GruppenFotos

…gibt es kaum mit mir.

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Da sehe ich Kinder auf der Treppe der grünen BarakenSchule, in der hinteren Reihe stehen zwei, der Mathias, der nun schon lange nicht mehr lebt und ich, einen Kopf größer als die anderen.  Die Haare irgendwie unvorteilhaft, viel zu kurz geschnitten, die Ärmel meiner Jacke auch.

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Was war ich für ein Kind? War ich glücklich? Hab oft das Gefühl gehabt nicht dazu zu gehören, stand immer ein wenig abseits, paßte nicht zu den anderen. Mußte nicht stundenlang Hausaufgaben machen, durfte draußen herum streunern. Mußte nicht in die Kirche… mußte vieles nicht.

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Eis schleckende Kinder, noch immer war ich in der grünen Grundschule, fotografiert bei einem Ausflug. Wo waren wir da nur? Auf einigen Bildern ist auch wieder Mathias neben mir zu sehen, der sich selber tötete als er gerade erwachsen war. Da ist  auch die Mimi, meine Freundin, die noch viel mehr Geschwister hatte als ich.

Namen fehlen mir, so viele Kinder, einige Gesichter wecken Erinnerungen, manche erkenne ich nicht wieder, so lange ists her… wer war  das denn noch?

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Bei Mimi gab es nachmittags Brote, die wurden draußen vor die Haustür gestellt,  ich durfte mir dann auch eins nehmen. Paderborner mit Margarine, manchmal Leberwurst oder Schmalz…. das mochte ich eigentlich nicht, aber manchmal war da auch Zucker drauf gestreut, dann gings.

Das tollste aber war das kleine Holzbrett, vier kleine Rollen unten dran, damit sausten wir über den Garagen Vorplatz, hin und her, dutzende Kinder immer reihum, machten viel Lärm, hatten großen Spaß.

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Bei Mathias gab es eine Haushaltshilfe zu Hause, die war immer da und manchmal bekamen wir etwas Obst von ihr. Seine Mutter war unsere Familien Ärztin, sie kam immer wenn wir sie brauchten, die Praxisräume waren unten im Keller.  Der Vater wohnte in der oberen Etage, der mußte immer Ruhe haben.

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Komisch verkleidet, im Sommerlager mit der Pfarrei im Sauerland… da erkenne ich gar kein Gesicht wieder. Ich kannte sowieso nur ein oder zwei andere Mädchen und die waren zwei/drei Jahre älter. Mit acht oder neun Jahren sind zwei/drei Jahre echt viel, so lief ich zwar bei den „Großen“ mit, war aber eigentlich zu jung, auch wenn die Größe stimmte.

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Ein KlassenGruppenFoto… in einer TropfSteinHöhle. Realschule, vielleicht 6. Klasse? Wir stehen aufgereiht, ich wieder ganz oben. Meine langjährige Freundin Gudrun, aber auch Brigitte und Tille, die Streberinnen… und.. ach, da weiß ich noch so viele Namen.

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Die gleiche Klasse, aber später… Ausflug zur Villa Hügel. Wir sind älter, meinen schon fast erwachsen zu sein… eine lachende Barbara,  Gudrun, Brigitte, Christel und … ja auch ich lache!

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Die Christel war etwas älter als wir anderen, eine Sitzenbleiberin, die hatte an diesem Tag knallblaue gefärbte Schuhe zur weiten Schlaghose an. Die Hosen nähten sich einige Freundinnen selber, saßen hoch und eng auf der Hüfte und wurden ganz weit unten am Bein. Schick fanden wir das.

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Die Mutter von Brigitte hat mal mitten in der Nacht ein Buch, das ich ihre geliehen hatte, bei uns in den Briefkasten gesteckt.. eines von Harald Robbins.. sowas durfte ihre Tochter nicht lesen!

Brigitte hatte eine Jacke, die sie sich aus karierten Geschirrtüchern genäht hatte, ich beneidete sie sehr darum.

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Ich erinnere mich noch an meine erste Lewis, Jahre hat es gedauert bis ich wirklich eine „echte“ bekam. Ich trug sie bis sie ganz hell war… und dann kaufte Brigitte sie mir noch ab.

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Bei Gudrun hab ich manchmal übernachtet, zu mir kam sie aber nie. Später dann blieb ich sitzen  und sie bekam mit 15 ein Kind.

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Noch ein Bild auf einem Schiff, wieder eine Klassenfahrt, ich war nun die „Ältere“ die Sitzenbleiberin… konnte mit den „Kindern“ nicht viel anfangen.. sie waren einfach zu jung und ich viel zu wild. Lange Haare wehen im Wind, verdecken mein halbes Gesicht. Irgendwo bei Trier muß das gewesen sein.

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Eine schwere Zeit für mich die 8. und 9. Klasse, die Schule wollte mich loswerden, da ich auf die anderen Kinder einen schlechten Einfluß hätte, daß ich regelmäßig grün und blau geschlagen im Unterricht saß störte dort niemanden.

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Bilder aus München, Bilder aus Fischbachau.. da kam ich zur Kur hin, ja  die Kasse zahlte das. Sechs Wochen Ruhe, keine Verfolgung, keine Prügel… zwar keine Kneippkur, aber trotzdem saß ich viel im Wirtshaus.

An die anderen Mädels kann ich mich kaum erinnern, wir waren eine wirklich große, bunt gemischte Gruppe, die wenigen Fotos zeigen mich inmitten junger Frauen… ich war die jüngste und tat ihnen leid.

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Mit 16 gings dann ins Internat, eine gute Zeit, da gibt es aber keine GruppenFotos mehr.

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Doch noch ein Bild habe ich gefunden, Jahrzehnte später, der beste aller Ehemänner und ich besuchten einen MalWorkShop.. da stehen wir beide mit Pinsel und Schürze mitten drin.

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