Die flotte Feder – Vol. 2 im Februar

Noch nie erschien ihr ein WinterTag so trostlos,

…leer und kalt. Sie stand mitten im Wohnzimmer, konnte sich nicht bewegen, die Tränen liefen über ihr Gesicht und sie zitterte vor Kälte.

Nach einer lagen Zeit konnte sie sich wenigstens hinsetzen und die Decke um die Schultern legen, doch das Zittern hörte nicht auf. Sie weinte  immer noch, doch jetzt war es ein hartes Schluchzen, daß sie fast zu zerreißen drohte.

Lange saß sie zusammengesunken da, konnte einfach nicht denken, nur weinen und weinen… so furchtbar alleine hatte sie sich noch nie gefühlt.

Viel später fand sie sich in der Küche wieder, kochte Tee, ihr war so kalt, die Zähnen schlugen aufeinander. Mit einer Wärmflasche und dem heißen Tee lag sie dann im Bett, doch die Kälte war bis in ihr Innerstes gekrochen und sie zitterte immer noch stark.

Irgendwann fiel sie in einen Schlaf, der allerdings mehr einer Bewußtlosigkeit glich, als sie erwachte fühlte sie sich elend und krank.

Dann setzte die Erinnerung ein und sie brach erneut zusammen. „WARUM??“ schrie sie … immer und immer wieder… „WARUM??“

Die Erinnerungen an den gestrigen Abend waren so schlimm und taten so weh, daß sie nur noch sterben wollte.

Sie sah die Scheinwerfer, sah das glitzernde Eis auf der Straße … sah.. „OH NEIN!!! …“

:

Sie hatten eine Einladung bei  Bekannten, fuhren gut gelaunt los und freuten sich auf einen netten Abend. Es hatte wieder geschneit, die Straßen teilweise tückisch glatt und so fuhr er sehr langsam und vorsichtig, aber sie hatten ja Zeit. Aus dem Radio kamen die alten Songs von Dean Martin & Frank Sinatra.. Oldies… so wie sie.

Sie sahen  einen Wagen in Graben liegen, natürlich hielten sie, Warnblinkanlage an, und leuchteten mit den Scheinwerfern direkt auf den verunglückten Wagen. Da bewegten sich doch noch Menschen?

Sie sagte: “ Ich rufe die Polizei…“ Er sagte: „Ich gucke mal ob ich helfen kann.“ „Zieh die Warnweste…,“ doch er war schon aus dem Wagen und lief los.

Versuchte die Türen zu öffnen, doch er bekam sie nicht auf. Sie sah jetzt auch ein Kind, es klopfte an die Rückscheibe und schrie.  Inzwischen hatte sie der Polizei alle Angaben gemacht, in wenigen Minuten würde Hilfe kommen.

Sie machte die BeifahrerTür auf, die Warnweste in der Hand und rief: „Die Polizei ist gleich da und die Rettungskräfte auch. Komm, zieh bitte erst die Weste an.“ Doch er hörte sie wohl nicht und versuchte weiterhin den anderen Wagen zu öffnen. „Bleiben Sie ruhig!“ hörte sie ihn rufen, „Hilfe kommt!“

Sie stieg nun aus und wollte zu dem verunglückten Auto…

Ein ohrenbetäubendes Krachen, Splittern, .. sie bekam einen Schlag, flog bis in den Acker.

.

… dann beugte sich ein Mann über sie: “ Hallo, können Sie mich verstehen? Wie heißen Sie?“ Mühsam antwortet sie und fragte: „Wo ist mein Mann?“

Später lag sie in einem Krankenwagen, man kümmerte sich um sie. Ihr war zum Glück nicht viel passiert, nur Prellungen, eine kleinere Wunde am Arm und eine Gehirnerschütterung. „Wo ist mein Mann?“ aber niemand beantwortete ihre Frage.

.

