunte Geschenke… ja, DAS ist es, darauf hat man sich nun solange gefreut.

Doch schnell wird es fad, die Lichter strahlen nicht mehr ganz so hell, die Musik stört im Ohr, die Geschenke, naja… und überhaupt, man mag keine Spekulatius.

Aber im nächsten Jahr, da wird sich wieder VOR-gefreut, ganz bestimmt wird das dann alles viel schöner!

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Als Erwachsene kann man es kaum erwarten ENDLICH zu heiraten… (wenn man denn einen dafür gefunden hat)… in WEISS mit allem Pi Pa Po… die Vorbereitungen laufen über Wochen,  alle Sparstrümpfe werden geplündert, man will sich ja nicht lumpen lassen, (alleine schon damit die Leut nix zum Reden haben…).

Die Wahl des Brautkleides ist mit kaum etwas auf dieser Welt vergleichbar an Wichtigkeit… die Auswahl der Gäste, der Lokation, des Fotografen, der Kutsche/Limousine, … die Liste ließe sich unendlich fortsetzten… und all das geschieht voller VOR-Freude auf ein glückliches Leben!

Doch kaum ist der letzte Walzer verklungen, die letzten Gäste verabschiedet, mit dem letzten Schlückchen Sekt aufs Glück angestoßen… wirds wieder grau, die Farben verblassen und der Alltag will gelebt werden.

Dann stellt man fest, daß ER die Zahnpasta nicht zudreht und SIE nicht kochen kann … und schon gibt es kein HAPPY END!

Aber schon bald ist man wieder auf der Jagd nach dem LebensGlück, voller VOR-Freude auf kommende Wonnen…

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So hangelt man sich von VOR-Freude zu erhofftem Glück und eh man es sich versieht ist so ein kleines MenschenLeben vorbei…

Voller VOR-Freude sehnt man nun den letzten Besucher herbei der einen ins Paradies bringen soll. Man stellt sich vor, wie schön das nun wird und wartet und will den Gevatter gar freudig begrüßen…

Doch oft schon ist das Warten lag und bitter und wenn er dann kommt… ja, was soll ich sagen, nicht alle kommen ins Paradies, denn er könnte sagen: “Zu früh gefreut! Für alles im Leben muß man zahlen… auch für ungelebtes… “

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Oh, wie süß!

Sie kennt es von frühester Jugend, ein Stückchen Schokolade, das im Mund schmilzt gibt Liebe und Sicherheit. Mit einem vollen SchokoladenMund ist ihre Kinderwelt in Ordnung. Mit einem vollen SchokoladenMund ist ihre Welt auch später immer noch heil und ganz!

Die Schokolade, oder die Sucht nach etwas Süßem, prägt ihr Eßverhalten über viele Jahrzehnte. Sie lernt, Zucker ist nicht gut, Zucker kann auch krank machen, vor allem aber auch dick.

Dick ist nicht gut.. dick ist gar nicht gut!

So versucht sie auf ihr geliebtes SchokoladenGlück zu verzichten, aber wie schon das Wort Verzicht keine guten Empfindungen mit sich bringt, so macht sie die fehlende Süße in ihrem Leben traurig.

Nachdem sie andere Dinge wie Tabak (und mehr) bis zum Exzeß konsumierte, ja, Jahrzehnte lang meinte, gar nicht  ohne das alles leben zu können, stellte sie fest, darauf kann sie leicht verzichten. Da ist es nicht mal ein Verzicht, nein im Nachhinein ist es eine Befreiung von diesen Zwängen und fühlte sich einfach gut.

Auch die Süße hatte sie fast ganz aus ihrem Alltag verbannt, bis sie irgendwann der Versuchung nicht widerstehen konnte. Der erste Biß in einen Riegel mit den vielen Erdnüssen… hmmm, was für ein Gefühl, was für ein wunderbares Gefühl!

Auch die Schokolade schmeckt immer noch nach Kindheit, bringt liebevolle Momente. Pralinen, ein Luxus, der auf der Zunge zergeht und sie fühlt sich kostbar und ganz besonders!

Die Überlegungen, wie schlecht doch der Zucker und all das Süße für sie sind, werden einfach mit einem Stückchen Schokolade herunter geschluckt. Zurück bleibt erst mal ein wohliges Gefühl, mit einem Abgang von schlechtem Gewissen.

Sollte sie sich wirklich selber so sehr unter Druck setzen, daß sie das was ihr so viel gab ganz und  gar verteufelte?

… und so gönnt sie sich die Süße in ihrem Leben und will nicht mehr darüber nachdenken, sondern einfach nur noch genießen, guter Dinge, fröhlich und gelassen sein.

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die Stille in ihr

Erst wenn sie wieder einmal Kontakt zur Außenwelt hatte, wußte sie wieder wie glücklich sie doch war.

Stundenlang saß sie im Schneidersitz, sah aus dem Fenster, schaute den Vögeln zu, hörte ihre Unterhaltungen, überlegte was sie sich wohl zu erzählen hätten. Sah die Zweige, die der Wind bewegte, mal mehr mal weniger, manchmal nicht –  und war einfach nur da.

