Die flotte Feder – Vol. 2 im Februar

Noch nie erschien ihr ein WinterTag so trostlos,

…leer und kalt. Sie stand mitten im Wohnzimmer, konnte sich nicht bewegen, die Tränen liefen über ihr Gesicht und sie zitterte vor Kälte.

Nach einer lagen Zeit konnte sie sich wenigstens hinsetzen und die Decke um die Schultern legen, doch das Zittern hörte nicht auf. Sie weinte  immer noch, doch jetzt war es ein hartes Schluchzen, daß sie fast zu zerreißen drohte.

Lange saß sie zusammengesunken da, konnte einfach nicht denken, nur weinen und weinen… so furchtbar alleine hatte sie sich noch nie gefühlt.

Viel später fand sie sich in der Küche wieder, kochte Tee, ihr war so kalt, die Zähnen schlugen aufeinander. Mit einer Wärmflasche und dem heißen Tee lag sie dann im Bett, doch die Kälte war bis in ihr Innerstes gekrochen und sie zitterte immer noch stark.

Irgendwann fiel sie in einen Schlaf, der allerdings mehr einer Bewußtlosigkeit glich, als sie erwachte fühlte sie sich elend und krank.

Dann setzte die Erinnerung ein und sie brach erneut zusammen. „WARUM??“ schrie sie … immer und immer wieder… „WARUM??“

Die Erinnerungen an den gestrigen Abend waren so schlimm und taten so weh, daß sie nur noch sterben wollte.

Sie sah die Scheinwerfer, sah das glitzernde Eis auf der Straße … sah.. „OH NEIN!!! …“

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Sie hatten eine Einladung bei  Bekannten, fuhren gut gelaunt los und freuten sich auf einen netten Abend. Es hatte wieder geschneit, die Straßen teilweise tückisch glatt und so fuhr er sehr langsam und vorsichtig, aber sie hatten ja Zeit. Aus dem Radio kamen die alten Songs von Dean Martin & Frank Sinatra.. Oldies… so wie sie.

Sie sahen  einen Wagen in Graben liegen, natürlich hielten sie, Warnblinkanlage an, und leuchteten mit den Scheinwerfern direkt auf den verunglückten Wagen. Da bewegten sich doch noch Menschen?

Sie sagte: “ Ich rufe die Polizei…“ Er sagte: „Ich gucke mal ob ich helfen kann.“ „Zieh die Warnweste…,“ doch er war schon aus dem Wagen und lief los.

Versuchte die Türen zu öffnen, doch er bekam sie nicht auf. Sie sah jetzt auch ein Kind, es klopfte an die Rückscheibe und schrie.  Inzwischen hatte sie der Polizei alle Angaben gemacht, in wenigen Minuten würde Hilfe kommen.

Sie machte die BeifahrerTür auf, die Warnweste in der Hand und rief: „Die Polizei ist gleich da und die Rettungskräfte auch. Komm, zieh bitte erst die Weste an.“ Doch er hörte sie wohl nicht und versuchte weiterhin den anderen Wagen zu öffnen. „Bleiben Sie ruhig!“ hörte sie ihn rufen, „Hilfe kommt!“

Sie stieg nun aus und wollte zu dem verunglückten Auto…

Ein ohrenbetäubendes Krachen, Splittern, .. sie bekam einen Schlag, flog bis in den Acker.

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… dann beugte sich ein Mann über sie: “ Hallo, können Sie mich verstehen? Wie heißen Sie?“ Mühsam antwortet sie und fragte: „Wo ist mein Mann?“

Später lag sie in einem Krankenwagen, man kümmerte sich um sie. Ihr war zum Glück nicht viel passiert, nur Prellungen, eine kleinere Wunde am Arm und eine Gehirnerschütterung. „Wo ist mein Mann?“ aber niemand beantwortete ihre Frage.

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Bis ein älterer Polizist zu ihr kam und sie fragte was denn geschehen sei. Sie schilderte alles so gut sie konnte, „..aber bitte, wo ist denn mein Mann? Ist alles in Ordnung mit ihm?“

„Seien sie bitte ganz stark, ich habe eine schlimme Nachricht…“ erschrocken starrte sie ihn an. „Ich muß Ihnen leider sagen, daß ihr Mann tot ist. Ein LKW ist mit hoher Geschwindigkeit auf ihr Auto geprallt, der Fahrer hat nicht mehr rechtzeitig bremsen können.  So wurde ihr Auto  auf den verunglückten Wagen geschleudert und ihr Mann stand genau dazwischen. Wir konnten ihn nur noch tot bergen. Es tut mir so leid.“

Sie war wie betäubt, konnte und wollte nicht glauben was man ihr gerade gesagt hatte.

