auf der Suche

Letzthin fragte man: “Warum meidest du die Menschen? Warum tust du nichts für sie?”

Schnell waren die Worte: “Weil ich sie nicht mag!” herausgerutscht. Gedacht aber: “Ich haße sie! …fast alle!”

*

Wie kann man sich verständlich machen? Wo müßten die Erklärungen anfangen?

Bei der Jugendzeit..?  Bei den mißhandelten Tieren, die jahrelang das Leben bestimmten? Bei der Ernährung? Weil sie ihre eigene Art nicht achten und die Schöpfung mißhandeln, ausbeuten.. zerstören?

Wo würde es überhaupt eine Ebene geben, auf der man sich verständigen könnte? Woher sollen Worte kommen, die beide Seiten verstehen würden?

Die Chance verstanden zu werden und sich wirklich verständlich machen zu können sind gering.

Vielleicht besser mit den Bäumen reden… besser den Seelenfrieden nicht gefährden… einfach ganz für sich bleiben.

Viel besser den Gedanken der Tiere lauschen… und den Wolken zusehen, als Lebenszeit vertun.

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GedankenKreisel

Zur Ruhe kommen… mal abschalten… einfach neue Dinge tun… oder gar nichts?

„Tja, wenn es doch so einfach wäre,“ dachte sie und ein kleines Teilchen ihres Gehirns war schon wieder mit anderen Dingen beschäftigt.

„RUHE!“ rief sie laut.

Was blieb war ein leichtes Rauschen in ihren Ohren  — und Stille.

Nach einiger Zeit unterbrochen von einem vorbeifahrenden Auto. Der Wind war jetzt auch wieder zu hören, er heulte im Kamin. Vögel zwitschtern und auch der alte Hund atmete etwas lauter…

„Es hat keinen Sinn, ich kann mich nicht zur Ruhe zwingen… so geht das nicht!“ dachte sie und trank noch einen Schluck Tee.

Schon waren ihre Gedanken wieder bei Dingen, die sie machen könnte, müßte, wollte…

Still saß sie da, guckte nach draußen in den verwilderten Garten. Vögel flogen vorbei, sie hörte ihre Stimmen und sah wie der Wind die Äste bog. Das weiße Kirschblütengestöber verzauberte den Garten und schon saß sie in Gedanken auf einem dieser zarten Blätter.

Flog schnell und hoch und jauchzte vor Freude, keine Höhenangst, wie sie verwundert feststellte… nur der Rausch der Geschwindigkeit, die reine Lebensfreude! Der Wind blies ihr ins Gesicht und schüttelte sie durch.

Doch sie saß immer noch still da, schaute aus dem Fenster und fragte sich ob das die Lösung sei, das die Lebensfreude ihr fehlte. Durch so viele Dinge hatte sie einfach vergessen zu leben und glücklich zu sein.

Eine Stimme fragte leise: „Hast du überhaupt ein Recht glücklich zu sein?“ „Ist es nicht deine Pflicht dich für all das Elend und das Unrecht in der Welt einzusetzen?“ raunte eine andere Stimme… viele Stimmen waren da und alle sagte ihr, was sie zu tun hätte.

„Ach seid still! ICH muss gar nichts. Ich hab doch immer getan was ich nur konnte, nun sind meine Reserven einfach leer. Ich kann nicht mehr!“ sie hatte laut gesprochen und der Kater neben ihr sah sie aufmerksam an.

„Willst du mir auch etwas sagen?“ fragte sie ihn. Er stupste sie mit seinem Kopf an und schnurrte laut. Natürlich wurde er dafür gestreichelt und ihre Gedanken kamen sofort zur Ruhe… sie bemerkte es erst nach einer kleinen Weile.

Ja, die Tiere hatte ihr schon so viel gegeben in ihrem Leben, so viel Glück und Liebe… war sie nicht alleine deswegen verpflichtet mehr zu tun?

„Gedankenkreisel,“ dachte sie . „immer wieder komme ich da an, das ich helfen muß, das ich nie genug getan habe… oder darf ich egoistisch sein… will ich das überhaupt?– Ich habe einfach keine Lust mehr!– Warum kann ich nicht in Ruhe leben?“

Der Wind war stärker geworden und sie sah noch immer aus dem Fenster, der Himmel grau und es würde bald wieder Regen geben.

