…und da draußen… da tobt das Leben?

So saß sie nun auf der Couch, gegenüber vom Fenster, da saß sie nun schon einige Wochen. Nein, besser wir rechnen in Monaten! Die Zeit, ein stetiger Fluß, der draußen vorbei zog, da wo sie nicht mehr mit konnte… da wo sie auch so gerne dabei wäre… wenn da nicht…

Der Sommer war saftig grün vorm Fenster, die Bäume im vollen Laub. Vogelgesang! Die Sonne schien nachmittags herein… und sie saß geblendet auf der Couch. Dachte nach, haderte, träumte wenig, war oft traurig und manchmal, ganz selten, ein kleines bißchen glücklich.

Sie saß auf der Couch und wünschte sich so sehr endlich wieder … verzagte immer mehr, verzweifelte und die hellen Sonnentage erscheinen ihr gar nicht so strahlend. Die Schalusie ließ sie runter um all das schöne, strahlende, lebendige nicht sehen zu müssen.

..und fiel!

..und fiel… und nirgendwo ein Halt!

..und nirgendwo ein sicherer Boden!

Noch immer saß sie auf der Couch, inzwischen färbten sich die Blätter, nur unterbrochen von kurzen Alltäglichkeiten,  eingehüllt in dunkelgraue Watte. Eine tiefe Traurigkeit hielt sie umfangen.

Selbst der Herbst war in diesem Jahr nicht golden, so paßte er gut zu ihrer Seelenlage, trist, hoffnungslos, ohne ein Fünkchen Leichtigkeit.

Sie saß auf der Couch, sah in das wilde Herbstgestöber, hörte dem Wind zu der die nassen, braunen Blätter uns Haus wirbelte, sah Regentropfen  die Scheibe entlang laufen.. und fühlte nichts außer einer großen Leere.

… und WO war sie?

…und WER war sie… früher gewesen?

…wie hatte sie sich nur so verlieren können?

Sie saß auf der Couch, fühlte nur kalte Trauer, hatte sich selbst verloren, hatte kein Ziel mehr, keinen LebensMut.

Die Blätter von den Bäumen vorm Fenster waren inzwischen alle abgefallen, bedeckten als brauner, naßer Teppich die Erde, kein grün mehr, keine Vogelstimmen, es war Winter geworden.

Sie aber saß noch immer auf der Couch, schaute blicklos ins grau, aber langsam wurde ihr klar, daß nur sie den Kokon aus Starre, Mutlosigkeit, Schmerzen, Angst und Wut aufbrechen könnte.

Das allerdings würde ein langer Weg, nicht so einfach den versteinerten Panzer zu sprengen, den Kopf wieder frei zu bekommen  von all dem dunklen Gewölk, Schmerzen, immer noch… aber da.. ein Fünkchen Zuversicht?

..und sie versuchte…

… versuchte zu lächeln..

… wollte wieder einmal herzlich lachen!

Die Weihnachtszeit nahte, sie saß auf der Couch, dunkel wars draußen nun jeden Tag, die Nächte lang, aber in der Wohnstube, da brannten die Kerzen, da war es warm und gemütlich.

Zaghaft kam Vorfreude auf, erwärmte sie von innen und sie schüttelte die Erstarrung ab. Schmückte das Zimmer und fand ihre staunenden Kinderaugen wieder. Wußte auf einmal, das es Wunder gab, das sie wahr werden könnten… fühlte das Leben wieder … und zwar aufregend und wunderbar tief drinnen in ihr selbst.

Sie saß auf der Couch, übte das Lachen, versuchte sich an die Leichtigkeit des Lebens zu erinnern, kramt nach schönen Erinnerungen… war endlich wieder auf dem Weg.

Der Tag kam, an dem sie einfach aufstand und wieder in ihr Leben zurück ging.

 

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ein roter LehnSessel

Woher der plötzliche Wunsch nach einem roten LehnSessel gekommen war wußte sie nicht… nur er ließ sie nicht mehr los. Schon stand eine Stehlampe mit Stoffschirm daneben, gab gemütliches Licht, welches auch hell genug zum Lesen war. Ein Tischen fand sich ein, ein Schemel für die Beine… und sie sah sich dort gemütlich sitzen.

„Schön wäre es auch ein Kissen und eine warme Decke dort zu haben.“ … und so fügte sie diese dem Bild hinzu. Wie heimelig und gemütlich mußte es sein dort zu sitzen, ein Buch auf den Knien, neben sich eine Tasse Tee.

Schon überlegte sie wo sie sich diese Leseecke einrichten könnte… doch leider fand sie keinen geeigneten Platz, alles zu vollgestellt, einfach zu eng. Nun schalt sie sich: „Sei doch zufrieden mit dem Platz auf der Couch… dort kannst du doch gut sitzen.“

Der Wunsch nach dem roten LehnSessel verblaßte in ihrem Gedanken… doch nun sah sie plötzlich überall diese schönen altmodischen Sessel.