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„Sie hat einen Schock, wir nehmen sie mit in die Klinik.“ „Nein, ich will zu meinem Mann!“ wollte sie noch schreien… doch sie wurde bewußtos.

In der Klink kam sie wieder zu sich,  hatte starke Beruhigungsmittel bekommen, wollte aber nicht dort bleiben. Sie ging auf eigenen Wunsch, „…nach Hause!“  mehr konnte sie nicht denken.

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Als sie dann vor dem dunklen Haus stand, überfiel sie eine schreckliche Hoffnungslosigkeit, sie hörte noch das Taxi wegfahren, schloß auf und stand dann sehr lange Zeit einfach nur da, konnte sich nicht bewegen, war  wie versteinert.

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Als sie am nächsten Morgen den ersten Schock überwunden hatte versuchte sie klar zu denken.  Jeder Atemzug war eine Qual, jeder Schlag ihres Herzens tat weh.. immer der Gedanke, daß er nicht mehr da war. Sein Herz würde nie mehr im Gleichtakt mit ihrem schlagen, sie war alleine und meinte nur noch sterben zu wollen. Die Trauer verschlang sie wie ein schwarzer Abgrund.

Undenkbar, ohne den geliebten Mann … alles sinnlos!

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Nach einem furchtbaren Tag und einer unendlich langen Nacht, regelte sie alles was man regeln muß, wenn ein geliebter Mensch gestorben ist. Die Polizei war gekommen, der ältere Beamte hatte noch einmal alle Fakten abgefragt und sie merkte, wie schwer es ihm fiel.

Als er schon gehen wollte fragte sie nach dem Kind, ob es ihm gut gehe? Da konnte der Mann kaum die Tränen zurückhalten, denn das Kind, seine Mutter und das Baby, sie alle waren bei diesem furchtbaren Unfall auch gestorben. Der LKW Fahrer lag schwer verletzt in der Klinik, sein Zustand sei kritisch.

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Danach saß sie lange am Tisch, Tränen hatte sie keine mehr, aber eine eisige Kälte war in ihr. „Das ist die Einsamkeit, nun habe ich nichts mehr zu erwarten. Mein Leben ist vorbei. Was soll ich hier ohne ihn? “ Die Gedanken gingen ihr immer wieder durch den Kopf. Familie hatte sie keine mehr, Freunde auch nicht, zumindest keine guten, eher einige flüchtige Bekannte… sie war nun ganz allein. Wofür sollte sie noch leben?

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Die kommende Nacht verbrachte sie mit dem Aufräumen des Hauses. Einige Papiere verbrannte sie im Kamin, andere legte sie sichtbar auf den Eßtisch.

Spülte die letzte Tasse und räumte sie in den Schrank. Ging noch einmal durch alle Räume… Erinnerungen …viele gute… einige wenige nicht.

Stand  dann auf der Terrasse, es war viel Schnee in den letzten Tagen gefallen. Nur ihre Fußspur war zu sehen und diese einsame Spur ließ sie aufschluchzen. Sie wußte, daß sie sich richtig entschieden hatte.

Die Sonne ging auf, es würde ein schöner Wintertag werden, der unberührte Schnee glitzerte wie tausende Diamanten, einfach wunderschön. Wie sehr hatten sie das geliebt… wie oft standen sie hier, Hand in Hand,  und erlebten gemeinsam den Sonnenaufgang. Sie wandte sich um, noch ein Blick zurück,  dann ging sie ins Haus und schloß die Tür.

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Den Schuß hörte niemand, denn ihr Haus stand sehr einsam, Nachbarn gab es nicht, aber es würde ein Brief bei der Polizei eingehen… morgen.

***

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drei perfekte Momente

„Wenn ein Mensch von sich sagen kann, das er DREI perfekte Momente in seinem Leben erlebt hat… dann ist er reich!“

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Ich lese oft, daß Frauen ihren Hochzeitstag als den perfekten Tag erleben oder die Geburt ihres Kindes. Da ich keine Kinder habe, fällt das schon mal weg bei mir. Und mein Hochzeitstag? Tja…?  Der war weder perfekt noch sonstwas, das war einfach nur der Tag an dem wir JA gesagt haben – ganz alleine – und fertig!

