die Grauen… und wenn die Zukunft voller Wunder ist

Dieser lange Winter hat an ihren Reserven gezehrt. Die Speicher für gute Laune, Gesundheit und Kreativität sind leer.

Jeden Tag kamen die Grauen und wenn sie gingen  fehlte wieder ein Stückchen von ihr. Sie bemerkte es nicht sofort, aber die Energie Vampire waren überall um sie herum. Je länger der Winter dauerte, desto unverfrorener wurde sie angezapft.

Nachts in ihren Träumen erschien die blaue Frau, die eigentlich eine Göttin ist, sich aber lieber blaue Frau nennt, sie nahm sie bei der Hand und flog mit ihr zum Fenster hinaus. Höher und immer höher bis zu den Gipfeln des Weltenbaumes.

Da in den Wolken machten sie Rast und saßen Nacht für Nacht dort, schauten den Sternen zu und wenn sie erwachte fühlte sie sich erfrischt. Doch immer wieder aufs Neue kamen die Grauen, die Energie Vampire und sie fühlte sich schlechter und schwächer, bis sie meinte, nie mehr aufstehen zu können.

In dieser Nacht kam die blaue Frau und sagte ihr: “ Ich nehme dich nun mit, du bist alt und krank, bist du bereit mir zu folgen?“ Sie konnte nur noch nicken und schon fühlte sie sich empor getragen. Dieses Mal aber ging es noch höher bis zum Schloß über  den Wolken in dem die blaue Frau lebt.

Sie schlief und jedesmal wenn sie erwachte saß die blaue Frau bei ihr und schon schlief sie wieder ein. Doch irgendwann hatte sie ihre Energie und Kraft zurück und konnte aufstehen. Sie erkundete das riesengroße Schloß , alles war zauberhaft und überall gab es neue Wunder zu bestaunen.

Doch schon bald wurde sie immer stiller und mußte zugeben daß  ihr etwas fehlte. Die blaue Frau bemerkte es natürlich und fragte was denn los sei. Ob sie denn nicht glücklich hier oben im Wolkenschloß sei, ob sie denn nicht alles bekäme was sie sich wünsche?

Sie konnte nur nicken und fühlte sich undankbar, aber sie mußte zugeben, das sie nicht glücklich sein konnte.

Da oben im Schloß der blauen Frau gab es kein anderes Leben. Sei fragte: „Warum wachsen hier keine Blumen und wo sind die Bäume ? … und warum leben keine Tiere hier oben bei dir?“

„Weil ich mich um alles Leben sorgen muß, ich bin für die Lebenden da unten zuständig, hab einfach keine Zeit.“

„Warum hast Du mich denn mitgenommen?“

„Weil Du nicht mehr lebst, ich wollte dir nur eine Pause gönnen, bevor ich dich weiterbringe.“

„Wohin? Weiterbringen..?“ sie war zu neugierig  und löcherte die blaue Frau mit Fragen.

„Ich sehe schon, nun gibt es kein Halten mehr, “ sagte die blaue Frau lächelnd. „Du wirst mir keinen Frieden lassen bevor Du nicht alles weißt. Also gut… da du so erschöpft warst konntest du dir nicht mehr deinen Himmel aussuchen und deshalb habe ich dich mitgenommen.“

Sie schaute verwirrt, „…aussuchen?“

„Ganz recht, jeder Mensch kann sich seinen Himmel aussuchen, für den einen ist er so für den anderen ganz anderes, eben so wie der Mensch es sich wünscht. Überlege gut, es gibt nur eine Wahl.“

Sie senkte den Kopf, so viele Fragen… so vieles das sie wissen wollte. „Ob ich vielleicht meine Familie und einige meiner Freunde sehen könnte, die mir schon vorausgegangen sind? Wäre das möglich?“

Die blaue Frau nickte lächelnd, „Natürlich kannst du Besuche machen, aber erst einmal sollst du für dich ganz alleine entscheiden wie du hier sein möchtest.“