Ruhe umgab sie und Ruhe war in ihr. Ihre Gedanken floßen um sie herum, tanzten Ringelreihen und manchmal waren auch sie ganz ruhig. Eine Stille war in ihr, die sie sicher durch ihre Tage brachte. Eine Stille die tröstlich war. Eine Stille die ihr neue Kraft und neuen Mut gab. Eine Stille die alte Wunden heilte, ganz langsam zwar, aber immerhin.

Doch manchmal stand sie auch draußen, wenn der Wind blies und machte Seifenblasen. Schillernde, kurzlebige Gebilde, die sie doch immer wieder entzückten, deren Tanz sie mit strahlenden Kinderaugen verfolgte.

In den Nächten stand sie übergoßen vom MondenLicht und atmete die Kraft und die Gelassenheit und unterhielt sich mit den Geschöpfen der Nacht oder sah zu den Sternen auf die ihre Bahnen zogen.

Sie beobachtete Schnecken, wenn sich ihre Wege kreuzten und fand das sehr spannend. Aufregend auch Begegnungen mit Tieren, über die sie sich immer so sehr freute, so daß eine Wärme lange in ihrem Herzen blieb.

Die Bäume waren ihre Freunde, sie konnte stundenlang ihren Gedanken lauschen, keine Hektik, sondern fröhliche Gelassenheit erlebte sie mit ihnen.

Geschichten erzählte sie sich und war neugierig wie sie enden würden.

Sie war die Frau, die sich nie langweilte, auch wenn sie sichtbar nichts tat, aber das erzählte sie niemandem, denn das würden die Menschen nicht verstehen. Heute mußte man beschäftigt sein, ganz furchtbar wichtig und immer und überall erreichbar, damit die Leute überhaupt spürten das sie lebten.

Ja, immer wenn sie mal Kontakt zur MenschenWelt hatte, war sie einfach nur sehr dankbar für die liebevolle Stille in ihr!

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SchlammFarbe

Der Himmel hat heute eine Tönung, die ich eigentlich gar nicht benennen kann, grau, dunkelgrau, mit Anteilen von Grün, und jetzt wo ich genauer hinsehe, kann ich auch Anflüge von Braun sehen.

Aus diesem undefinierbaren Himmel tropft es, schon lange und es sieht so aus, als wenn da noch reichlich Reserven sind.

Nun muß ich aufpassen, daß dieser tropfende Schlamm mir nicht in die Laune suppt, denn die Stimmung ist fragile, besonders weil die Nase und auch die Augen rinnen. Durch den Tränenflor schaue ich den Wassertropfen an der Scheibe zu, sie laufen schnell und schneller.

Naße Vögel besuchen die Futterhäuschen und sie tun mit leid, frieren die nicht? Ein Fieberschauer läuft über meinen Rücken und plötzlich tue ich mir selber leid.

Noch einen Blick in den schlammfarbenen Himmel und ich beschließe mich ins Bett zu legen, hier verpaß ich wohl nichts.  Die Decke zieh ich mir über den Kopf, kuschel mich ganz tief ins Plümo und Morpheus Arme.

Träume den immer wiederkehrenden Traum vom blauem Himmel, grünen  Wiesen, duftenden Blumen und lauem Lüften und mitten drin bin ich!

015

… im Lenz

Es wird nach dem langen Winter

echt höchste Zeit,

sich einfach mal wieder nach draußen zu setzen.

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SchäfchenWolken zusehen,

die Sonne in sein Herz leuchten lassen..

und einfach nur sein.

.

Das Zwitschern der Vögel

schmilzt den Eiskern

der die Seele erstickt.

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Der laue Wind bläst

die grauen Gedankengespinste

aus dem Geist.

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Sprießendes Grün, buntfröhliche Blüten,

summende Bienen,

all das belebt die Fantasie.

.

Hoffnungsfrohe, übermütige,

erwartungsvolle Frühlingsstimmung,

das ist meine Lebenszeit.

.

003-pola

wenn der Schmerz nachläßt…

*

Der erste große Liebeskummer tut so weh, das man glaubt nie wieder lachen zu können, nie wieder überhaupt etwas tun zu können. Es schmerzt zu sehr!

…und irgendwann läßt der Schmerz nach, vergeht und wird zu einer blaßrosa Erinnerung.

*

Der körperliche Schmerz, bei einer Verletzung oder Krankheit, etwas das wir alle immer mal wieder erleiden müssen, tut oft sehr weh!

… und irgendwann gesundet der Körper, die Schmerzen ebben ab und werden zu einer Erinnerung, die zu einer LebensErfahrung wird.

*

Die ersten Lügen, der erste Verrat verletzten die Seele, ganz tief drinnen wühlt ein Schmerz und wir sind dem ausgeliefert.

… und irgendwann merken wir, das diese Verletzungen  niemals heilen werden und wir müssen versuchen damit zu leben.

*

003-pola (3)

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