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Vor einiger Zeit wurde ich  nach meinem perfekten Moment gefragt. Mir fiel sofort ein Moment ein, doch ich dachte, der kanns doch nicht gewesen sein und auch ein zweiter Gedanke war so unspektakulär, das ich ihn nicht aussprach.

So blieb die Frage nach meinem perfekten Moment unbeantwortet, aber ich dachte doch immer wieder darüber nach.  Eines Nachts träumte ich sogar davon und bekam eine Antwort. Den Anfangssatz hatte ich beim Aufwachen im Kopf … und je länger ich darüber nachdachte, desto wahrer wurde er für mich.

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Hatte ich meine perfekten Momente schon erlebt, es vielleicht nicht mitbekommen weil ich unaufmerksam oder abgelenkt war? Oder waren sie gar so unbedeutend, das ich sie gar nicht wahrgenommen habe? Auch fragte ich mich, was ist, wenn man seine persönlichen drei perfekten Momente erlebt hat, ist das Leben dann vorbei?

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Auf der Suche nach meinen perfekten Momenten hab ich allerhandlei aus meinem Leben noch einmal gedanklich durchlebt, viel schönes und gutes, viel schlimmes und trauriges… aber war fühlte sich wirklich perfekt an?

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Erlebt überhaupt jeder Mensch solche Momente? Oder muß man erst danach suchen? Muß man erst danach gefragt werden, um sie überhaupt zu vermissen?

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Ich kann nun sagen, daß ich bei meinen allerersten Gedanken geblieben bin, ich habe nichts besseres finden können in meinen Erinnerungen. Zwei habe ich und ich hoffe ich werde den dritten auch noch erleben und vor allem erkennen als solchen.

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Falls jemand gerne wissen möchte was meine perfekten Momente waren, will ich gerne antworten:

Den ersten perfekten Moment erlebte ich als Jugendliche, ich war von zu Hause abgehauen und lebte einige Tage in einem Wald. Die Nächte waren kalt und das Essen sehr knapp. So saß ich beim Sonnenaufgang auf einer kleinen Anhöhe, die Sonnenstrahlen fielen schräg durch die Bäume und wärmten mich, die Luft roch wunderbar nach Wald und Frische. Um mich herum  war es ganz ruhig, nur der Wind bewegte einige Blätter hoch oben in den Bäumen und von unten hörte ich den Fluß rauschen. DAS war einfach PERFEKT!  Ich war frei! Ich wünschte das dieser kurze Moment nie vergeht,  zu gerne wäre ich für immer dort sitzen geblieben!

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Meinen zweiten perfekten Moment erlebte ich als junge Frau, ich saß alleine in einer leeren Küche. Das Haus hatten wir gemietet, wohnten aber noch nicht dort. Ich saß also in der Küche, sah hinaus in den kleinen Garten, es war ganz still. Staubpartikel tanzten in den Sonnenstrahlen und ich fühlte mich einfach glücklich, so behütet und angenommen.  Eine wunderbare Ruhe, ein wirklich gutes Gefühl zu sein –  sonst nichts. Noch heute kann ich den ganz leichten Staubgeruch riechen.

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Ich hab noch einen dritten perfekten Moment, aber ich bin mir nicht ganz sicher ob er das schon war – oder ob ich vielleicht noch einen anderen erleben werde.

Womöglich kann man doch mehr als nur drei perfekte Momente erleben, wenn man ganz viel Glück hat… wer weiß?

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011

die Kunst der ersten Schritte

Stolpern, hinfallen, erneut versuchen… wieder aufrichten und weiter gehts!

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Eigentlich müßte man nichts mehr schreiben, denn so geht es nun das ganze Leben weiter. Die Kunst ist eben immer wieder aufzustehen, immer wieder einen ersten neuen Schritt zu tun. Hoffen wir mal, er geht in die richtige Richtung. Hoffen wir mal, wir bewegen uns überhaupt.

Der schwerste Schritt ist immer der ERSTE! Man überlegt und zaudert und zögert und oft traut man sich nicht. Einfach einen anderen Menschen ansprechen? Einfach das  zu sagen was man wirklich denkt? Einfach tun und lassen was man möchte? Einfach Entscheidungen treffen und damit den Rest seines Lebens glücklich sein? Einfach nur auf sich selber vertrauen? Einfach…?