Sie ging nach draußen um den andern alten Hund herein zu holen, er sollte nicht naß werden. Ihm taten seine alten Knochen weh. Ihre Knochen taten ihr auch weh, dabei war sie noch gar nicht so alt. Überhaupt war sie in keinem guten Zustand, fühlte sich ausgelaugt und schwach.

Ihr Verstand sagte ihr, sie müsse kürzer treten, sie müsse jetzt mal an sich denken… doch irgendwie schaffte sie es nicht.

„Ja, ich weiß,“ dachte sie, „ich mache es mir nicht leicht. Hätte ich weniger Zeit könnte ich wie alle anderen in der Tretmühle laufen und wärs vielleicht zufrieden. Würde einfach nur so für mich leben, ohne große Ansprüche zu stellen und …“ schon da fing sie an zu lachen…

Nein!!! Das war nicht ihr Weg und das wußte sie.

Ein Gedanke, fast wie ein leiser Windhauch nur: “ Hör nur auf deine Gefühle. DAS ist der richtige Weg für dich! Hör auf dein Herz!“

Ja, vielleicht…?

Der Regen hatte eingesetzt, ein gleichmäßiges Rauschen und das Prasseln vom Vordach waren zu hören, noch immer waren die Vögel nicht verstummt und sie saß wieder still da, sah nach draußen und sah zu wie der Regen fiel.

… sehen

Sie sieht anders… immer sofort weiter und mehr…

 

… das Kalb auf der Weide sieht sie als geschlagenes Tier in Todesangst, dem der Töter den BlozenSchuß versetzt.

… die vorbeiziehende Schafherde, ist für sie nicht idyllisch, denn viele haben schmerzhafte Probleme mit den Hufen und sie gehen einem grausamen Schicksal entgegen.

… die Gänse, die hundertfach im Grün stehen, sieht sie gerupft und gebraten, genauso wie die Hühner, die nur ihrem elenden Dasein entkommen, wenn man sie köpft.

… die Pferde, die dort am Horizont stehen, sieht sie geschlagen, verschachert und hört ihr schrilles Wiehern auf den langen Wegen in den Tod.

… die Kühen, denen man die gerade geborenen Babies entreißt und die jahrelang Höchstleitungen bringen müssen, die sieht sie auf ihrem blutigen letzten Wegen.

.. die Schweine, die man ihr ganzes Leben lang quält und in ihrem eigenen Kot hält, sieht sie noch lebend aufgehängt, nicht betäubt in der Schlachtstraße.

 

… sie sieht all das Leid und Elend und schweigt nicht, aber es frißt sie immer mehr und mehr auf, bis nur noch die Tränen bleiben, aber keine Hoffnung.

 

… die Menschen, denen sie oft ansieht, wie es mit ihnen weitergeht… da schweigt sie still, denn da hat sie keine Tränen und die Hoffnung haben sie selber aufgefressen.

WinterFreude

Vor dem Fenster steht ein Vogelhaus, auf einem Holzstab, etwas weiter entfernt hängt eines von einem Baum. In der großen Kirsche in der rechten hinteren Ecke hängt noch ein großes Vogelhaus. Sie alle werden seit vielen Jahren von unzähligen Vögeln besucht.

Sie bekommen ihr Futter und schenken uns viel Freude. Es ist sehr interessant diese Vögel zu beobachten. Vor allem Spatzen finden sich ein, aber auch Meisen und verschiedene andere kleine Singvögel. Tauben haben den gedeckten Tisch natürlich auch entdeckt und holen sich die Körner vom Boden. Da sind allerdings auch oft unsere drei HühnerDamen, die auch viel lieber Vogelfutter mögen, als ihr eigenes.