Bis ein älterer Polizist zu ihr kam und sie fragte was denn geschehen sei. Sie schilderte alles so gut sie konnte, „..aber bitte, wo ist denn mein Mann? Ist alles in Ordnung mit ihm?“

„Seien sie bitte ganz stark, ich habe eine schlimme Nachricht…“ erschrocken starrte sie ihn an. „Ich muß Ihnen leider sagen, daß ihr Mann tot ist. Ein LKW ist mit hoher Geschwindigkeit auf ihr Auto geprallt, der Fahrer hat nicht mehr rechtzeitig bremsen können.  So wurde ihr Auto  auf den verunglückten Wagen geschleudert und ihr Mann stand genau dazwischen. Wir konnten ihn nur noch tot bergen. Es tut mir so leid.“

Sie war wie betäubt, konnte und wollte nicht glauben was man ihr gerade gesagt hatte.

.

„Sie hat einen Schock, wir nehmen sie mit in die Klinik.“ „Nein, ich will zu meinem Mann!“ wollte sie noch schreien… doch sie wurde bewußtos.

In der Klink kam sie wieder zu sich,  hatte starke Beruhigungsmittel bekommen, wollte aber nicht dort bleiben. Sie ging auf eigenen Wunsch, „…nach Hause!“  mehr konnte sie nicht denken.

.

Als sie dann vor dem dunklen Haus stand, überfiel sie eine schreckliche Hoffnungslosigkeit, sie hörte noch das Taxi wegfahren, schloß auf und stand dann sehr lange Zeit einfach nur da, konnte sich nicht bewegen, war  wie versteinert.

:

Als sie am nächsten Morgen den ersten Schock überwunden hatte versuchte sie klar zu denken.  Jeder Atemzug war eine Qual, jeder Schlag ihres Herzens tat weh.. immer der Gedanke, daß er nicht mehr da war. Sein Herz würde nie mehr im Gleichtakt mit ihrem schlagen, sie war alleine und meinte nur noch sterben zu wollen. Die Trauer verschlang sie wie ein schwarzer Abgrund.

Undenkbar, ohne den geliebten Mann … alles sinnlos!

.

Nach einem furchtbaren Tag und einer unendlich langen Nacht, regelte sie alles was man regeln muß, wenn ein geliebter Mensch gestorben ist. Die Polizei war gekommen, der ältere Beamte hatte noch einmal alle Fakten abgefragt und sie merkte, wie schwer es ihm fiel.

Als er schon gehen wollte fragte sie nach dem Kind, ob es ihm gut gehe? Da konnte der Mann kaum die Tränen zurückhalten, denn das Kind, seine Mutter und das Baby, sie alle waren bei diesem furchtbaren Unfall auch gestorben. Der LKW Fahrer lag schwer verletzt in der Klinik, sein Zustand sei kritisch.

.

Danach saß sie lange am Tisch, Tränen hatte sie keine mehr, aber eine eisige Kälte war in ihr. „Das ist die Einsamkeit, nun habe ich nichts mehr zu erwarten. Mein Leben ist vorbei. Was soll ich hier ohne ihn? “ Die Gedanken gingen ihr immer wieder durch den Kopf. Familie hatte sie keine mehr, Freunde auch nicht, zumindest keine guten, eher einige flüchtige Bekannte… sie war nun ganz allein. Wofür sollte sie noch leben?

.

Die kommende Nacht verbrachte sie mit dem Aufräumen des Hauses. Einige Papiere verbrannte sie im Kamin, andere legte sie sichtbar auf den Eßtisch.

Spülte die letzte Tasse und räumte sie in den Schrank. Ging noch einmal durch alle Räume… Erinnerungen …viele gute… einige wenige nicht.

Stand  dann auf der Terrasse, es war viel Schnee in den letzten Tagen gefallen. Nur ihre Fußspur war zu sehen und diese einsame Spur ließ sie aufschluchzen. Sie wußte, daß sie sich richtig entschieden hatte.

Die Sonne ging auf, es würde ein schöner Wintertag werden, der unberührte Schnee glitzerte wie tausende Diamanten, einfach wunderschön. Wie sehr hatten sie das geliebt… wie oft standen sie hier, Hand in Hand,  und erlebten gemeinsam den Sonnenaufgang. Sie wandte sich um, noch ein Blick zurück,  dann ging sie ins Haus und schloß die Tür.

.