Es gibt so viele erste Schritte im Leben … die man nie macht … und in stillen Momenten denkt man wehmütig: „Warum bloß nicht?“  Doch erste Schritte lassen sich nicht nachholen, nur einen kleinen Augenblick kann man sie tun… wenn man den versäumt ist diese Chance vorbei.

Manch einer hat es schwer zu entschieden welcher erste Schritt nun der richtige ist … so viele Möglichkeiten liegen vor ihm.

Andere sehen ihre Bestimmung nicht, verharren und versäumen so ihr Leben.

Allen ersten Schritten gemeinsam ist, man muß sie tun!

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Und mein erster Schritt war diese Gedanken aufzuschreiben und nun denke ich über einen anderen ersten Schritt nach… und wer weiß vielleicht wird das der aller-beste-aller-tollste-erste-Schritt überhaupt in meinem Leben?

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Alles ist möglich… geh!

0372

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Zweisamkeit eben

Wütend ist sie… so wütend, daß sie kaum sprechen kann, also schreit sie und spektakelt… und er steht stumm daneben.

Nicht auszuhalten das – immer und immer wieder das gleiche! Hört das denn nie auf? Warum sagt er nichts? Er macht sie rasend mit seiner Ruhe!

Und er steht da und überlegt was sie wohl haben könnte, warum sie sich so aufregt? Er weiß es nicht, versteht es nicht.  Wie so oft bleibt ihm verborgen was sie umtreibt und wie so oft ist er ratlos.

Irgendwann  verstummt sie und irgendwann gehen sie zum alltäglichen Ton über, für dieses Mal ist es ausgestanden, für dieses Mal sind sie gerettet.

 

 

 

VIER

Noch gestern traf ich die SeptemberFrauen,

sie flogen lachend auf den SonnenStrahlen an mir vorbei,

spannen ihre AltweiberFäden

und erzählten vom vergangenen Sommer.

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OktoberFrauen mit sanftem Licht und goldenem Schein,

die letzten Dahlien im Haar,

brachten die süße Weinlese noch sonnenwarm in die Keller,

wohl gerüstet für kommende Feste.

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Heute nun ziehen die NovemberFrauen ums Haus,

vorbei die unbeschwerten Zeiten.

Gehüllt in graue, triefende Gewänder halten sie Ausschau.

Sie sind die Schnitterinnen, die die MenschenErnte einholen.

Drum gib Obacht, daß Du ihnen nicht begegnest

in diesen nebelverhangenen Tagen.

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Morgen oder Übermorgen  erwarte ich die DezemberFrauen,

die klirrend auf leisen Schneefüßen daher kommen.

MondenGlanz und Stille bringen sie uns, vielleicht Vergeßen

und geben der Erde ihre WinterFriedensRuh.

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0181

jeder bekommt das was er denkt

Irgendwann fühlt sie sich leer.

Nein, das ist kein schlechtes Gefühl, da ist kein Mangel an irgendwas.. da ist einfach nur Leere.

Zuerst ist sie ein wenig erschrocken… so einfach leer zu sein.

Kein Bedauern, kein Hass, kein Glück, kein noch so winziger Funken Lebensglut… einfach nur Leere.

„Ich bin wie ein leeres Gefäß,“  dachte sie.“… warte nur darauf das ich gefüllt werde.“

Doch sie bleibt leer und dieser Zustand dauert so lange an das sie ganz vergaß, daß sie auch mal etwas anderes gewesen war.

Ein Mensch voller Lachen und Freude… mit übermütigem Witz und Schabernack… mit ernsten und traurigen Gedanken… voller Liebe und Trauer… ein fühlendes Wesen.

Sie, die nie geglaubt hatte, daß es mehr als nur dieses eine Leben geben könnte… die anders denkende  mit spöttischen Blicken und Worten bedacht hatte…

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So blieb ihr nur die Leere, die sie langsam ganz auslöscht.

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030

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Heimat-Gedanken

Heimat ist da wo das Gras grüner, die Wälder geheimnisvoller, das Licht goldener … und das Leben lebenswerter ist.

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Und plötzlich ist es „meine“ Heimat, ein  Gefühl des verwurzelt seins ist entstanden.