Seit einigen  Jahren besucht der Buntspecht uns, ein besonderes Ereignis. Im letzten harten Winter kamen sie sogar zu zweit und fraßen die Meisenknödel leer. Die kleinen Vögel schimpften dann aus sicherer Entfernung, aber als sie merkten, das immer noch genügend Futter für sie übrigblieb warteten sie diese Besuche einfach ab. Kaum flogen die Spechte auf, waren sie alle wieder da in den Häusern, an den Knödeln und auch am Boden.

Aus der Deckung der Hecke, kommen  die Fasanen, immer bereit bei der geringsten Bewegung zu flüchten. Sie picken einträchtig mit all anderen am Boden, aber das ganze Jahr finden sie sich auch am Futterplatz der Hühner ein, ebenso die Tauben.

In diesem Jahr haben wir das Futterhaus vor dem Fenster neu aufgestellt, einige Zweige einer Wildrose stehen hoch und so kann man die Vögel ganz besonders nah erleben, denn sie sitzen dort oft. Dieser Aufstieg wurde allerdings auch von einer Ratte entdeckt und so sahen wir sie gestern in der Dämmerung im Futterhaus sitzen.

Das scheint sie schon eine Weile zu machen, denn die Katzen sitzen abends in der Dunkelheit am Fenster und sind ganz aufgeregt.

Nun ist es nicht so, das ich sie fürchte, ich dulde sie, deshalb können sie sich ruhig etwas Futter holen, allerdings gebe ich es zu, im Haus möchte ich auch nicht sehr gerne haben.

Nun werden wir die höheren Äste wohl kürzen, damit das Futterhaus  nicht mehr so leicht  erreichbar ist und einfach etwas mehr auf den Boden streuen.

Da wir hier schon sehr lange reichlich füttern, wissen die Vögel das und im Herbst kommen sie schon und schauen in die leeren Futterhäuser. Manchmal fliegen sie bis nah an die Scheiben und eine kleine Meise klopft sogar bei uns an. Dann wissen wir, es wird wieder kälter, der Winter ist nah, wir müssen Futter kaufen.

Egal wie dunkel so ein Wintertag ist, ob es schneit oder sogar wenn es windig und regnerisch ist, sie kommen immer unsere WinterFreunde und bereiten uns viel Freude.

…und manchmal denke ich, das uns auch Engel besuchen.

Relationen…?

Ich seh das geschundene Pferd auf dem langen Transport… seh die Peiniger, die es mit Elektroschockern wieder auf die Beine bringen… die doch gebrochen sind… sehe diese Fratzen.

Ich seh die Kinder verhungern… dicke Bäuche… Ärmchen und Beinchen wie Stöcke so dürr… sehe die übervollen Mülleimer, in die wir Lebensmittel werfen… sehe die Banker, deren Bestreben der Hunger der Welt ist… damit sie mit jedem Tag noch mehr Gewinne einstreichen können.

Ich höre das Vieh schreien, wenn es auf die Transporter geknüppelt wird… in mir hallen die Todesschreie, derer die  lebendig durch Schlachtstraßen gehen… kein Mitleid auf den Henkergesichtern.

 

 

Ich könnte die Schreie der Kinder und Frauen hören, die man vergewaltigt und demütigt, ich könnte das Leid der Menschen sehen… müßte nur hinhören und meine Hand austrecken….

Ich wäre in der Lage hinzusehen, wenn die Tiere mißhandelt und gequält werden… müßte sie schützen und mich vor sie stellen…

 

Ich könnte handeln, ich könnte UMDENKEN, ich könnte aktiv werden, ich könnte mein Herz öffnen, ich könnte …, ich müßte…?

 

Doch ich habe zu tun… man kann sich ja schließlich nicht um alles kümmern.

solche und andere

Herbst – Laub – Ägernis – Unrat …

So sehen sich die Menschen gezwungen jedes noch so kleine Blättchen akribisch zu beseitigen. Alles was ihre Ordnung und Sauberkeit stört muß weg!

Schimpfend fegen und blasen sie die Blätter zusammen und geben sie in den Müll.

„Jeden Herbst der gleiche Ärger, am besten man hackt diese Bäume ab!“

 

Herbst – wunderschöne Farben – Zeit zum Träumen …

Ich sehe goldene Wege, rotgoldene Bäume, eine berauschende Welt der Farben und Wunder.