„Das ist doch ganz klar, ich möchte all meinen Tieren um mich haben, ich hoffe es geht ihnen allen jetzt gut. Ob sie mich wohl erkennen?“

„Wir können losfliegen, sobald du weißt was du willst.“ sprach sie blaue Frau. „Aha, du hast ja schon ganz genaue Vorstellungen, das erleichtert die Sache, also … los gehts!“

Sie nahm sie an der Hand und schon flogen sie über die verschiedensten Landschaften, sahen große Städte, die aber nichts glichen was sie von der Erde kannte.. sah so viel ungewohntes und unbekanntes, so daß sie oft nur staunen konnte. Weiter und immer weiter flogen sie… die verschiedenen Himmel wurden seltener.. es wurde immer einsamer…

Bis sie endlich in einem Tal landeten. Ein kleiner Fluß kam oben aus den Bergen. plätscherte munter über große Steine und floß in einen glasklaren See. Große, alte Bäume, bunte, üppige Blumenwiesen, die samtige Luft war erfühlt von wunderbaren Düften und… ja, und jetzt setzte ein vielstimmiger Vogelchor ein.

Staunend stand sie da, konnte nur immer wieder schauen, entdeckte schließlich ein kleines, altes, von Efeu überwuchertes, Haus, das beschützt unter einem riesigem Baum stand.

„So hab ich es mir immer vorgestellt,“ sie konnte nicht weitersprechen, denn nun kamen die Tiere . All ihre Lieben die sie im Laufe der vielen Jahren verloren hatte…Hunderte! .. Alle waren sie da, jung,  gesund, voller Lebensfreude und auch von ihr waren die Jahre abgefallen. Vergessen all das Schwere, vergessen die Grauen  und all die unerfreulichen Begebenheiten eines langen Lebens

„Ich laß dich nun alleine. Adieu!“ sagte die blaue Frau.

„Ich hab aber noch so viele Fragen…“ doch die blaue Frau unterbrach sie : “ Stell sie doch den Menschen die schon länger hier sind. Sie haben auf dich gewartet und werden sicher bald vorbeischauen. Bis dahin lerne deinen Himmel erst einmal kennen.“

Sie bedankte sich sehr und machte sich auf ihre eigene neue Welt zu erkunden. Glücklich und voller Lebensfreunde lief sie und rannte laut lachend, begleitet von den Tieren, bis sie ans Ende des Tals kam. Dort war eine hohe, alte Mauer.

Ein kleines Tor das sie vorsichtig aufmachte und dahinter warteten noch viel mehr Tiere, elend, geschunden, und voller Pein. Tränen schoßen ihr in die Augen und sie machte das Tor weit auf: „Kommt! Kommt ALLE!“ rief sie.

Und die Tiere kamen, kaum aber schritten sie über die Schwelle, fielen alle Qualen von ihnen ab und auch sie waren wieder jung und voller Lebenskraft. Es war eine Freude zu sehen wie sie übermütig durch das saftige Gras sprangen. Es kamen nicht nur Hunde und Katzen, nein Ziegen, Esel, Kühe, Pferde, Schweine, auch Hühner und anderes Getier.

„Ja, ich bin wirklich in meinem Himmel!“ dachte sie dankbar.

Alles wofür sie ein Leben lang gekämpft hatte, oft leider vergebens, schien sich hier zu Erfüllen. Eine unendliche Dankbarkeit war in ihr, ein warmes Gefühl der Geborgenheit, ein Glücksgefühl und eine Zuversicht, die sie nie vorher empfunden  hatte.

Später als sie in ihrem kleinen Häuschen bei einer dampfenden Tasse Tee saß, viele ihrer geliebten Tiere um sich herum, konnte sie immer nur wieder nicken und denken:031 „Ich bin wirklich angekommen!“

Neulich unter der Kastanie

Es ist erst wenige Tage her, da saß ich unter der alten Kastanie, ich meine die, die hinten im Garten steht, die ganz alte.

Es gibt da noch die andere Kastanie, die Menschen so verstümmelt haben, daß sie über 10 Jahre nicht mehr blühen konnte und die leider immer hinfälliger wird.