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Einige Wege in  den Wäldern… Bäume und Kraftorte…  die Aussicht vom Berg…  ja, auch die alten Gebäude die ich manchmal besuche… der weite Blick über die Felder… die ziehenden Vögel…

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Heimat ist aber auch das Licht der Sonnenaufgänge… die Nebel die schwer auf der Landschaft liegen… der Wind der an den Fensterläden rüttelt…  die fallenden Blätter im Herbst…

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Im Mondlicht stehen und die Seele fliegen lassen… warten auf Sternschnuppen … den ersten Frost…

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Ein gutes Gefühl angekommen zu sein… zufrieden sich auf morgen freuen… und übermorgen…

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Heimat hat nichts mit anderen Menschen zu tun… Heimat ist innen drin, wenn ich in mir verwurzelt bin… hat was mit annehmen und akzeptieren zu tun.. hat mit mir zu tun…

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Ist ein Stück Freiheit… ist das Ende der Suche… ist die letzte Haltestelle im meinem Leben… irgendwann der letzte Sonnenuntergang…  der kommende Neumond… der Ruf des Käuzchens der mich leiten wird…

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022

 

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die Grauen… und wenn die Zukunft voller Wunder ist

Dieser lange Winter hat an ihren Reserven gezehrt. Die Speicher für gute Laune, Gesundheit und Kreativität sind leer.

Jeden Tag kamen die Grauen und wenn sie gingen  fehlte wieder ein Stückchen von ihr. Sie bemerkte es nicht sofort, aber die Energie Vampire waren überall um sie herum. Je länger der Winter dauerte, desto unverfrorener wurde sie angezapft.

Nachts in ihren Träumen erschien die blaue Frau, die eigentlich eine Göttin ist, sich aber lieber blaue Frau nennt, sie nahm sie bei der Hand und flog mit ihr zum Fenster hinaus. Höher und immer höher bis zu den Gipfeln des Weltenbaumes.

Da in den Wolken machten sie Rast und saßen Nacht für Nacht dort, schauten den Sternen zu und wenn sie erwachte fühlte sie sich erfrischt. Doch immer wieder aufs Neue kamen die Grauen, die Energie Vampire und sie fühlte sich schlechter und schwächer, bis sie meinte, nie mehr aufstehen zu können.

In dieser Nacht kam die blaue Frau und sagte ihr: “ Ich nehme dich nun mit, du bist alt und krank, bist du bereit mir zu folgen?“ Sie konnte nur noch nicken und schon fühlte sie sich empor getragen. Dieses Mal aber ging es noch höher bis zum Schloß über  den Wolken in dem die blaue Frau lebt.

Sie schlief und jedesmal wenn sie erwachte saß die blaue Frau bei ihr und schon schlief sie wieder ein. Doch irgendwann hatte sie ihre Energie und Kraft zurück und konnte aufstehen. Sie erkundete das riesengroße Schloß , alles war zauberhaft und überall gab es neue Wunder zu bestaunen.

Doch schon bald wurde sie immer stiller und mußte zugeben daß  ihr etwas fehlte. Die blaue Frau bemerkte es natürlich und fragte was denn los sei. Ob sie denn nicht glücklich hier oben im Wolkenschloß sei, ob sie denn nicht alles bekäme was sie sich wünsche?

Sie konnte nur nicken und fühlte sich undankbar, aber sie mußte zugeben, das sie nicht glücklich sein konnte.

Da oben im Schloß der blauen Frau gab es kein anderes Leben. Sei fragte: „Warum wachsen hier keine Blumen und wo sind die Bäume ? … und warum leben keine Tiere hier oben bei dir?“

„Weil ich mich um alles Leben sorgen muß, ich bin für die Lebenden da unten zuständig, hab einfach keine Zeit.“

„Warum hast Du mich denn mitgenommen?“

„Weil Du nicht mehr lebst, ich wollte dir nur eine Pause gönnen, bevor ich dich weiterbringe.“

„Wohin? Weiterbringen..?“ sie war zu neugierig  und löcherte die blaue Frau mit Fragen.

„Ich sehe schon, nun gibt es kein Halten mehr, “ sagte die blaue Frau lächelnd. „Du wirst mir keinen Frieden lassen bevor Du nicht alles weißt. Also gut… da du so erschöpft warst konntest du dir nicht mehr deinen Himmel aussuchen und deshalb habe ich dich mitgenommen.“

Sie schaute verwirrt, „…aussuchen?“

„Ganz recht, jeder Mensch kann sich seinen Himmel aussuchen, für den einen ist er so für den anderen ganz anderes, eben so wie der Mensch es sich wünscht. Überlege gut, es gibt nur eine Wahl.“

Sie senkte den Kopf, so viele Fragen… so vieles das sie wissen wollte. „Ob ich vielleicht meine Familie und einige meiner Freunde sehen könnte, die mir schon vorausgegangen sind? Wäre das möglich?“