Sonne die durch buntleuchtendes Laub scheint, Sonnenstrahlen die mit den Farben spielen.

Wind, der die bunten Blätter mit sich nimmt, sie spielerisch hoch und höher bläst, um sie dann wieder zur Erde gleiten zu lassen.

Ich stehe im Laub, jedes noch so kleine Blatt ein Wunder, einmalig und einzigartig. Kann mich gar nicht sattsehen und sattfühlen an all der leuchtenden Pracht um mich herum.

Schätze aus purem Gold in der Hand und einen warmen Schein im Herzen…

Sehe schon die Igel ihre Winternester bauen, sehe all die Tiere und die Vögel, die auch Schutz und Wärme finden können.

Sehe wie das bunte Laub verblasst, wie es langsam wieder zerfällt, nur um von neuem in den Kreislauf von Wachsen, Vergehen und Erneuerung zu gelangen.

Möchte mich legen ins rote-orange-goldene Blätterwerk, möchte den Wind bitten mein Bett aufzuschütteln, möchte einfach nur sein und all diese Pracht genießen, auftanken…

„Ich möchte vor allem DANKE sagen!“

Ein letztes Aufflammen der Natur, bevor der Winter mit seinem Schnee alles bedeckt und zur Ruhe geleitet.

gefunden

Ein kleiner heller Schatten, — was war das?

Sie schaute sich um, — nichts, sie mußte sie geirrt haben.

Doch, da war ein kleines Kaninchen, das ihr jetzt fast vor die Füße hoppelte, im letzten Moment aber wieder einen Harken schlug, sitzen blieb und sie anschaute.

Sie hockte sich hin und es schaute interessiert zu ihr auf, doch als sie es hochheben wollte entwischte es.

Da stand sie nun, mitten in der Nacht und ein kleines helles Kaninchen saß vor ihr auf der Straße. Unmöglich konnte sie es dort lassen, soviel war gleich klar. Aber was tun? Noch war sie nicht fertig, die Tour gerade erst begonnen, sie konnte es nicht die ganze Zeit umklammern und festhalten. Soviel wußte sie von Kaninchen, das mögen sie nicht.

Noch einen Blick, ob sich nicht doch etwas finden würde, worin das Kaninchen mitgenommen werden könnte, oder etwas, das man kurze Zeit über es stülpen könnte… leider nein.

Seufzend stieg sie auf ihr Rad, in Gedanken sagte sie: „Bitte bleib hier, ich komme dich holen! Bleib nur hier sitzen, sonst wirst du noch überfahren!“

Natürlich beeilte sie sich, sah immer das kleine Tier  wie es mitten auf der Straße herumsprang, sah schon wie es überfahren wurde und da fuhr sie noch schneller…

„Hoffentlich!“ dachte sie, „hoffentlich bleibt es dort in der Nähe, wo ich es finden kann. Hoffentlich geschieht ihm nichts!“

Als sie alles erledigt hatte und das Rad wieder im Wagen verstaut war, fuhr sie rasch zu der Stelle, wo sie das kleinen Kaninchen getroffen hatte. Sicher war es längst nicht mehr dort… fast hatte sie Angst als sie in die Straße fuhr.

Doch welch eine Freude, es saß an der gleichen Stelle, schaute sie an als wollte es sagen: „Das hat aber gedauert!“… ließ sich jetzt sofort hochnehmen und wurde vorsichtig hinten ins  Auto gesetzt. Die kleine Nase mit den langen Barthaaren schnuffelte ganz aufgeregt und es ließ sich streicheln.

Erst zu Hause sah sie, welch ein bezauberndes Tier sie da gerade gefunden hatte, einfach zu nett und mit einem seidenweichen Fellchen. Sie hielt es auf dem Arm und konnte sich einfach nicht vorstellen, es wieder herzugeben. Ganz still war das kleine Kaninchen und schaute sie an, nur die kleine Nase schnuffelte.

Es bekam gleich einige Apfelstücke und auch Möhren angeboten und fing zierlich an zu knabbern. Nein, die Möhren wollte es nicht.