Den Schuß hörte niemand, denn ihr Haus stand sehr einsam, Nachbarn gab es nicht, aber es würde ein Brief bei der Polizei eingehen… morgen.

***

drei perfekte Momente

„Wenn ein Mensch von sich sagen kann, das er DREI perfekte Momente in seinem Leben erlebt hat… dann ist er reich!“

*

Ich lese oft, daß Frauen ihren Hochzeitstag als den perfekten Tag erleben oder die Geburt ihres Kindes. Da ich keine Kinder habe, fällt das schon mal weg bei mir. Und mein Hochzeitstag? Tja…?  Der war weder perfekt noch sonstwas, das war einfach nur der Tag an dem wir JA gesagt haben – ganz alleine – und fertig!

.

Vor einiger Zeit wurde ich  nach meinem perfekten Moment gefragt. Mir fiel sofort ein Moment ein, doch ich dachte, der kanns doch nicht gewesen sein und auch ein zweiter Gedanke war so unspektakulär, das ich ihn nicht aussprach.

So blieb die Frage nach meinem perfekten Moment unbeantwortet, aber ich dachte doch immer wieder darüber nach.  Eines Nachts träumte ich sogar davon und bekam eine Antwort. Den Anfangssatz hatte ich beim Aufwachen im Kopf … und je länger ich darüber nachdachte, desto wahrer wurde er für mich.

.

Hatte ich meine perfekten Momente schon erlebt, es vielleicht nicht mitbekommen weil ich unaufmerksam oder abgelenkt war? Oder waren sie gar so unbedeutend, das ich sie gar nicht wahrgenommen habe? Auch fragte ich mich, was ist, wenn man seine persönlichen drei perfekten Momente erlebt hat, ist das Leben dann vorbei?

.

Auf der Suche nach meinen perfekten Momenten hab ich allerhandlei aus meinem Leben noch einmal gedanklich durchlebt, viel schönes und gutes, viel schlimmes und trauriges… aber war fühlte sich wirklich perfekt an?

.

Erlebt überhaupt jeder Mensch solche Momente? Oder muß man erst danach suchen? Muß man erst danach gefragt werden, um sie überhaupt zu vermissen?

.

Ich kann nun sagen, daß ich bei meinen allerersten Gedanken geblieben bin, ich habe nichts besseres finden können in meinen Erinnerungen. Zwei habe ich und ich hoffe ich werde den dritten auch noch erleben und vor allem erkennen als solchen.

.

Falls jemand gerne wissen möchte was meine perfekten Momente waren, will ich gerne antworten:

Den ersten perfekten Moment erlebte ich als Jugendliche, ich war von zu Hause abgehauen und lebte einige Tage in einem Wald. Die Nächte waren kalt und das Essen sehr knapp. So saß ich beim Sonnenaufgang auf einer kleinen Anhöhe, die Sonnenstrahlen fielen schräg durch die Bäume und wärmten mich, die Luft roch wunderbar nach Wald und Frische. Um mich herum  war es ganz ruhig, nur der Wind bewegte einige Blätter hoch oben in den Bäumen und von unten hörte ich den Fluß rauschen. DAS war einfach PERFEKT!  Ich war frei! Ich wünschte das dieser kurze Moment nie vergeht,  zu gerne wäre ich für immer dort sitzen geblieben!

.

Meinen zweiten perfekten Moment erlebte ich als junge Frau, ich saß alleine in einer leeren Küche. Das Haus hatten wir gemietet, wohnten aber noch nicht dort. Ich saß also in der Küche, sah hinaus in den kleinen Garten, es war ganz still. Staubpartikel tanzten in den Sonnenstrahlen und ich fühlte mich einfach glücklich, so behütet und angenommen.  Eine wunderbare Ruhe, ein wirklich gutes Gefühl zu sein –  sonst nichts. Noch heute kann ich den ganz leichten Staubgeruch riechen.

.

Ich hab noch einen dritten perfekten Moment, aber ich bin mir nicht ganz sicher ob er das schon war – oder ob ich vielleicht noch einen anderen erleben werde.