Im letzten Film saß der Großvater in genau so einem Sessel. In dem erleuchteten Wohnzimmer, an dem sie täglich im Dunkeln vorbeifuhr, standen sogar zwei solcher Teile. Dazwischen ein kleines Tischen, die Sessel sich leicht zugewandt, so daß man mühelos plaudern könnte wenn man dort saß.

Werbung in ihrem Briefkasten, ein Möbelhaus bot gleich mehrere verschiedene Modelle an, auch einen roten, genau so wie sie sich ihren LehnSessel wünschte. Mit hoher Rückenlehne, gepolsterten Armlehnen und „Ohren“. Sie überlegte, wie hießen denn die Dinger wirklich?  Suchte schließlich nach der korrekten Bezeichnung: „OhrenBackenSessel“ so stand es da.

Nachts träumte sie sich in ihren roten OhrenBackensSessel, las Bücher, fühlte sich so geborgen. Nach einer Weile stand auch ein Regal für all ihre Lieblingsbücher da, griffbereit darin die Dose mit Lakritz, zwei ihrer Bären saßen nun auch im oberen Fach, allerlei Kleinigkeiten sammelten sich an. Sie richtete sich mehr und mehr ein.

Die kleine gemütlich Kammer bekam einen warmen gelben Anstrich, noch mehr Bücherregale und einige ihrer Bilder hingen nun auch dort. Sie sah sich immer öfter  im warmen Lichtschein sitzen, nach eine Weile kamen auch die Katzen und Hunde und gesellten sich zu ihr.  Weiche Decken und gepolsterte Körbchen luden ihre Lieben zum Verweilen ein  und ein zweiter Lehnsessel stand eines Tages da.

Manchmal stand sie auch am Fenster und sah in den Garten, hörte die Vögel zwitschern, überlegte ob denn schon wieder Frühling wäre? Die Obstbäumen fingen an zu blühen und die ersten Blumen standen in den Beeten.

Sie saß nun immer öfter in ihren Sessel, guckte in den Flur und hatte die ganze Zeit das Gefühl das sie noch auf jemanden wartete. Hatte sich Besuch angesagt?

Manchmal stand sie auf und ging in die Küche, dort stand ein alter Kochherd, ein großer Tisch mit zwei Stühlen und einer Bank. Mit jedem Mal wurde es auch dort gemütlicher, schon standen zwei alte Küchenbüfetts da, einige Regale  und schönes Geschirr kamen hinzu. Irgendwann waren die Wände vertäfelt, unter dem Tisch lag ein großer Flickenteppich und oben drauf stand  ein blauer Krug mit Wildblumen und Gräsern.

Wenn sie jetzt aus der Küchentüre ging war die Luft warm, die Sonne schien und sie dachte: “ Ist es schon Sommer?“ Die Hunde tollten auf der Wiese und sie saß unter der großen Kastanie.  Immer wieder sah sie zur Einfahrt, doch das Tor war verschlossen. Kam da nicht bald noch jemand?

Sie sah sich ihr kleines weißes Haus an, wilder Wein überwucherte es an zwei Seiten, duftende Kletterrosen umranken die Küchentüre, „So hab ich es mir immer vorgestellt…“ ..und doch fühlte sie einen Verlust, eine Trauer die sie nicht benennen konnte.

In ihrem Häuschen hatte sie nach und nach alle Räume erkundet und auch diese wurden jedesmal gemütlicher und wohnlicher, doch sie war nicht wirklich glücklich, fühlte sich unvollständig und war oft traurig.

Die Abende verbrachte sie in ihrem roten Lehnsessel, umgeben von ihren Tieren… und wartete.

Vor dem Fenster sah sie nun bunte Blätter vorbei wehen. Die Blumen blühten noch strahlender, ein letztes Aufblühen vor dem kommenden Winter und die Nächte wurden merklich kühler. Oft stand sie nun mit den Hunden am dem  Tor der Einfahrt, doch es war verschlossen, sie konnte es nicht öffnen.

Die Katze auf ihren Knien schnurrte laut und sie schlief ein, das Buch rutschte unbemerkt aus ihrer Hand. „Hallo …Liebes….“ sie träumte,… eine Hand berührte leicht ihre Schulter. „Wach auf!“

ER war gekommen, endlich! Brachte die anderen Tiere mit, das kleine Haus war voller Leben und sie war glücklich.

Nun saßen sie beide in den roten Lehnsesseln und er sagte: „So hab ich es mir vorgestellt all die Jahre.“

Verwundert sah sie ihn an, „Wie meinst du das? Ich bin doch noch gar nicht so lange hier?“

„Ach, du bist schon seit fast 10 Jahren tot, ich hab so sehr darauf gewartet wieder bei dir zu sein. Schlimm war es als du nicht mehr aus dem Koma erwacht bist und ich dich irgendwann gehen lassen mußte. Es war so furchtbar einsam ohne dich und die Tiere haben dich überall gesucht.“

So sitzen sie da und halten sich an den Händen…

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Leisala

Als sie erwachte konnte sie sich nicht erinnern wer sie war. Auch den gestrigen Tag, den Tag davor und  ihren Geburtstag hatte sie vergeßen. Es stellte sich heraus, daß sie gar nichts mehr wußte, sie hatte ihren Namen und ihre Lebensgeschichte verloren.