In den ersten Stunden wurde das Tier, welches inzwischen schon einen Namen bekommen hatte, in einem Pappkarton untergebracht. Fleckchen, wie sie es nannte, schien das zu gefallen und es schlief, trotz all der Aufregungen oder vielleicht gerade deswegen.

Etwas später wurde eine geräumige Ecke eingerichtet und Fleckchen zog  ein, inzwischen gab es das richtige Futter und Leckerchen, aber auch Stroh und Heu… natürlich auch genügend Frisches… eben alles, was ein kleines Kaninchen eben so braucht.

Ein Käfig war bestellt und sie hatte sich gleich vorgenommen, das auf jeden Fall noch ein zweites Kaninchen zur Gesellschaft für Fleckchen besorgt werden müßte.

Es würde sich bestimmt ein Tier finden lassen, da war sie sicher. Gerade Kaninchen wurden immer wieder als Spielzeug für Kinder gekauft, kurze Zeit später wurde es langweilig und das Tier wurde abgegeben oder ausgesetzt.

Fleckchen erkundete seine neue Welt und sie hatte viel Freude an dem kleinen munteren Wesen. Erstaunlich, sie schnell es laufen und wie hoch es springen konnte und wie lebenslustig und neugierig es doch war!

Immer wieder schaute sie nach Fleckchen, doch ging es dem gut. Geduldig ließ es sich streicheln und sie war so froh, das sie das kleine Kaninchen im Dunkeln gesehen hatte… und das es auf sie gewartet hatte.

Eine Tiergeschichte

RONJA und HENRY

eine wahre Geschichte  geschrieben 17-4-2009

Durch Zufall wurde ich auf das Schicksal einer kleinen Wolfspitzhündin aufmerksam. Es hieß, sie lebe schon ein halbes Jahr in einer Besenkammer. Also auf engstem Raum eingesperrt, ohne Licht und Auslauf.

Jetzt war sie den Besitzern endgültig zu lästig und der Verkauf war schon fest geplant. Man wollte sie an einen bekannten Züchter weiterverkaufen. Dieser sogenannte Züchter war mir wohl bekannt, in alten Schweineställen wurde der niedliche Hundenachwuchs produziert. Alle möglichen Rassen wurden da auf Masse gezüchtet,…( Aber das ist ein so weites Feld, da möchte ich mich heute auf die Geschichte von RONJA beschränken).

Also, so weit der Stand der Dinge, der Hund mußte weg. Ich trat als Käufer auf, ja den geforderten Preis wäre ich bereit zu zahlen. Immerhin eine reinrassige Wolfspitzhündin, erst ein dreiviertel Jahr alt. Im Laufe des Gesprächs stellte sich heraus, da gehörte noch ein junger Kater dazu. Diesen mußten die Leute auch unbedingt weg haben. Die Kinder wären doch beide allergisch…

Dem Anschein nach nur sehr zögerlich (um nur ja nicht den Kauf zu gefährden) schlug ich vor, auch den Kater nehmen zu wollen. Das wurde sofort angenommen, man war ja so froh, endlich dieses Viehzeug aus dem Hause zu bekommen.

Bei der Abholung, war es schlimmer als gedacht. Es war eine winzig kleine Besenkammer, da wurden beide Tiere gehalten. Die Hündin, eine Wolfsspitz Mischlingshündin, war ganz abgemagert und sah erbärmlich aus. Und so was wäre fast als Gebärmaschine mißbraucht worden!

Der Kater ungefähr gleichaltrig, sah besser aus. Beide Tiere waren aber verstört und ängstlich. Sie kauerten zusammen gekuschelt in einer Ecke.

Es stellte sich heraus, beide Tiere waren als Spielzeug für die lieben Kleinen angeschafft worden. Diese hatten aber schon immer Atemprobleme, kurz und gut, es ging nicht! Also sperrte man die Hündin und den Kater in diese Kammer.

Oft ist es mir sehr schwer gefallen ruhig zu bleiben, (warum darf man eigentlich niemanden erschlagen??) hier war wieder so ein Fall. Total abgestumpfte Menschen, die nicht mal ansatzweise ein Unrecht sahen. „Das sind doch nur Tiere!“ . Als man dann auch noch versuchte, den Preis in die Höhe zu treiben, fuhr ich eine härte Gangart.