Die blaue Frau nickte lächelnd, „Natürlich kannst du Besuche machen, aber erst einmal sollst du für dich ganz alleine entscheiden wie du hier sein möchtest.“

„Das ist doch ganz klar, ich möchte all meinen Tieren um mich haben, ich hoffe es geht ihnen allen jetzt gut. Ob sie mich wohl erkennen?“

„Wir können losfliegen, sobald du weißt was du willst.“ sprach sie blaue Frau. „Aha, du hast ja schon ganz genaue Vorstellungen, das erleichtert die Sache, also … los gehts!“

Sie nahm sie an der Hand und schon flogen sie über die verschiedensten Landschaften, sahen große Städte, die aber nichts glichen was sie von der Erde kannte.. sah so viel ungewohntes und unbekanntes, so daß sie oft nur staunen konnte. Weiter und immer weiter flogen sie… die verschiedenen Himmel wurden seltener.. es wurde immer einsamer…

Bis sie endlich in einem Tal landeten. Ein kleiner Fluß kam oben aus den Bergen. plätscherte munter über große Steine und floß in einen glasklaren See. Große, alte Bäume, bunte, üppige Blumenwiesen, die samtige Luft war erfühlt von wunderbaren Düften und… ja, und jetzt setzte ein vielstimmiger Vogelchor ein.

Staunend stand sie da, konnte nur immer wieder schauen, entdeckte schließlich ein kleines, altes, von Efeu überwuchertes, Haus, das beschützt unter einem riesigem Baum stand.

„So hab ich es mir immer vorgestellt,“ sie konnte nicht weitersprechen, denn nun kamen die Tiere . All ihre Lieben die sie im Laufe der vielen Jahren verloren hatte…Hunderte! .. Alle waren sie da, jung,  gesund, voller Lebensfreude und auch von ihr waren die Jahre abgefallen. Vergessen all das Schwere, vergessen die Grauen  und all die unerfreulichen Begebenheiten eines langen Lebens

„Ich laß dich nun alleine. Adieu!“ sagte die blaue Frau.

„Ich hab aber noch so viele Fragen…“ doch die blaue Frau unterbrach sie : “ Stell sie doch den Menschen die schon länger hier sind. Sie haben auf dich gewartet und werden sicher bald vorbeischauen. Bis dahin lerne deinen Himmel erst einmal kennen.“

Sie bedankte sich sehr und machte sich auf ihre eigene neue Welt zu erkunden. Glücklich und voller Lebensfreunde lief sie und rannte laut lachend, begleitet von den Tieren, bis sie ans Ende des Tals kam. Dort war eine hohe, alte Mauer.

Ein kleines Tor das sie vorsichtig aufmachte und dahinter warteten noch viel mehr Tiere, elend, geschunden, und voller Pein. Tränen schoßen ihr in die Augen und sie machte das Tor weit auf: „Kommt! Kommt ALLE!“ rief sie.

Und die Tiere kamen, kaum aber schritten sie über die Schwelle, fielen alle Qualen von ihnen ab und auch sie waren wieder jung und voller Lebenskraft. Es war eine Freude zu sehen wie sie übermütig durch das saftige Gras sprangen. Es kamen nicht nur Hunde und Katzen, nein Ziegen, Esel, Kühe, Pferde, Schweine, auch Hühner und anderes Getier.

„Ja, ich bin wirklich in meinem Himmel!“ dachte sie dankbar.

Alles wofür sie ein Leben lang gekämpft hatte, oft leider vergebens, schien sich hier zu Erfüllen. Eine unendliche Dankbarkeit war in ihr, ein warmes Gefühl der Geborgenheit, ein Glücksgefühl und eine Zuversicht, die sie nie vorher empfunden  hatte.

Später als sie in ihrem kleinen Häuschen bei einer dampfenden Tasse Tee saß, viele ihrer geliebten Tiere um sich herum, konnte sie immer nur wieder nicken und denken:031 „Ich bin wirklich angekommen!“

ein FrauenLeben

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Sie saß mitten auf dem Tisch und wühlte mit den Händen im Kochtopf. „Sind das schon genug Kartoffeln?“ fragte Tante Maria… und schälte fleißig weiter.

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Die kleine Küche war voller heißer Schwaden, sie saß am Tisch und die Mutter war mit der Wäsche beschäftigt. Mühevolle Arbeit, im Kochtopf auf dem Herd… dann ins Badezimmer und in der Wanne wurde ausgespült und ausgewrungen.

