und am Donnerstag geht die Welt unter

Sie wußte gar nicht mehr, wo sie es zuerst gehört hatte… oder hatte sie es in der Zeitung gelesen?.. am nächsten Donnerstag würde die Welt untergehen!

Sie hatte noch darüber gelacht, die Welt sollte schon so oft unter gehen… und sie drehte sich immer noch! Wieder und  wieder wurden Termine genannt, auch  alte Prophezeiungen  hervorgeholt… und immer erwiesen sich alle Ängste als unbegründet.

Doch schon einen Tag später sprach man überall vom bevorstehenden Weltuntergang. Konnte es denn vielleicht doch sein?

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Am nächsten Tag schon zeigte das Fernsehen Bilder von verstopften Autobahnen und Straßen, die Menschen waren auf der Flucht. Sie dachte noch, wie merkwürdig das war, flüchten, aber WOHIN?

In den Städten kam es zu Plünderungen.. die Armee versuchte zu sichern, doch das mißlang. Immer mehr zeigte sich die Gewaltbereitschaft der Menschen, ja, selbst vor Mord schreckten viele nicht mehr zurück.

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Sie war froh, so weit außerhalb zu leben, ihr Häuschen lag sehr abgeschieden,  fast versteckt. Schaltete sie den Fernseher oder das Radio ein wurde nur noch vom bevorstehenden Ende berichtet, von all den schlimmen Dingen die fast überall passierten. Hoffnung auf eine Rettung schien es nicht mehr zu geben,  sie bekam Angst.

Man hatte ja mit vielem gerechnet, daß die Menschen  selbst die Erde vernichten würden, daß die Ausbeutung schließlich zum Ende führen würde, Kriege, Naturkatastrophen… an all das hatte man gedacht, doch an einen Meteoriten, der die Erdbahn kreuzen würde, nicht. Dieser war gigantisch, die Menschheit hatten nichts womit sie ihn aus seiner zerstörerischen Bahn hätte bringen können.

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Panik beherrschte alle Menschen und es wurde schon von Selbstmorden berichtet. Die schwärzeste Verzweiflung zog sich rund um den ganzen Erdball.

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Sie lebte in diesen Tagen wie immer alleine mit ihrer alten Katze, sicher, sie saß öfter drinnen, hörte sich die Nachrichten an, was sollte sie sonst tun? Der Gedanke zu flüchten kam ihr nicht… der Gedanke ihr Leben zu beenden schließlich schon. Tabletten wären genug im Haus, aber was würde mit der Katze? Nein, sie konnte sie nicht töten, alleine zurück lassen aber auch nicht, ihre geliebte Mary!

So blieb sie einfach, saß draußen im Schatten der alten Kastanie, lauschte dem Wind und den Vögeln… so wie sie es immer getan hatte.

Überlegte, ob sie zufrieden sein könnte mit ihrem Leben? Nichts besonders hatte sie gemacht, war weder reich noch berühmt, hatte einfach nur ihr kleines AlltagsLeben gelebt… und doch fühlte es sich gut an.

Viele schöne Erinnerungen kamen und gingen, sie vermißte ihren verstorbenen Mann noch mehr als sonst. Dachte an Familie und Freunde von früher… und an Ereignisse die schon lange zurück lagen.

Die alte Mary lag wie immer schnurrend auf ihren Beinen, gedankenverloren streichelte sie das weiche Katzenfell. „Wir beiden Alten, wir werden einfach hier bleiben. Du hast es gut, du weißt nicht das die Welt bald nicht mehr existieren wird.“ sagte sie zur Katze und die schnurrte noch etwas lauter.

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Inzwischen  war schon der letzte Mittwoch auf Erden angebrochen, es gab kein Fernsehprogramm mehr und auch das Radio war verstummt. Seit gestern war auch der Strom ausgefallen, aber sie vermißte ihn nicht. Hatte sie doch alles vorbereitet, Wasser hochgepumpt, nur ein kleiner Vorrat, noch mal Brot gebacken und auch einige Thermoskannen mit Tee gekocht. Mehr brauchte sie wohl nicht mehr.

Es blieb nichts mehr zu tun… sie saß draußen, las ein bißchen, doch ihre Gedanken schweiften immer wieder ab. So würde es also wirklich kommen das Ende der Welt, ein Trost, es würde zum Schluß wohl alles sehr schnell gehen, zumindest hatte man das gesagt, warum also Angst haben.

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Sie hatte ihr Leben gelebt… und es war ein gutes Leben gewesen! Die Befürchtung alleine irgendwo dahin zu siechen mußte sie ja nun nicht länger haben, auch um ihre geliebte Mary brauchte sie sich nicht sorgen… sie würden nun zusammen gehen.

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Der letzte Donnerstag brach an, sie stand schnell auf, die Dämmerung und den  Sonnenaufgang wollte sie nicht versäumen und ein letztes Konzert der Vögel auch nicht.

Leichter Morgennebel lag auf dem Land, der Himmel färbte sich ganz eben rötlich, die Vögel sangen so schön wie niemals zuvor… und sie saß mit Mary auf der Bank vorm Haus. Eine Tasse Tee neben sich, leider war er nicht mehr warm, Mary bekam noch ein letztes Leckerchen und sie aß eine Scheibe vom selbst gebackenen Brot.

Sie saß einfach nur da und genoß mit allen Sinnen, bis Tränen ihre Wangen herunterliefen, so wunderschön war dieser letzte Morgen.

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