Auf jeden Fall nahmen wir BEIDE mit .

Auf dem Transport war der Kater in einer Box und die Hündin wurde auf dem Arm gehalten. Kaum angekommen und aus der Box gelassen, stürzten beide Tiere aufeinander zu. Es sah fast so aus, als wollten sie sich nie mehr loslassen. Diese Beiden hatten in ihrer Gefangenschaft ein besonders inniges Verhältnis aufgebaut. Monatelang hatten sie ja nur einander als Gesellschaft.

Diese enge „Tierliebe“ hielt sehr lange, noch heute fast 15 Jahre später, sind sie einander noch zugetan.

Die Hündin bekam den Namen RONJA, wie ja schon zu lesen war, den Kater nannten wir HENRY.

Die Erklärung, warum RONJA so abgemagert war, fanden wir bald heraus. Sie ließ beim Füttern immer dem Kater den Vortritt. Irgendwie fühlte sie sich wohl für ihn verantwortlich. So hatte sie von dem kargen Fressen nicht viel abbekommen und wäre fast verhungert, damit ihr Freund satt wurde!

Bei uns war beim Essen kein Mangel, und trotzdem mußten wir sehr aufpassen, das diese kleine Hündin ihren Teil fraß. Immer wartete sie, bis alle anderen fertig waren. Das war zu der Zeit wirklich nicht so gut, lebten doch insgesamt fünf Hunde (vier ganz Große..) zusammen bei uns.

Die anderen Hunde nahmen Ronja sofort auf, doch diese hatte zuerst nur Angst vor den „Riesen“. Aber das alles regelte sich bald, und beide Tiere lebten sich gut ein.

Bei Henry gab es da keine Probleme, er fühlte sich gleich wohl in der großen Katzengruppe.

RONJA lebt noch, sie ist nun eine alte Hundedame. Vieles geht nicht mehr so wie früher, sie ist eben wirklich alt. Auch HENRY ist noch bei uns. Auch an ihm sind die Spuren des Alters zu sehen.

Er hat nur noch einen unteren Eckzahn, und der scheint jetzt auch noch locker zu sein. Mal sehen, vielleicht kann man den Zahn einfach so rausziehen, er wackelt schon sehr. Dann könnten wir ihm den Streß mit dem Tierarzt ersparen.

Das war sie also, die wahre Geschichte von RONJA und HENRY. Die Geschichte einer wahren Freundschaft, wo das Leben des Freundes höher steht als das Eigene…. und das sollen „nur Tiere “ sein?

Dann muß ich sagen, stehen sie Charakterlich haushoch über den meisten Menschen!!! Denn bei den Menschen habe ich kaum selbstlose Liebe erlebt.

Das wars für heute aus dem Katzenhäuschen, Petra

—-

am 6.10 2009 haben wir unseren geliebten Henry nach langer Krankheit einschläfern lassen…

.***

am 27- Juni 2012 wurde nun auch unsere kleine alte Ronja eingeschläfert.

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Sie hat sein sehr langes Leben gelebt. Die letzten Jahre nur noch mit unserem alten Lutz. Zum Schluß konnte sie nicht mehr hören, nicht mehr sehen und auch das Gehen fiel ihr schwer…

Nun sind sie wieder zusammen… (und auch mit all die vielen anderen Hunde und Katzen, die jemals bei uns gelebt haben).

DANKE

Ein Stückchen Lebensglück

 

Noch ist es dunkel, doch im Rückspiegel kann ich schon einen helleren Streifen am Himmel sehen. So von hellgrau, bis ganz eben rosa überhaucht kommt der neue Morgen durch die Nebelschleier.

 „Schade“, denk ich, “nix für meine einfache Kamera… da sieht sie noch nichts…“

Der Nebel verwandelt alles,  ich komme mir vor, als wäre ich ganz alleine. Na ja, das stimmt wohl auch, denn wer fährt sonst noch am Samstag morgen so früh durch die Gegend?