 

Im Krankenhaus  machte man alle nur möglichen Untersuchungen, Tests und Therapien, doch sie war wie ein leeres Blatt Papier.  Ihre Erinnerungen reichten inzwischen genau 3 Wochen und 5 Tage zurück, bis zu dem Augenblick als sie dort erwachte.

Die Polizei konnte auch nicht weiterhelfen, sie wurde offensichtlich nicht vermißt und auch sonst war sie nie auffällig geworden.

Man wußte nicht was man mit ihr machen sollte… einfach entlassen, aber wohin könnte sie gehen? Ohne Geld, ohne Familie oder Freude, ohne ein gelebtes Leben und ohne jede Erfahrung.

Sie war wie ein Kind,  sprach nur in einfachen Sätzen, ein altmodisch anmutendes Deutsch.

 

Sie stellte alle vor ein Rätsel. Schließlich erlaubte man ihr in der Klink zu bleiben, als Hilfe in der Küche, dafür bekam sie ein Zimmerchen im Schwesternheim nebenan.

 

Sie war schnell beliebt, immer freundlich und höflich, vor allem aber jederzeit bereit zu helfen. Nie schaute sie auf die Uhr, ob nicht schon bald Feierabend sei.. nie war ihr ein Gefallen lästig wenn man sie darum bat.

Mit den Patienten verstand sie sich gut, saß manche Stunde an Krankenbetten oder erledigte kleine Gefälligkeiten. Ihre Fröhlichkeit ließ sie oft die Schmerzen vergessen.

 

Auch noch nach vielen Monaten hatte sie keinerlei Erinnerungen, scherzhaft sagte man, sie sei wohl ein SternenMädchen, einfach so vom Himmel gefallen.

Ihr Lächeln und ihre Freundlichkeit öffneten ihr alle Herzen und sie war wie ein lichter Sonnenstrahl für so viele.

 

Bis sie plötzlich verschwunden war, auf den Tag genau war ein Jahr vergangen. Keine Spur ließ sie zurück, hatte nichts von den wenigen Dingen mitgenommen, die sie inzwischen besaß, nur das alte Kleid, in dem man sie damals gefunden hatte.

 

Noch lange sprach man über sie, nannte sie Leisala das SternenMädchen. Manche glaubten sie wäre ein Engel, der sich hier auf Erden seine Flügel verdienen sollte, andere sagten sie sein bestimmt eine Fee gewesen.

Das Rätsel um ihre Herkunft und Person wurde nie gelöst.

*

047

 

die Grauen… und wenn die Zukunft voller Wunder ist

Dieser lange Winter hat an ihren Reserven gezehrt. Die Speicher für gute Laune, Gesundheit und Kreativität sind leer.

Jeden Tag kamen die Grauen und wenn sie gingen  fehlte wieder ein Stückchen von ihr. Sie bemerkte es nicht sofort, aber die Energie Vampire waren überall um sie herum. Je länger der Winter dauerte, desto unverfrorener wurde sie angezapft.

Nachts in ihren Träumen erschien die blaue Frau, die eigentlich eine Göttin ist, sich aber lieber blaue Frau nennt, sie nahm sie bei der Hand und flog mit ihr zum Fenster hinaus. Höher und immer höher bis zu den Gipfeln des Weltenbaumes.

Da in den Wolken machten sie Rast und saßen Nacht für Nacht dort, schauten den Sternen zu und wenn sie erwachte fühlte sie sich erfrischt. Doch immer wieder aufs Neue kamen die Grauen, die Energie Vampire und sie fühlte sich schlechter und schwächer, bis sie meinte, nie mehr aufstehen zu können.

In dieser Nacht kam die blaue Frau und sagte ihr: “ Ich nehme dich nun mit, du bist alt und krank, bist du bereit mir zu folgen?“ Sie konnte nur noch nicken und schon fühlte sie sich empor getragen. Dieses Mal aber ging es noch höher bis zum Schloß über  den Wolken in dem die blaue Frau lebt.

Sie schlief und jedesmal wenn sie erwachte saß die blaue Frau bei ihr und schon schlief sie wieder ein. Doch irgendwann hatte sie ihre Energie und Kraft zurück und konnte aufstehen. Sie erkundete das riesengroße Schloß , alles war zauberhaft und überall gab es neue Wunder zu bestaunen.

Doch schon bald wurde sie immer stiller und mußte zugeben daß  ihr etwas fehlte. Die blaue Frau bemerkte es natürlich und fragte was denn los sei. Ob sie denn nicht glücklich hier oben im Wolkenschloß sei, ob sie denn nicht alles bekäme was sie sich wünsche?

Sie konnte nur nicken und fühlte sich undankbar, aber sie mußte zugeben, das sie nicht glücklich sein konnte.