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Meine Gedanken kreisten darum das ich irgendwo gelesen hatte: der Mensch der nicht immer nur versucht glücklich zu sein würde ein besseres Leben führen, denn er sei nicht aufs Glück programmiert. Im Gegenteil, diejenigen die immer aufs „schlimmste“ gefaßt wären würden mit den LebensProblemen besser fertig werden können.

???

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Wie lebte ich eigentlich? War ich glücklich, zufrieden und ganz im hier und jetzt?

So saß ich versunken da …

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…und hatte plötzlich fremde Gedanken in meinem Kopf.  Ja ich weiß schon, es hört sich merkwürdig an, aber anders kann ich es nicht beschreiben.

„Nicht die Jagd nach immer neuen Sensationen sind der Lebenszweck, sondern einfach zu leben und anzunehmen, zu erkennen was wirklich wichtig ist.

Zufrieden zu sein und auch dankbar… und verschließe nicht die Augen vor den Wundern um dich herum! … und vor allen Dingen verhärte niemals dein Herz !  ……“

Fremde Gedanken, die aber ganz vertraut sind… die ein Leuchten und eine Wärme in mir zurück lassen…  Geborgenheit und ein Gefühl von „angekommen sein!“

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Ich wache auf und fühle mich leer und einsam.

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Erst als ich die Hand ausstrecke und den Stamm der Kastanie berühre fühle ich mich getröstet und komplett.

Meine Hand wird warm, ich fühle die Kraft im ganzen Arm, die Wärme durchströmt meinen Körper und ich bin eins mit der Kastanie… bin ganz im JETZT und in der Ewigkeit.

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auf der Bank…

Sie saß alleine auf der Bank, da oben auf dem Berg, schaute ins Land und war guter Dinge. „Wie schön es doch hier oben ist“, dachte sie. „..wie friedlich! Ich liebe es hier zu sitzen.“

Da setzte sich eine Frau neben sie und das war die Traurigkeit, sie sog alle Freude in sich auf, zurück blieb nur graue Melancholie. Die Sonne verdunkelte sich, der Himmel verlor seine blaue Farbe, die Landschaft sah grau/braun und trostlos aus. Kein Vogel erhob sich in die Lüfte und keiner stimmte mehr ein Lied an.

So saß sie nun da auf der Bank, oben auf dem Berg, nicht mehr alleine und war unendlich traurig. Alles schien seinen Sinn verloren zu haben und sie überlegte, warum sie überhaupt hier sei.

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Am nächsten Tag saß sie wieder alleine auf der Bank, oben auf dem Berg, sah auf eine trostlose Landschaft und einen fahlen Himmel. Kein Fünkchen Lebensfreude war mehr in ihr.

Da setzte sich eine Frau zu ihr und das war die Hoffnungslosigkeit, sie sog alles lebendige, alles frohe und schöne in sich auf und zurück blieb ein schwarzer Abgrund.

Sie saß auf der Bank, da oben auf dem Berg, nicht mehr alleine und war überwältigt von Hoffnungslosigkeit und war es so müde, daß sie am liebsten tot sein wollte.

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Sie saß sie ganze Nacht auf der Bank, fror bis ins Innerste, war erstarrt und ohne jede Möglichkeit sich je wieder bewegen zu können. „So soll er denn kommen der Tod, er wird mir ein guter Freund sein!“ dachte sie und schloß die Augen, denn außer einer undurchdringlichen Finsternis sah sie nichts mehr.

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Da setzte sich am nächsten Morgen eine Frau zu ihr und diese war licht und strahlend, sie brachte all die Farben zurück, alles lebendige und auch die Freude, das war die Zuversicht.

Sie saß auf der Bank, ganz oben auf dem Berg, im hellem Sonnenlicht, die Vögel zwitscherten, die Eichhörnchen sprangen von Baum zu Baum, die Blumen auf der Wiese dufteten… und sie war so dankbar.  „Wie ist das Leben doch schön!“ dachte sie voller Freude… und konnte sich gar nicht satt sehen an all den Wundern um sie herum.