Womöglich kann man doch mehr als nur drei perfekte Momente erleben, wenn man ganz viel Glück hat… wer weiß?

*

011

SchlammFarbe

Der Himmel hat heute eine Tönung, die ich eigentlich gar nicht benennen kann, grau, dunkelgrau, mit Anteilen von Grün, und jetzt wo ich genauer hinsehe, kann ich auch Anflüge von Braun sehen.

Aus diesem undefinierbaren Himmel tropft es, schon lange und es sieht so aus, als wenn da noch reichlich Reserven sind.

Nun muß ich aufpassen, daß dieser tropfende Schlamm mir nicht in die Laune suppt, denn die Stimmung ist fragile, besonders weil die Nase und auch die Augen rinnen. Durch den Tränenflor schaue ich den Wassertropfen an der Scheibe zu, sie laufen schnell und schneller.

Naße Vögel besuchen die Futterhäuschen und sie tun mit leid, frieren die nicht? Ein Fieberschauer läuft über meinen Rücken und plötzlich tue ich mir selber leid.

Noch einen Blick in den schlammfarbenen Himmel und ich beschließe mich ins Bett zu legen, hier verpaß ich wohl nichts.  Die Decke zieh ich mir über den Kopf, kuschel mich ganz tief ins Plümo und Morpheus Arme.

Träume den immer wiederkehrenden Traum vom blauem Himmel, grünen  Wiesen, duftenden Blumen und lauem Lüften und mitten drin bin ich!

015

versunken…

Da startet ein neues  Jahr, man ist beschwingt und guter Dinge … stößt vielleicht auf gutes Gelingen in der Zukunft an… schmiedet Pläne… Vorsätze,  nur gute werden gefaßt…

–und dann macht man am 1. Januar die Augen auf … und es ist GRAU vorm Fenster.

Der Tag vergeht, der nächste auch… grau in Grau!

Alles was an guter Laune vorhanden bröckelt  mit jedem Regenschauer weiter  ab. Jeder Blick aus dem Fenster demotiviert mehr, Trübsal macht sich breit.

So steigert sich das Grau, wird dunkler und erstickt alles Fröhliche und Beschwingte… und es geht weiter und weiter bergab, laß fahren alle guten Vorsätze, vergiß die Hoffnungen und Pläne… versuche einfach nur das GRAU zu überleben.

Fühlt es sich so an, wenn man im Treibsand versinkt? Man wird tiefer und tiefer gezogen, … und schließlich ist man versunken, verschlungen?

Man strampelt, versucht sich zu befreien, doch das Grau ist überall, selbst im Kopf sind graue NebelRegenWolken!

Oder springt hoch und versucht einen Zipfel vom Glück zu erhaschen, doch das GRAU ist zäh und gibt nichts wieder her, was es einmal hat.

Gerne würde man Lachen und damit das Grau in seine Schranken weisen, doch das bleibt im Halse stecken.

Gibt es eine Rettung?

Öffne Dein Herz, laß Liebe herein!

Die Sonne wird wieder scheinen… die Gedanken werden frei und froh sein… und neue Hoffnung wird den Horizont erhellen.

018

der große Bär

Wenn sie in der Küchentüre steht und das Licht nach draußen fällt, erscheint ihr alles, was nicht in diesem Lichtkreis ist, fremd und bedrohlich. Guckt sie abends aus den Fenstern der warmen Stube, dann sieht sie vor  eine dunkle Wand. Nur ein kleiner Radius vor den Fenstern wird erhellt, dahinter nichts als Schwärze, angsteinflössend, die sie zu verschlingen droht.

Doch wenn sie Nachts mit dem Radel ihre Touren fährt, ist sie ein Teil der Nacht. Kennt jedes Geräusch, hat geschärfte Sinne und fühlt sich frei. Sie fühlt sich umarmt von der Dunkelheit und jedesmal wieder willkommen geheißen, denn sie sind verwandte Seelen.

Im Sternenlicht zieht sie ihre Runden und wartet auf Schwester Mond, in deren Mondenglanz sie sich erneuern und wiederfinden kann. Klarheit, Frieden und Kraft bekommt sie als Geschenk und hat  stets treue Begleitung zur Seite.