Da oben im Schloß der blauen Frau gab es kein anderes Leben. Sei fragte: „Warum wachsen hier keine Blumen und wo sind die Bäume ? … und warum leben keine Tiere hier oben bei dir?“

„Weil ich mich um alles Leben sorgen muß, ich bin für die Lebenden da unten zuständig, hab einfach keine Zeit.“

„Warum hast Du mich denn mitgenommen?“

„Weil Du nicht mehr lebst, ich wollte dir nur eine Pause gönnen, bevor ich dich weiterbringe.“

„Wohin? Weiterbringen..?“ sie war zu neugierig  und löcherte die blaue Frau mit Fragen.

„Ich sehe schon, nun gibt es kein Halten mehr, “ sagte die blaue Frau lächelnd. „Du wirst mir keinen Frieden lassen bevor Du nicht alles weißt. Also gut… da du so erschöpft warst konntest du dir nicht mehr deinen Himmel aussuchen und deshalb habe ich dich mitgenommen.“

Sie schaute verwirrt, „…aussuchen?“

„Ganz recht, jeder Mensch kann sich seinen Himmel aussuchen, für den einen ist er so für den anderen ganz anderes, eben so wie der Mensch es sich wünscht. Überlege gut, es gibt nur eine Wahl.“

Sie senkte den Kopf, so viele Fragen… so vieles das sie wissen wollte. „Ob ich vielleicht meine Familie und einige meiner Freunde sehen könnte, die mir schon vorausgegangen sind? Wäre das möglich?“

Die blaue Frau nickte lächelnd, „Natürlich kannst du Besuche machen, aber erst einmal sollst du für dich ganz alleine entscheiden wie du hier sein möchtest.“

„Das ist doch ganz klar, ich möchte all meinen Tieren um mich haben, ich hoffe es geht ihnen allen jetzt gut. Ob sie mich wohl erkennen?“

„Wir können losfliegen, sobald du weißt was du willst.“ sprach sie blaue Frau. „Aha, du hast ja schon ganz genaue Vorstellungen, das erleichtert die Sache, also … los gehts!“

Sie nahm sie an der Hand und schon flogen sie über die verschiedensten Landschaften, sahen große Städte, die aber nichts glichen was sie von der Erde kannte.. sah so viel ungewohntes und unbekanntes, so daß sie oft nur staunen konnte. Weiter und immer weiter flogen sie… die verschiedenen Himmel wurden seltener.. es wurde immer einsamer…

Bis sie endlich in einem Tal landeten. Ein kleiner Fluß kam oben aus den Bergen. plätscherte munter über große Steine und floß in einen glasklaren See. Große, alte Bäume, bunte, üppige Blumenwiesen, die samtige Luft war erfühlt von wunderbaren Düften und… ja, und jetzt setzte ein vielstimmiger Vogelchor ein.

Staunend stand sie da, konnte nur immer wieder schauen, entdeckte schließlich ein kleines, altes, von Efeu überwuchertes, Haus, das beschützt unter einem riesigem Baum stand.

„So hab ich es mir immer vorgestellt,“ sie konnte nicht weitersprechen, denn nun kamen die Tiere . All ihre Lieben die sie im Laufe der vielen Jahren verloren hatte…Hunderte! .. Alle waren sie da, jung,  gesund, voller Lebensfreude und auch von ihr waren die Jahre abgefallen. Vergessen all das Schwere, vergessen die Grauen  und all die unerfreulichen Begebenheiten eines langen Lebens

„Ich laß dich nun alleine. Adieu!“ sagte die blaue Frau.

„Ich hab aber noch so viele Fragen…“ doch die blaue Frau unterbrach sie : “ Stell sie doch den Menschen die schon länger hier sind. Sie haben auf dich gewartet und werden sicher bald vorbeischauen. Bis dahin lerne deinen Himmel erst einmal kennen.“

Sie bedankte sich sehr und machte sich auf ihre eigene neue Welt zu erkunden. Glücklich und voller Lebensfreunde lief sie und rannte laut lachend, begleitet von den Tieren, bis sie ans Ende des Tals kam. Dort war eine hohe, alte Mauer.

Ein kleines Tor das sie vorsichtig aufmachte und dahinter warteten noch viel mehr Tiere, elend, geschunden, und voller Pein. Tränen schoßen ihr in die Augen und sie machte das Tor weit auf: „Kommt! Kommt ALLE!“ rief sie.

Und die Tiere kamen, kaum aber schritten sie über die Schwelle, fielen alle Qualen von ihnen ab und auch sie waren wieder jung und voller Lebenskraft. Es war eine Freude zu sehen wie sie übermütig durch das saftige Gras sprangen. Es kamen nicht nur Hunde und Katzen, nein Ziegen, Esel, Kühe, Pferde, Schweine, auch Hühner und anderes Getier.

„Ja, ich bin wirklich in meinem Himmel!“ dachte sie dankbar.

Alles wofür sie ein Leben lang gekämpft hatte, oft leider vergebens, schien sich hier zu Erfüllen. Eine unendliche Dankbarkeit war in ihr, ein warmes Gefühl der Geborgenheit, ein Glücksgefühl und eine Zuversicht, die sie nie vorher empfunden  hatte.