„Ich danke Dir Zuversicht, ich danke dir von ganzem Herzen!“ sagte sie, doch als sich umwandte saß sie nur wieder alleine auf der Bank.

10

die Stille in ihr

Erst wenn sie wieder einmal Kontakt zur Außenwelt hatte, wußte sie wieder wie glücklich sie doch war.

Stundenlang saß sie im Schneidersitz, sah aus dem Fenster, schaute den Vögeln zu, hörte ihre Unterhaltungen, überlegte was sie sich wohl zu erzählen hätten. Sah die Zweige, die der Wind bewegte, mal mehr mal weniger, manchmal nicht –  und war einfach nur da.

Ruhe umgab sie und Ruhe war in ihr. Ihre Gedanken floßen um sie herum, tanzten Ringelreihen und manchmal waren auch sie ganz ruhig. Eine Stille war in ihr, die sie sicher durch ihre Tage brachte. Eine Stille die tröstlich war. Eine Stille die ihr neue Kraft und neuen Mut gab. Eine Stille die alte Wunden heilte, ganz langsam zwar, aber immerhin.

Doch manchmal stand sie auch draußen, wenn der Wind blies und machte Seifenblasen. Schillernde, kurzlebige Gebilde, die sie doch immer wieder entzückten, deren Tanz sie mit strahlenden Kinderaugen verfolgte.

In den Nächten stand sie übergoßen vom MondenLicht und atmete die Kraft und die Gelassenheit und unterhielt sich mit den Geschöpfen der Nacht oder sah zu den Sternen auf die ihre Bahnen zogen.

Sie beobachtete Schnecken, wenn sich ihre Wege kreuzten und fand das sehr spannend. Aufregend auch Begegnungen mit Tieren, über die sie sich immer so sehr freute, so daß eine Wärme lange in ihrem Herzen blieb.

Die Bäume waren ihre Freunde, sie konnte stundenlang ihren Gedanken lauschen, keine Hektik, sondern fröhliche Gelassenheit erlebte sie mit ihnen.

Geschichten erzählte sie sich und war neugierig wie sie enden würden.

Sie war die Frau, die sich nie langweilte, auch wenn sie sichtbar nichts tat, aber das erzählte sie niemandem, denn das würden die Menschen nicht verstehen. Heute mußte man beschäftigt sein, ganz furchtbar wichtig und immer und überall erreichbar, damit die Leute überhaupt spürten das sie lebten.

Ja, immer wenn sie mal Kontakt zur MenschenWelt hatte, war sie einfach nur sehr dankbar für die liebevolle Stille in ihr!

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der große Bär

Wenn sie in der Küchentüre steht und das Licht nach draußen fällt, erscheint ihr alles, was nicht in diesem Lichtkreis ist, fremd und bedrohlich. Guckt sie abends aus den Fenstern der warmen Stube, dann sieht sie vor  eine dunkle Wand. Nur ein kleiner Radius vor den Fenstern wird erhellt, dahinter nichts als Schwärze, angsteinflössend, die sie zu verschlingen droht.

Doch wenn sie Nachts mit dem Radel ihre Touren fährt, ist sie ein Teil der Nacht. Kennt jedes Geräusch, hat geschärfte Sinne und fühlt sich frei. Sie fühlt sich umarmt von der Dunkelheit und jedesmal wieder willkommen geheißen, denn sie sind verwandte Seelen.

Im Sternenlicht zieht sie ihre Runden und wartet auf Schwester Mond, in deren Mondenglanz sie sich erneuern und wiederfinden kann. Klarheit, Frieden und Kraft bekommt sie als Geschenk und hat  stets treue Begleitung zur Seite.

Die Winde, die sie umschmeicheln, sie foppen, an ihrer Kleidung zerren und gegen die sie jede Wettfahrt verliert. Sie fühlt sich so lebendig und so voller Kraft in diesen Momenten,

Der große Bär, der vom Himmel steigt, nur um neben ihr her zu traben. Ohne Worte versteht sie ihn  und er erklärt ihr den Zeitenlauf. Erzählt von den Sternen und den Jahrhunderten, läßt sie teilhaben an seiner großen Bärenseele, die so unendlich und voller Liebe ist.