Die Winde, die sie umschmeicheln, sie foppen, an ihrer Kleidung zerren und gegen die sie jede Wettfahrt verliert. Sie fühlt sich so lebendig und so voller Kraft in diesen Momenten,

Der große Bär, der vom Himmel steigt, nur um neben ihr her zu traben. Ohne Worte versteht sie ihn  und er erklärt ihr den Zeitenlauf. Erzählt von den Sternen und den Jahrhunderten, läßt sie teilhaben an seiner großen Bärenseele, die so unendlich und voller Liebe ist.

Später, wenn Bruder Sonne am Himmel aufgeht, macht sie sich auf den Heimweg, der Bär ist wieder oben am Firmament, die Winde begleiten sie noch manchmal  und sie ist erfüllt von tiefer Dankbarkeit und voller Lebensfreude.

Gewappnet und gestärkt um  einen weiteren Tag zu leben.

einfach weg

Sie trat in den kleinen Lichtkreis zwischen den Bäumen. Die Luft war warm und sanft auf ihrer Haut. Es regte sich kein Lüftchen und kleine Insekten summten im Sonnenlicht.

Ruhig, mit ausgebreiteten Armen und geschlossenen Augen stand sie da. Atmete Sonnenwärme und konnte durch die geschlossenen Augenlider roter Feuerbälle sehen.

Nach einer Weile setzte sie sich und wunderte sich, das die Sonnenstrahlen nicht weiter gewandert waren.

Noch etwas später saß sie noch immer dort, Rehe beäugten sie neugierig, Vögel zwitscherten und Kaninchen hoppelten um sie herum.

Sie dachte an nichts mehr, wußte nur, das sie glücklich war. Ein süßes Glück, eines, wie sie es noch nie zuvor empfunden hatte.

Später dann legte sie sich in das weiche Moos auf dem Waldboden, schaute in das kleine Stückchen Himmel über sich, sah Schwester Mond aufgehen. Ein Weg aus Mondenstrahlen tat sich vor ihr auf und sie beschritt ihn.

Ging, und ging noch ein wenig höher, und sah sich dort unten auf der Erde liegen. Sah die Sterne neben sich und wurde ganz leicht und froh.

stets…

Die Zeit tropft an mir vorbei, meistens sind das zähe Tropfen, die sich nur langsam lösen um dann im Nirgendwo zu zerschellen.

Manchmal sind das schnelle Tropfen, die fallen und fallen, irgendwann kann ich sie nur noch als ein leises Rauschen wahrnehmen.

Im Traum kann ich sie anhalten die Tropfen oder ich schwimme im See der Zeiten, dort wo alle Zeit unendlich ist und stille steht. Nur für uns Menschen scheint sie dort angehalten zu haben, doch in Wirklichkeit ist die Zeit stets und immer in Bewegung.

So wie auch Steine nicht stumm und bewegungslos sind, nur ist ihre Realität so langsam, das wir sie nicht wahrnehmen können. Wie so vieles was an uns vorbeigeht, da unsere Sinne eben kaum etwas aufnehmen, weil wir einfach nur Menschen sind.

Seh ich meine Katze an, weiß ich das sie so viel mehr sieht, daß ihre feinen Sinne Dinge aufnehmen können, von denen ich kaum etwas ahne.

Doch wenn wir gemeinsam träumen, dann nehmen sie mich mit die Tiere und dann explodiert eine Wirklichkeit so unendlich bunt, vielschichtig und groß, daß ich betäubt erwache, denn ich kann es kaum aushalten.

Wir rasen schwerelos durchs All, nur um im nächsten Moment in einem Tropfen Morgentau zu schwimmen, wir reiten auf Mondenstrahlen und legen und uns auf unbekannten Sternen zur Ruhe. Laufen über taufeuchte Wiesen, riechen zauberhafte Düfte, sehen Farben wie von nie zuvor. Wir verweilen kurz im Jetzt, im Übermorgen und auch im Gestern, denn die Zeit ist eine dehnbare und ich treffe mich immer wieder in der Vergangenheit und sehe mich in der Zukunft.