Später als sie in ihrem kleinen Häuschen bei einer dampfenden Tasse Tee saß, viele ihrer geliebten Tiere um sich herum, konnte sie immer nur wieder nicken und denken:031 „Ich bin wirklich angekommen!“

Der rote GlücksHut

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In einer stürmischen Regennacht vor über 25 Jahren blies der Wind ihr einen roten Hut vor die Füße.

„Du kommst mir gerade recht!“  Sie hob ihn auf, „Hey, danke Bruder Wind!“ rief sie in den Sturm. Er paßte wie angegossen und so kam sie fast trocken durch den Regen.

Von da an begleitete der rote Hut sie, von einer Tasche in die andere  wurde er gepackt und bei Regen hervorgeholt.

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Da sie jede Nacht unterwegs war, leistete der rote Hut ihr gute Dienste und manchmal rief sie übermütig: “ Ich danke dir Bruder Wind, ich danke dir sehr für meinen roten Hut!“

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Es war an einem Dienstag im Mai, der rote Hut begleitet sie schon mehr als zwei Jahre, es regnet leicht und sie trug ihn natürlich. Als eine plötzliche starke WindBöe ihr den Hut vom Kopf riß, er flog hoch und der Wind spielte mit ihm.

Weiter und immer höher flog der rote Hut und sie rief: „Bitte gib mit meinen roten Hut wieder Bruder Wind!“

Da landete er auf der anderen Straßenseite noch hinter dem Graben in einem Gebüsch. Sie lief gleich hinüber, leider kam sie so nicht an ihn heran. Dafür mußte sie erst mal den Graben überwinden, das war nicht so leicht, doch dann stand sie drüben und die Dornen der Brombeeren zerkratzten ihre Hände.

Unbedingt wollte sie ihren roten Hut wieder haben und so biß sie  die Zähne zusammen und griff sich den Hut. Nun hing sie aber ganz in den dornigen Ranken fest.

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Ein ohrenbetäubendes Krachen ließ sie herumfahren und etwas traf sie an der Schulter. Gerade sah sie noch wie ein Wagen sich in die Hauswand bohrte. Genau da hatte sie vor wenigen Augenblicken noch gestanden!

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Im Haus gingen die Lichter an, aufregte Stimmen waren zu hören und ein Mann kam um die Ecke gelaufen.

Sie riß sich los und sprang zurück auf die Straße, den roten Hut fest in der Hand.

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Später als die Polizei und der Rettungswagen da waren: „Ihr Fahrrad ist total zerquetscht, der Wagen hat es ganz überrollt, da haben Sie aber sehr viel Glück gehabt,“ sagte der Polizist zu ihr. „Hätten Sie da gestanden, Sie wären tot!“

Sie mußte sich erst einmal setzen, nun kam der Schock. Sie sah, wie die Feuerwehrmänner den Fahrer aus dem Autowrack mit schwerem Gerät befreien mußten, wie der Notarzt sich um den Mann bemühte… und viel später wie er abtransportiert wurde, er hatte den Unfall nicht überlebt.

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Dieses Erlebnis steckte ihr lange in den Knochen, darüber mußte sie immer wieder nachdenken. Hätte der Wind ihr nicht den Hut vom Kopf gerissen… komisch, nur eine einzige starke Böe in der ansonsten windstillen Nacht hatte ihr das Leben gerettet.

„Bruder Wind ich danke dir!“ diesen Gedanken wiederholte sie immer wieder im Geiste.

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Der rote Hut begleitete sie noch viele Jahre und es gab noch einige Situationen, wo er sie rettete oder vor Unheil bewahrte. Sie hatte irgendwann begonnen mit „ihrem roten GlücksHütchen“ zu reden.

Durch glückliche und traurige Tage ging sie mit ihrem roten Hut, ja,  sie setzte ihn jetzt immer auf auch wenn es nicht regnete.

Er war zur einzigen Konstanten in ihrem Leben geworden.

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Alles hatte sich verändert, sie war alt geworden, nicht mehr gesund und nun auch noch ganz alleine. Der Tod hatte ihr nach und nach all ihre Lieben genommen.

„Ach, rotes Hütchen, nur du bist mir geblieben“, sagte sie oft. „Ich wünschte Du könntest mit mir in die Ewigkeit fliegen, dort wo schon alle auf mich warten. Bruder Wind, ich bitte dich, nimm uns mit!“

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Sie war so traurig und so alleine das sie nur noch diesen einen Wunsch hatte.

Immer und immer wieder bat sie den Bruder Wind um diese letzte Reise.

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In einer sehr stürmischen Nacht stand sie wieder draußen, der Wind zerrte und rüttelte an ihr und sie hielt mit aller Kraft ihren roten Hut fest.

Da erfüllte der Wind ihre Bitten. Er hob sie hoch empor, wirbelte sie herum und ihr ausgelassenes Lachen verschmolz mit  dem Singen der Winde, denn es waren gleich alle vier Brüder in dieser Nacht zu ihr gekommen.

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Nach dem Sturm fand man eine alte Frau  hoch oben in einem Baum.