Später, wenn Bruder Sonne am Himmel aufgeht, macht sie sich auf den Heimweg, der Bär ist wieder oben am Firmament, die Winde begleiten sie noch manchmal  und sie ist erfüllt von tiefer Dankbarkeit und voller Lebensfreude.

Gewappnet und gestärkt um  einen weiteren Tag zu leben.

1.15 Uhr

Ich schlug die Augen auf, Dunkelheit und Stille!

Setzte mich auf und griff nach der Uhr, machte Licht und sah, das es wieder 1.15 Uhr war.

Jede Nacht wurde ich seit einiger Zeit um 1.15 Uhr wach. Sehr ärgerlich, denn um 2 Uhr ist sowieso meine Weckzeit.

So stand ich wieder einmal zu früh auf, ging nach unten, wusch mich und bereite den Morgenbrei zu. Noch in der Küche dachte ich, wie blöd das doch ist, wenn man immer zu früh wach wird.  Es gibt keinen Grund, kein Geräusch oder sonst eine Störung, die mich immer wieder erwachen läßt.

Manchmal dachte ich, ob es vielleicht ein Zeichen wäre, das es eine Bedeutung haben könnte für mich. Aber welche?

Auch in dieser Nacht wurde ich um 1.15 Uhr wach, der Griff zur Uhr,  dachte noch, „…und wenn ich einfach liegen bleibe?“

Ging aber dann doch nach unten  und dann stand in der Küche , die im Haus  weit hinten liegt. Ein Quitschen, ein Brechen und Bersten, ein sehr lautes Aufprallgeräusch, Erschütterungen, Geräusche wie Donner, das ganze Haus bebte und die Tassen fielen aus dem Regal. Tellerstapel kippten aus dem Schrank, der Boden schwankte und ich klammerte mich an die Arbeitsplatte.

Alles stürmte zugleich auf mich ein,  ich wußte nicht was geschah, wußte nur, das ich sofort raus mußte. Ich versuchte zur Küchentüre zu gelangen, aber der Weg war durch umgestürzte Möbel und ein großes Stück aus der Decke versperrt. Ich kletterte rüber und sah, das die Tür aus den Angeln war denn die Wand hatte sich stark verformt.

Als ich endlich draußen im Küchengarten stand, konnte ich mir immer noch nicht erklären, was da eigentlich geschehen war. Erst der Gang ums Haus, oder besser gesagt die Reste von meinem Haus, brachten die Lösung. Ein riesiger LKW war von der Straße abgekommen, hatte Tenne, Flur und Wohnzimmer weggerissen und alle Wände vorne im Haus waren eingestürzt oder weg. Der LKW steckte zur Hälfte in meinem kleinen Fachwerkhaus. Ich konnte nicht glauben was ich sah.

Mir wurde ganz schlecht als ich an die Katzen dachte, wo waren sie? Benommen stand ich da, unfähig mich zu bewegen. Ich sah Lichter von Taschenlampen, das waren die Bauersleute von gegenüber und nebenan. Sie fragten mich etwas, aber ich konnte nicht antworten, sondern setzte mich einfach ins feuchte Gras.

Nach einer Weile hörte ich Sirenen und sah Blaulichter, erst da kam ich wieder etwas zu mir, stand mühsam auf und ging zurück zum Hintereingang.

„Der Katzenauslauf,“  dachte ich die ganze Zeit, „vielleicht sind sie ja alle dort?“ Ein wenig Hoffnung und tatsächlich ich sah wirklich einige Katzen dort sitzen. Sie kauerten verstört unter den Büschen und waren vollständig still.

Ich ging zu ihnen, sah, das der Zaun und die Hauswand unbeschädigt waren und sprach sie an, sah in große, verängstigte Augen. Hoffentlich waren sie alle dort?