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Gemütlich saß sie neben Opa auf dem Küchendiwan, die große gehäkelten Nackenrolle unter ihren Popo.  Opa las wieder einmal von Max und Moritz und dem Huckebein vor, geliebtes… bekanntes… immer wiederholtes!

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Die Mutter nähte, die Maschine stand auf dem Küchentisch, die Sonne schien und sie saß still daneben.

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Auf dem Küchenstuhl mitten in der Küche, die Mutter schnitt ihr die Haare, ganz kurz wie immer und im Nacken kitzelte das.

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Die Familie beim Abendbrot, sie und ihre Schwestern, die Mutter noch am Herd, der Vater schmierte Brote… und plötzlich endete das in Schlägen, Geschrei und Verwüstung.

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Immer mußte sofort nach den Mahlzeiten abgewaschen werden…  entweder spülen oder abtrocknen, aber helfen mußte sie fast immer… nicht sehr gerne.

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Bei der Oma saß sie oft in der Küche, sie tranken Kaffee und es wurde geraucht. Sie durfte das eigentlich nicht… Sie sprachen über so vieles, nie ging ihnen der Gesprächsstoff aus.

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Sie saß in der Küche und schminkte sich bei Frühstück, nur rasch, der Bus wartet nicht. Die übrige Familie aß im Wohnzimmer, man unterhielt sich hin und wieder durch die Durchreiche.

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Ihre eigene kleine Küche, himmelblau… wie ihr Leben in jenen Tagen als sie noch nicht mal zwanzig war.

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Die zweite eigene Küche, die war nicht schön, die war schon in der Wohnung drin gewesen und dort lag auch der Hund tagsüber. Sie spielte die eifrige Hausfrau und backte Weihnachtsplätzchen, einmal in ihren Leben!

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Noch eine Küche, die nur notdürftig möbliert war, aber es reichte aus für das eine Jahr… und sie kochte und spülte… und die Katzen leisteten ihr Gesellschaft. Und noch immer war sie ganz jung und glaubte an ihr Glück.

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Eine eingebaute Küche, nicht so schön, aber in blau und sie war nach hinten gelegen zum Garten. Als sie das allererste Mal in dem noch leeren Haus  dort saß, tanzten die Staubteilchen in den Sonnenstrahlen und es fühlte sich gemütlich und heimelig  an.

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Eine Küche, die einer Fehlentscheidung entsprang und in der sie sich nie wohlgefühlt hatte… eine schlimme Erfahrung, viel Not und Leid.. und wenig Essen.

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Ein Loch, wo ihr Herd stand… so leben Menschen nicht! Dort kochte sie, manchmal.. freudlos… geldlos…  ohne Hoffnung!

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Eine alte Melkküche, riesig, häßlich, dunkel und kalt… eine abgeteilte Ecke, das war ihr Reich. Katzen, Hunde und noch mehr Katzen und Verzweiflung! Schmalhans war der Küchenmeister.

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Eine neue Küche, auch nicht so schön,  in einem alten Hof, dort kochte sie wieder gerne, schaute aus dem Fenster in die Felder und fand kleine Stückchen von sich wieder.

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Das eigene Haus, die eigene Küche, riesengroß und nicht sehr praktisch, aber egal, endlich… ENDLICH  in Sicherheit.

Viel und gerne kochte sie dort, fühlte sich wohl! Auch genäht wurde manchmal am kleinen Tisch und der große Tisch war voller Bastelzeugs. Frieden und Zufriedenheit… und durch die offene Tür kamen die Hunde aus dem Garten rein.

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So vergingen die Jahre und sie kochte immer noch… nur ging alles nicht mehr so schnell.. es dauerte länger und alles fiel ihr schwerer.

Die große Küche unbenutzt, sie kann nun nicht mehr. Der Mann kocht Tee… sie muß Abschied nehmen.

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Der rote GlücksHut

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In einer stürmischen Regennacht vor über 25 Jahren blies der Wind ihr einen roten Hut vor die Füße.

„Du kommst mir gerade recht!“  Sie hob ihn auf, „Hey, danke Bruder Wind!“ rief sie in den Sturm. Er paßte wie angegossen und so kam sie fast trocken durch den Regen.

Von da an begleitete der rote Hut sie, von einer Tasche in die andere  wurde er gepackt und bei Regen hervorgeholt.