Sie war tot, aber sie lächelte und hatte einen roten Hut auf dem Kopf. Als man sie später herabließ …. flog der rote Hut mit einem Windstoß davon.

 

 

 

es gibt Nächte, da ist alles möglich

Ja…

Wieder eine VollmondNacht und ich bin unterwegs. Schaue hoch zu Schwester Mond, bedanke mich und bitte um ihre Kraft, ihre Ruhe und daß sie bitte auf mich achten soll.

Wie immer bin ich mit dem Rad unterwegs, die Straßen sind leer, die Häuser liegen im Dunkeln. Ich hänge wie so oft einigen Überlegungen nach, als ich ein Geräusch höre. Es ist nichts, was ich schon mal gehört habe, aber es bedeutet sofort GEFAHR. Was ist das?

Ich halte an, lausche, nur ein oder zwei Sekunden, es wird so laut, es dröhnt in meinen Ohren… WAS ist DAS? Versuche zu erkennen von wo es kommt.. von hinten, von oben???

„LAUF!!!“ Ganz laut und deutlich. „Lauf, SOFORT!!!“

Ich renne los, springe im Laufen aufs Rad und strampele so schnell ich eben kann. „Schnell, nur weg.. schnell!“ wieder diese Stimme in meinem Kopf.

Keine Zeit um nachzudenken, einfach nur weg!

Mein Atem geht keuchend und stoßweise, der Schweiß läuft in meine Augen und ich kann das Tempo nicht mehr lange durchhalten. Inzwischen ist das Geräusch so laut und so übermächtig, das es mich fast lähmt. „Rette dich! Nach rechts!“ wieder die Stimme, die ich trotz des HöllenLärms hören kann.

Ich erreiche eine Querstraße und rase in die Kurve, das Geräusch ist so laut, ich kann nicht mehr denken…

Ein Knall, ein Bersten, kreischen von Metall auf Stein und ich werde hoch geschleudert. Ich finde mich mit schmerzenden Knochen an einem Baum wieder, die tief hängenden Zweige haben meinen Flug abgefangen.

Der Geruch nach Benzin, jetzt ein weiterer Knall und ich krieche hinter den Baum. Explosion erschüttern die Luft und ich rieche Feuer, ich kann es auch prasseln hören.

Ein Feuermeer, Hitze … unerträglich!

Ich höre den Baum knacken, noch schützt er mich, wie lange noch?

„Ich muß weiter, ich muß hier weg!“ mein Denken setzt wieder ein und ich versuche mich aufzurichten. Kann nicht stehen, mein Bein schmerzt höllisch. So krieche ich los, die FeuersHitze greift nach mir.

Da, ein anderer alter Baum, hinter ihm ein kleiner Moment Schutz, doch ich muß weiter, nur ein Gedanke: „…weg …rette dich!!!“

Ich krieche weiter und krieche, meine Hände und meine Knie sind aufgeschürft. Und ich krieche immer noch, auf den Wald zu, in Sicherheit? Da die ersten Bäume… ich verliere den Halt und rolle einen Abhang runter, unten bleibe ich in einer nassen Kuhle liegen.

Ja…?

Man fand mich Stunden später, das rechte Bein mehrfach gebrochen, Verbrennungen am Körper und viele andere Wunden. Niemand hatte gewußt, daß ich da Nachts unterwegs war und so blieb ich lange in meiner Kuhle liegen, doch die feuchte Erde kühlte meine Wunden und ich dämmerte so dahin.

Und immer wieder war da diese große, strahlende Frau, sie sprach beruhigend mit mir, sie machte mir Mut und wenn die Schmerzen zu schlimm wurden legte sie ihre kühlenden Hände darauf.

Ein langer Zeitraum fehlt in meinem Gedächtnis, doch ich weiß nur eins, die Frau war immer bei mir …

Ja…!

Ich hatte überlebt, ich hatte wie durch ein Wunder überlebt!

Soviel verstand ich … daß da ein Flugzeug abgestürzt war in der Nacht und das mehrere Menschen dabei getötet wurden. Viele Häuser wurden ganz zerstört und von dem Flugzeug fand man nur noch Einzelteile.

Als ich wieder auf dem Weg der Besserung war, fragte ich nach der Frau, doch niemand hatte sie gesehen. Ich war ihr so viel Dank schuldig… sie hatte mich gerettet, das wußte ich. Doch wer war sie und wo war sie?

Ja… JA!!!

Monate später in einer schönen Vollmond Nacht war ich wieder mit meinem Rad unterwegs. Ich konnte mich inzwischen ganz gut bewegen, auch wenn  ich schnell ermüdete und auch noch einige Schmerzen hatte. Doch ich wollte raus, endlich wieder nach draußen, endlich wieder Schwester Mond sehen… endlich all das vergessen!

Und da stand sie, die große strahlende Frau, als hätte sie auf mich gewartet. „Ich muß mich unbedingt bedanken…“ dachte ich, doch da hörte ich ihre Stimme: “ Ich beschütze dich doch immer, du hast mich ja selber darum gebeten!“

Nein, es kam mir nicht merkwürdig vor eine Stimme in meinem Kopf zu hören und auch nicht, das sie meine Gedanken  lesen konnte. Es was so vertraut, so selbstverständlich… so normal!