Man sprach mich an und ich wurde zu den Sanitätern gebracht, einen Schock sagten diese…

….

Bilanz:

Mein Haus wurde als unbewohnbar eingestuft, taugte später nur noch zum Abriß.

Meine Katzen waren tatsächlich alle gesund und unversehrt im Auslauf.

Ich selber war unverletzt.

Der Fahrer des LKW’s hatte wohl die Kontrolle verloren , als er am Steuer einschlief, er hatte schon 15 Stunden Fahrzeit hinter sich, als er mein Haus zerstörte. Er wurde schwer verletzt bei diesem Unglück.

Die Versicherung mußte meine Schäden abdecken, doch es war eine harte Zeit bis hier wieder Ruhe einkehrte. Da ich die Tiere nicht verlassen wollte, lebten wir Übergangsweise alle in einem großen Wohnwagen, den ich hinten beim Katzenauslauf aufstellen ließ.

Es dauerte lange, bis mein Leben wird normal war, bis ich wieder im eigenen Heim leben konnte. Leider verlor ich auch viele Dinge, die mir lieb und teuer waren. Sie waren nicht so sehr wertvoll, aber es hingen Erinnerungen daran und das ließ sich nicht ersetzten.

Und immer wieder hatte ich nur einen Gedanken: „Um genau 1.20 Uhr war der LKW ins Haus gerast, wäre ich im Bett gewesen wäre ich heute tot, denn mein Schlafzimmer war vollkommen zerstört worden. Da hab ich wohl einen Schutzengel gehabt!“

Weil ich aber um 1.15 Uhr aufstand, rettete mir das mein Leben. Wieso aber die Katzen alle Nachts im Auslauf waren, weiß ich bis heute nicht… ich nenne das mein persönliches Wunder und bin sehr dankbar.

Übrigens, ich bin nie mehr um 1.15 Uhr aufgewacht seitdem.

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~ H*O*M*E ~

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ZANANA

Ort des Schutzes und der Zuflucht.

Ort des Friedens und der Ruhe.

Ort an dem die geistigen Kräfte erneuert werden.

Ort des Heilens – für Geist, Seele und Körper.

Ort an dem die Feen tanzen und die Engel sich ausruhen.

Ort unserer Träume.

Ort an dem wir leben!

ZANANA

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SchneeInsel

Ich liebe das Gefühl abgeschlossen und ganz für mich zu sein. Da kommt es mir sehr entgegen, wenn es schneit.

Der Himmel heute ist grau und gar nicht weit, nur wir und unser Haus sind noch da. Alles andere, Menschen, Häuser, Probleme sind hinter einem weißen, stöberndem Vorhang verborgen.

Wir leben in einer verzauberten, weißen Welt, aber ohne eine böse Schneekönigin…

Komme gerade von  einem Rundgang wieder, die Vögel warteten auf ihr Futter. Sie saßen in den Ästen und kamen schon, noch eh ich wieder weg war. Jetzt ist eine harte Zeit für sie, alles ist gefroren und vieles unterm Schnee verborgen.

Die alten Hunde werden für kurze Momente wieder jung, freuen sich über das weiche Weiß und liegen doch jetzt wieder auf warmen Decken. Noch vor einigen Jahren bekam man sie kaum wieder ins Haus wenn Schnee lag, sie tobten und waren voll ausgelassener Lebensfreude. Da waren sie ja auch noch zu viert…

Ich stehe im Hof und gucke nach oben ins Geriesel, atme die SchneeLuft und schmecke SchneeFlocken, doch leider sind sie nun auch auf der Brille, also absetzen und erst mal putzen.

Die Nachbarhöfe ahne ich nur, höre einen Hund zur rechten bellen und zur linken Seite wiehert ein Pferd. Auf der Straße vorm Haus fahren die Autos  langsam  und es klingt naß und matschig. Nur ganz schwach und gedämpft kommen die Geräusche an. Ich denke so könnte man sich auf einer Insel aus Schnee fühlen… losgelöst…  allein… die Zeit steht still.