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Da sie jede Nacht unterwegs war, leistete der rote Hut ihr gute Dienste und manchmal rief sie übermütig: “ Ich danke dir Bruder Wind, ich danke dir sehr für meinen roten Hut!“

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Es war an einem Dienstag im Mai, der rote Hut begleitet sie schon mehr als zwei Jahre, es regnet leicht und sie trug ihn natürlich. Als eine plötzliche starke WindBöe ihr den Hut vom Kopf riß, er flog hoch und der Wind spielte mit ihm.

Weiter und immer höher flog der rote Hut und sie rief: „Bitte gib mit meinen roten Hut wieder Bruder Wind!“

Da landete er auf der anderen Straßenseite noch hinter dem Graben in einem Gebüsch. Sie lief gleich hinüber, leider kam sie so nicht an ihn heran. Dafür mußte sie erst mal den Graben überwinden, das war nicht so leicht, doch dann stand sie drüben und die Dornen der Brombeeren zerkratzten ihre Hände.

Unbedingt wollte sie ihren roten Hut wieder haben und so biß sie  die Zähne zusammen und griff sich den Hut. Nun hing sie aber ganz in den dornigen Ranken fest.

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Ein ohrenbetäubendes Krachen ließ sie herumfahren und etwas traf sie an der Schulter. Gerade sah sie noch wie ein Wagen sich in die Hauswand bohrte. Genau da hatte sie vor wenigen Augenblicken noch gestanden!

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Im Haus gingen die Lichter an, aufregte Stimmen waren zu hören und ein Mann kam um die Ecke gelaufen.

Sie riß sich los und sprang zurück auf die Straße, den roten Hut fest in der Hand.

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Später als die Polizei und der Rettungswagen da waren: „Ihr Fahrrad ist total zerquetscht, der Wagen hat es ganz überrollt, da haben Sie aber sehr viel Glück gehabt,“ sagte der Polizist zu ihr. „Hätten Sie da gestanden, Sie wären tot!“

Sie mußte sich erst einmal setzen, nun kam der Schock. Sie sah, wie die Feuerwehrmänner den Fahrer aus dem Autowrack mit schwerem Gerät befreien mußten, wie der Notarzt sich um den Mann bemühte… und viel später wie er abtransportiert wurde, er hatte den Unfall nicht überlebt.

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Dieses Erlebnis steckte ihr lange in den Knochen, darüber mußte sie immer wieder nachdenken. Hätte der Wind ihr nicht den Hut vom Kopf gerissen… komisch, nur eine einzige starke Böe in der ansonsten windstillen Nacht hatte ihr das Leben gerettet.

„Bruder Wind ich danke dir!“ diesen Gedanken wiederholte sie immer wieder im Geiste.

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Der rote Hut begleitete sie noch viele Jahre und es gab noch einige Situationen, wo er sie rettete oder vor Unheil bewahrte. Sie hatte irgendwann begonnen mit „ihrem roten GlücksHütchen“ zu reden.

Durch glückliche und traurige Tage ging sie mit ihrem roten Hut, ja,  sie setzte ihn jetzt immer auf auch wenn es nicht regnete.

Er war zur einzigen Konstanten in ihrem Leben geworden.

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Alles hatte sich verändert, sie war alt geworden, nicht mehr gesund und nun auch noch ganz alleine. Der Tod hatte ihr nach und nach all ihre Lieben genommen.

„Ach, rotes Hütchen, nur du bist mir geblieben“, sagte sie oft. „Ich wünschte Du könntest mit mir in die Ewigkeit fliegen, dort wo schon alle auf mich warten. Bruder Wind, ich bitte dich, nimm uns mit!“

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Sie war so traurig und so alleine das sie nur noch diesen einen Wunsch hatte.

Immer und immer wieder bat sie den Bruder Wind um diese letzte Reise.

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In einer sehr stürmischen Nacht stand sie wieder draußen, der Wind zerrte und rüttelte an ihr und sie hielt mit aller Kraft ihren roten Hut fest.

Da erfüllte der Wind ihre Bitten. Er hob sie hoch empor, wirbelte sie herum und ihr ausgelassenes Lachen verschmolz mit  dem Singen der Winde, denn es waren gleich alle vier Brüder in dieser Nacht zu ihr gekommen.

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Nach dem Sturm fand man eine alte Frau  hoch oben in einem Baum.

Sie war tot, aber sie lächelte und hatte einen roten Hut auf dem Kopf. Als man sie später herabließ …. flog der rote Hut mit einem Windstoß davon.