JA!!!

008

…Relikt

Die Sonne ging an diesem Morgen hinter den Nebeln auf. Nur ein ganz leichter Schein, ein wenig rosa, ein kleines bißchen rötlich, sie konnte es mehr ahnen, als das sie es sah.

Sie setzte sich in ihren Wagen, Musik kam aus dem Radio und fuhr in den Nebel. Die Straße wurde fast ganz verschluckt und die umgebende Landschaft schien ganz weg zu sein.  Hin und wieder ein leichter Schatten, das war einer der großen alten Bäumen  in der Allee.

Sehr vorsichtig fuhr sie und versuchte nicht die Orientierung zu verlieren. Mußte sie denn nicht längst an der Kreuzung sein?  Da wollte sie abbiegen um in die kleinen Feldwege zu kommen,  von dort hatte man freie Sicht und konnte in Ruhe fotografieren. Schon oft war sie dort gewesen.

Sie war wieder einmal auf der Jagd nach dem Sonnenaufgang, das liebte sie und versäumte ihn fast nie. Die Kamera lag griffbereit auf dem Sitz und sie hatte ihr Fenster heruntergekurbelt.

Plötzlich wurde die Straße uneben und sie rumpelte in Schlaglöcher. Das konnte doch nicht sein, sie war ja nirgendwo abgebogen. Sie versuchte zu erkennen, wo sie  war.

Weißer, milchiger Nebel, der immer dichter wurde, hatte sie eingeschlossen und als sie anhielt und ausstieg fühlte er sich feucht und kalt an. Verwirrt versuchte sie einen Anhaltspunkt zu finden, doch da war einfach nichts.

Zögernd ging sie einige Schritte, das war keine Straße, soviel konnte sie spüren, aber wo war sie nur? Schon konnte sie kaum noch die Scheinwerfer ihres  Wagens sehen, der Nebel umschloß sie immer dichter.

Ein unangenehmes Gefühl der Angst beschlich sie und sie stolperte zurück zum Auto in die vermeintliche Sicherheit. Ihr Herz schlug bis zum Hals und sie fühlte sich verloren und einsam, sie versuchte nicht die Fassung zu verlieren. Das Fenster kurbelte sie hoch, denn  nun kroch der Nebel sogar ins innere ihres Wagens und nahm ihr den Atem. Das Radio war verstummt, aber sie bemerkte es nicht.

Er würde sich auch wieder heben und dann könnte sie sehen wohin sie geraten war! Ja, dieser Gedanke beruhigte sie etwas.

Sie mußte wohl eingeschlafen sein, als sie erwachte saß sie immer noch hinter dem Steuer, der Nebel schien noch dicker geworden zu sein, kein Lichtschein, nur milchiges, undurchdringliches  Weiß um sie herum… und STILLE! Die Angst kroch in ihr hoch.

Die Türe konnte sie nur mit Mühe ein Stückchen aufdrücken, es schien, als wenn der Nebel sie eingesperrt hatte. Lange saß sie einfach nur da und sah in die wallenden Nebelschwaden.

Was sollte sie tun? Weiterfahren? Warten?

Der Motor ließ sich nicht starten, so blieb ihr nichts als warten. Die Uhr am Armaturenbrett zeigte keine Zeit an und auch ihre Armbanduhr war stehen geblieben. So wußte sie nicht wie lange sie schon hier war, sie hatte jegliches Gefühl für Zeit und Raum verloren, nur die Angst , die hatte zugenommen. Die STILLE erdrückte sie und schnitt alle Gedanken ab.

Viel später wurden die Nebelschwaden etwas lichter…  sie meinte auch schon wieder Bäume zu sehen. Doch dann erkannte sie, daß das hohe Felsen waren, scharfkantige, schroffe Felsen.

Nun brach die Panik los —  und sie schrie, doch selbst ihre Schreie klangen gedämpft und hohl und machten ihr noch mehr Angst. Die STILLE war undurchdringlich!

Die Erkenntnis, daß sie sich nicht mehr in ihrer gewohnten Umgebung befand, sondern in einer unwirklichen Gegend raubte ihr den Atem. Als sie die Türe endlich öffnen konnte stürzte sie ins bodenlose…

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…  als ihre Leiche nach vielen  Jahren vom Eis wieder freigegeben wurde,  gab es keine Menschen mehr auf diesem Planeten die sie hätten finden können.

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012

die Stille in ihr

Erst wenn sie wieder einmal Kontakt zur Außenwelt hatte, wußte sie wieder wie glücklich sie doch war.

Stundenlang saß sie im Schneidersitz, sah aus dem Fenster, schaute den Vögeln zu, hörte ihre Unterhaltungen, überlegte was sie sich wohl zu erzählen hätten. Sah die Zweige, die der Wind bewegte, mal mehr mal weniger, manchmal nicht –  und war einfach nur da.