Wie ausgestorben wirkten die Dörfer, die Straßen sind leer, ein Stückchen weiter die Wiesen und Felder auch sie nur vom Morgennebel bedeckt. Die Hasen und Kaninchen, die ich in der Nacht immer dort sehe, sind wohl schon schlafen gegangen und die Rehe haben sich in die Wälder zurückgezogen.

Auch die Nachtjäger, die Eulen und die Käuzchen sind nicht mehr unterwegs.

 Das sind immer die ruhigsten Minuten, kurz bevor der neue Morgen dann wirklich anbricht… jetzt hält die Natur den Atem an… es kommt mir immer wie ein tiefes Luft holen vor, bevor wieder alles zu neuem Leben erwacht.

Jetzt komme ich an der Herde Galloways vorbei, die sind draußen, denn da sind sie immer. Ich halte an und steige aus. Sie tauchen aus den Nebelschwaden auf, irgendwie wirken sie auf mich wie Urgeschöpfe, aber ganz friedliche.

 Leider sind auch sie nur Fleischlieferanten, zwar mit einem Leben in relativer Freiheit (wie groß ist diese Weide eigentlich?), aber eben doch nur dafür gehalten, um dann getötet zu werden.

Gerade jetzt ist wieder die Kälbchenzeit, sie sind nur wenige Tage alt und einfach bezaubernd.  Eben tauchen aus den Nebelschwaden zwei ganz Kleine auf, die erst ein paar Stunden alt sind. Schon laufen sie mit den anderen mit, etwas wackelig und stacksellig noch.  Ich sehe ihre wunderschönen Augen und weiß, sie sind wie ich, — so wie ich eigentlich auch wie all die Tiere bin…

Auch hier ist es noch zu dunkel zum Fotografien, also fahre ich weiter. In Gedanken immer noch bei diesen wundervollen Geschöpfen, traurig wie immer, wenn ich daran denke, wie wir mit ihnen allen umgehen. Überhaupt der Mensch in seinem arroganten Größenwahn, wie kann er sich nur anmaßen, das er sich die Erde mit all seinen Geschöpfen untertan machen darf?

Zu Hause angekommen,  mache ich erst einmal ein Foto, der ganz frühe Morgenhimmel… er birgt noch so viel Verheißung… noch kann alles geschehen an diesem neuen Tag… noch liegen Wunder in der kühlen Luft … vor allem bin ich dankbar, das ich das erleben darf.

Die ersten zaghaften Vogelstimmen werden laut, ich erfreue mich jeden Morgen an ihnen, denn sie verkünden jetzt ist der Frühling da. Es fallen immer mehr Vogelstimmen ein und ich stehe inmitten eines wunderbaren Konzertes… die Luft ist frühlingssüß, was kann es schöneres geben?

Diese Momente sind für mich so wertvoll, sie geben mir immer wieder neue Karft und neuen Lebensmut, ja sie prickeln geradezu vor Lebensfreude.  

 Ich bin dankbar, das ich überhaupt in der Lage bin all die Schönheiten der Natur und der Tiere zu sehen, so zu empfinden wie nur ich es kann… ja, ich bin ganz klein und demütig in dieser Wunderstimmung.

 Wirklich sehr dankbar bin ich, das in mir und um mich herum noch ein kleines Stückchen vom Paradies erhalten blieb…

Meine „Lächel“ Geschichte für Februar

Sie lächelt, ich lächel und alle anderen sowieso

 

Na, das konnte ja dauern… Probleme beim Leinenkauf… das kennen nur Leute, die selber einen Hund haben.

Gut, wir haben immer Hunde, mehr als einen … aber gerade heute hatte ich so gar keine Lust mir dieses ganze, ach so wichtige…. , zu diesem Thema anzuhören.

„Entschuldigung, geht ganz schnell,“ zu der Frau gewandt. „Ich suche nur diese Markies, die man sich abwiegen kann.“ die Frage geht an die Verkäuferin.