Ein wirklich angenehmes Gefühl, ich fühle mich sicher und geborgen.

Einen Arm voller Holz nehme ich für den Ofen mit und gehe wieder rein. Wohlige Wärme empfängt mich in der Wohnstube und eine Tasse Tee wartet auch schon… was könnte ich mehr wollen?

Vor dem Fenster das Treiben der vielen Vögel, die ihr Futter holen, da sind jetzt auch unsere beiden Hühner zu sehen. Im TV wie immer um die MittagsZeit läuft bbc 1.

Die Katzen haben es sich gemütlich gemacht,  auf weichen Decken und Kissen, sie lieben die Ofenwärme. Nur Miss Brownie ist unruhig und ich denke:  „…sie wird rollig, da muß ich unbedingt bald einen Termin zur Kastration für sie ausmachen.“

Ja, ich liebe es wenn es schneit, zumindest solange ich nicht irgendwo hin fahren muß… solange ich auf meiner SchneeInsel bleiben kann ist alles gut.

Vorgenommen

Eigentlich bin ich nicht der große „Vornehmer“ hab auch Silvester nie „gute Vorsätze“ fürs neue Jahr… laß mein Leben meistens einfach so laufen. Nein, nicht ohne Ziele, aber ohne Druck.

Ich bin ein Mensch, den mit Druck nicht gut umgehen kann, ich werde dann schnell bockig. Das Wörtchen „MUSS“ erzeugt bei mir sofort Rebellion und ich werde extrem schlecht gelaunt. Von außen, sprich von anderen Menschen, verbitte ich mir das.

Ich selber allerdings stelle fest, das ich auch so extrem hohe Anforderungen an mich stelle, da muß ich mir erst gar keinen Druck aufbauen. Sicher werden viele nicht verstehen, was ich damit nun sagen möchte, denn sie würden meine Ziele und Vorstellungen von meinen Leben gar nicht verstehen.

Kaum jemand begreift, das man schon sehr jung einfach aussteigt, sich verweigert und nur noch das macht worin man einen Sinn sieht. Jemand der sich nicht mehr diesem „MUSS“ beugt wird eher mit Argwohn beäugt, der wird belächelt oder auch für verrückt erklärt.

Gibt man seinen gut bezahlten Beruf auf, um fortan umsonst zu arbeiten  und später sogar alles was man macht auch noch selber bezahlt … ja, dann spätestens stößt man auf  Unverständnis, wenn nicht Unmut.

Ich habe schon früh erkannt, es ist mir nicht so wichtig, viel Geld zu verdienen, es ist mir egal was andere über mich denken und es gibt nur eine Instanz vor der ich bestehen muß… und das bin ICH!

Klingt das arrogant? Nein, soll es nicht, es ist einfach nur die Wahrheit.

Ich bin  streng mit mir, was meine Ansichten angeht, ich bin sehr aufmerksam, was mein Verhalten betrifft und ich überlege eigentlich ALLES immer sehr genau vorher.

Gebe allerdings zu, die Meßlatte hängt hoch, und die meisten Mitmenschen laufen einfach darunter durch… so daß ich es nicht erstrebenswert finde mich mit ihnen zu beschäftigen.

Und wohin bringen mich diese Überlegungen? Es hilft mir wieder einmal meine Position im Leben zu bestimmen. Ich kann mich neu orientieren, weiß wo ich stehe und sehe wo ich noch hin möchte.

So klar und einfach formuliert wird das sicher nicht auf viel Gegenliebe stoßen, denn die Andersartigkeit ist eben immer noch das Kriterium zur Ablehnung.

Was hab ich mir nun also heute vorgenommen? Ich will so leben wie ich es tue, ich bin zufrieden damit und ich möchte weiter an mir und meinen Gedanken arbeiten.

Du schaust mich an

Du schaust mich an, so ruhig und friedlich,

bringst mir neue Zuversicht und Kraft.

Du, die verfolgte, die gejagte,

bringst mir meinen Frieden wieder.

Du wunderschöne Hoffnungsträgerin,

ich möchte Dir danken!