Ruhe umgab sie und Ruhe war in ihr. Ihre Gedanken floßen um sie herum, tanzten Ringelreihen und manchmal waren auch sie ganz ruhig. Eine Stille war in ihr, die sie sicher durch ihre Tage brachte. Eine Stille die tröstlich war. Eine Stille die ihr neue Kraft und neuen Mut gab. Eine Stille die alte Wunden heilte, ganz langsam zwar, aber immerhin.

Doch manchmal stand sie auch draußen, wenn der Wind blies und machte Seifenblasen. Schillernde, kurzlebige Gebilde, die sie doch immer wieder entzückten, deren Tanz sie mit strahlenden Kinderaugen verfolgte.

In den Nächten stand sie übergoßen vom MondenLicht und atmete die Kraft und die Gelassenheit und unterhielt sich mit den Geschöpfen der Nacht oder sah zu den Sternen auf die ihre Bahnen zogen.

Sie beobachtete Schnecken, wenn sich ihre Wege kreuzten und fand das sehr spannend. Aufregend auch Begegnungen mit Tieren, über die sie sich immer so sehr freute, so daß eine Wärme lange in ihrem Herzen blieb.

Die Bäume waren ihre Freunde, sie konnte stundenlang ihren Gedanken lauschen, keine Hektik, sondern fröhliche Gelassenheit erlebte sie mit ihnen.

Geschichten erzählte sie sich und war neugierig wie sie enden würden.

Sie war die Frau, die sich nie langweilte, auch wenn sie sichtbar nichts tat, aber das erzählte sie niemandem, denn das würden die Menschen nicht verstehen. Heute mußte man beschäftigt sein, ganz furchtbar wichtig und immer und überall erreichbar, damit die Leute überhaupt spürten das sie lebten.

Ja, immer wenn sie mal Kontakt zur MenschenWelt hatte, war sie einfach nur sehr dankbar für die liebevolle Stille in ihr!

001 1

… im Lenz

Es wird nach dem langen Winter

echt höchste Zeit,

sich einfach mal wieder nach draußen zu setzen.

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SchäfchenWolken zusehen,

die Sonne in sein Herz leuchten lassen..

und einfach nur sein.

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Das Zwitschern der Vögel

schmilzt den Eiskern

der die Seele erstickt.

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Der laue Wind bläst

die grauen Gedankengespinste

aus dem Geist.

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Sprießendes Grün, buntfröhliche Blüten,

summende Bienen,

all das belebt die Fantasie.

.

Hoffnungsfrohe, übermütige,

erwartungsvolle Frühlingsstimmung,

das ist meine Lebenszeit.

.

003-pola

wo gibts denn sowas?

Wie hoch ist das persönliche Glück ?

Was… wie HOCH?

Na, ich meine, wieviel Glück steht jedem Einzelnen zu?

Ich versteh die Frage nicht? Wollen Sie das messen und wenn  ja wie und  womit?

Ja, man müßte Glück abmessen, damit es gerecht zugeht. Sagen wir mal jeder bekommt eine Grundausstattung Glück mit auf seinen Lebensweg.

Grundausstattung? Ich glaub Sie spinnen wohl.

Aber überlegen Sie doch mal, wenn jeder Mensch sagen wir mal 5 Ellen Glück bekäme, zur freien Verfügung…

Also, ich denke Sie sind verrückt. Wer oder was sollte einem das denn wohl geben? …und wo sollte man das aufbewahren?

Ja, da sprechen sie ein wichtiges Thema an, denn man sollte sein Glück nicht aufbewahren, sondern einfach leben, es auch mit anderen teilen.

Teilen?  Ja, Sie sind eindeutig verrückt. Wer würde mir was geben? Wie komme ich also dazu mein Glück zu teilen?

Sehen Sie wir kommen schon ein Stückchen weiter, wir beiden. Jetzt halten Sie es auch für möglich, das man Glück bekommen kann..

Nein, natürlich halte ich das für eine unmögliche Idee…

Passen sie auf, was würden Sie sagen, wenn ich Ihnen von meinem Glück ein wenig abgeben würde? Vielleicht einen halben Liter? Was würden Sie damit tun?

Hmm…. so spontan fällt mir nichts ein. Ach, Sie wollen mich ja doch nur auf den Arm nehmen und ich bin dann der Dumme!

Aber nein, Sie mißverstehen mich, ich gebe Ihnen gerne, sagen wir mal 45 cm, von meinem Glück.

Das wird ja immer verworrener, ich weiß jetzt, Sie sind wirklich verrückt. Menschen mit solchen Ansichten gehören eingesperrt.

Das ist sehr schade, das Sie das so sehen, ich hätte so gerne mit Ihnen geteilt… aber ich sehe es schon, sie haben Angst.

Ich? … Ich soll Angst haben? Das ist ja wirklich ein Unverschämtheit! Nun hab ich genug gehört, ich werde Sie jetzt verlassen. (Sprachs, drehte sich um und ließ sein gütiges Schicksal mit dem Füllhorn voller Glück links liegen)

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