„Da im hinteren Bereich, wir haben umgeräumt.—hinter dem Katzenfutter gleich rechts…“ sie ist so nett und gibt mir die Richtung vor. „Aber wo Sie gerade hier sind, ich dachte Sie würden mal erwähnen WO sie all das viele Futter kaufen? Speziell das Vogelfutter!“

„Hä?“ einigermaßen überrascht schaute ich sie an. Wir kennen uns schon einige Jahre aus dem Geschäft, aber mit dieser Frage hatte ich nicht gerechnet.

„Na, meine Tochter hat Sie entdeckt, sie stehen doch mit so vielen Blogs in so einem Bloggerverzeichnis. Wir haben gleich nachgeschaut, denn hier gibt es ja sonst nicht viele…. Klar, habe ich mir gedacht, das Sie das sein könnten, aber dann hatten sie ja Bilder drin, da wußte ich es genau.“ Sie lacht und hat offensichtlich Spaß an meiner Verwirrung. „…und weil Sie so oft über die Umgebung, die Dörfer und Städte schreiben und so viele Fotos dazu zeigen…. deshalb dachte ich, das Sie auch über unseren Laden irgendwann was schreiben würden.“

Die Kundin sah mich erstaunt an. „Sie schreiben?“

„Jaaa..?“ antwortete ich…

„Aber klar schreibt die, die hat doch so viele Blogs, wir lesen da jeden Tag mit!“ sagte die Verkäuferin. „Besonders gefällt mir, wenn Sie wieder was über Ihre Tiere schreiben und ganz gut haben uns die vielen Vogelbilder im Schnee gefallen.“

Inzwischen waren noch zwei andere Verkäuferinnen dazugekommen. „Ach ja, jetzt wo ich Sie sehe, erkenne ich Sie!“ sagte die eine. „Wir gucken auch immer mal bei Ihnen rein.“ sagte die andere.

Ich muß gestehen, ich war mehr als erstaunt, noch nie hatte ich „Leser“ persönlich getroffen. „Das freut mich, ich hoffe es gefällt Ihnen bei mir?“ fragte ich.

„Ja klar, aber ich muß sagen, Sie schaffen es noch und vermiesen uns unser Essen!“ sagte die erste Verkäuferin „Immer wieder diese ganzen Aufrufe und Petitionen und was Sie da noch alles schreiben… ich kann es mir manchmal gar nicht ansehen.“

„Ja, ich denke, wenn ich schon einige Leute erreiche, dann muß ich auch versuchen das Bewußtsein für die Leiden der Tiere zu wecken.  Sie wissen ja, das ich schon seit fast 30 Jahren Tierschutz mache… und das ist eines meiner großen Themen.“

„Ich finde es wirklich gut, aber es ist eben auch hart. Inzwischen haben wir nur noch Fleisch vom Bio Bauern und auch sonst hat sich bei mir einiges geändert.“ sagte die andere Verkäuferin

Die Kundin: „Ich bin ja wirklich überrascht, will eine Leine kaufen und lerne eine Bloggerin kennen. Wie kann ich Ihre Seiten denn finden? Das interessiert mich auch, lebe ja selber seit einigen Jahren ohne Fleisch!“

„Einfach unter …“ will ich antworten, doch die eine Verkäuferin ist schneller. „Die können sie „googleln“! Sie brauchen nur „Follygirl“ eingeben, dann haben Sie alles… aber sein Sie schon mal vorgewarnt, die hat ganz viele Blogs, da haben Sie was zu tun!“

Lachend stehen wir da, irgendwie hat sich dieser Einkauf zu einer sehr netten Angelegenheit für mich entwickelt. Die graue Tagesstimmung ist vergessen. „Okay, versprochen, ich werde bald auch mal über diesen Laden berichten… guter Service, nette Verkäuferinnen… hab heute keine Kamera dabei, aber bald.“

Die drei Verkäuferinnen haben sichtlich Spaß an der Situation und grinsen alle drei, die Kundin lacht… und ich gehe mit einem Lächeln jetzt endlich meine Markies abwiegen.

(Diese Geschichte ist für den Blog „Einmal im Monat ein Lächeln auf ein Gesicht„, entstanden, bei dem ich als Co-Autor dabei bin)