Und irgendwann hab ich alle Zeit der Welt, ach was, alle Zeit des Universums, dann wenn  ich eins werde mit der Unendlichkeit.

 

beim Spaziergang

Vor einigen Tagen machte ich einen Waldspaziergang, die Sonne war schon fast untergegangen und ich fotografierte die großen Bäume, das Licht und die verzauberte Abendstimmung.

Durch den Sucher der Kamera machte ich eine wunderbare Entdeckung, ich sah eine WaldFee, die mit den letzten Sonnenstrahlen ausgelassen über einem Weiher tanzte. Ich meinte  sogar ein ganz feines, leises Lachen zu hören.

Das Erlebnis dauerte nur wenige Sekunden, denn als sie bemerkten, das ich ihren Tanz sehen konnte verschwanden sie vor meinen Augen. Doch an meinem Ohr vorbei fühlte ich einen leichten Luftzug und hörte: „Wir sehen uns wieder Erdenkind, bis bald!“

Es ging alles sehr schnell und ich habe doch noch ein Foto gemacht, eigentlich ohne es zu bemerken… und ja, man kann die grüne WaldFee und die goldenen Sonnenstrahlen ganz genau erkennen.

…und ich? Ich bin natürlich schon wieder dort im Wald gewesen, aber ich habe sie leider nicht getroffen die grüne WaldFee, vielleicht beim nächsten Mal?

 

 

meine Nächte…

Tja, nix aufregendes, oder gar schlüpfriges… wer das sucht ist hier fehl am Platze.

Was ich bieten kann sind nächtliche Fahrten, viele gedachte Gedanken, Geschichten, die ich mir erzähle und wundersame Mondnächte. Zu anderen Jahrezeiten erlebe ich ganz herrliche Sonnenaufgänge… und immer die Stille, die ich so sehr liebe.

Die Nächte, sind meine Zuflucht, da komme ich zur Ruhe, bin eins mit der Natur, bin mit mir alleine, aber niemals einsam.  Treffe höchstens die Katzen in den Straßen, sehe kaum mal einen Menschen, bin Teil der Nacht und lebe mit ihr.

Lebe wieder auf, liebe die hellen Nächte, wenn Schwester Mond mir den Weg und den Geist erleuchtet. Oder wenn dann Bruder Sonne langsam empor steigt und neue Lebenskraft in die Welt bringt.

Für mich sind das Wunder die ich erleben darf und von denen ich ein Teil bin…

 

 

 

 

goldene Momente

…und da ist sie wieder die goldene Abendsonne, sie scheint durch das schmutzige Fenster, zeichnet goldene Stippsler in den Raum.

Sie sitzt und guckt, überlegt, wieso sie es nie schafft diese raren goldenen Abendsonnestrahlen einzufangen. Jedesmal bedauert sie, nicht mit der Kamera draußen zu sein. Immer wieder verpaßt sie den richtigen Moment und ist etwas enttäuscht.

Die Welt ist wie verzaubert, überhaucht mit goldenem Glanz, alles sieht geheimnisvoll und neu aus.

Sie steht auf, tritt ans Fenster und schaut hinaus. Der goldenen Schein liegt auf jedem Blatt, jedem Grashalm, ja sogar auf den Vögeln, die im Geäst sitzen.

Sie ist sich sehr bewußt, welch ein Privileg es ist, das sehen zu können, in der Lage zu sein, diese kurzen Augenblicke so zu genießen und sich daran zu erfreuen. Sie schöpft neue Kraft und Zuversicht.

Der Gedanke, das auch neue Ideen, Einsichten und Eingebungen mit dem goldenen Licht auf die Welt kommen geht ihr durch den Kopf…

Ja, nun ist die Sonne fast untergegangen, noch einige ganz flache goldene Strahlen, noch wenige kostbare Sekunden…. und es ist vorbei.

Gleich fröstelt sie und geht zurück zur Couch, setzt sich, legt die Decke wieder über die Beine und hat ganz tief im Herzen einen goldenen Sonnenstrahl. Dieser wird sie leiten, sie beschützen und ihr in dunklen Stunden goldene Gedanken schicken.