eine unglaubliche, aber wahre Geschichte

In eigener Sache eine Vorbemerkung (27-Juni-14)

DIES ist eine erfundene Geschichte, eine Art Märchen, man muß sie nicht lesen… und ich möchte bitten keine weitern blöden Kommentare dazu abzugeben.

Nachdem diese Gesichte nun immer wieder irgendwo veröffentlicht wird, ohne mein zutun, und ich immer wieder wirklich blöde Kommentare dazu erhalte, habe ich die Funktion nun geschlossen.

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Es gibt Geschichten, die möchte ich gerne erzählen, aber dann sind sie so unwahrscheinlich, daß ich denke, ich laß es lieber.

Doch die Geschichte von Herrn Engel aus dem ersten Stock muß ich nun doch erzählen.

Ich fange ganz von vorne an:

Nachts, wenn ich durch die Straße fahre sehe ich auch hin und wieder ein erleuchtete Fenster,  meistens gucke ich nicht rein, ich will ja  nicht neugierig sein. Doch ein Fenster im ersten Stock, an der Himmelreichallee, war immer etwas erhellt und ich schaute genauer hin. Da hing etwas an der Wand. Es schien ein Flur mit einer Garderobe  zu sein… was hing denn da nur?

Auch am nächsten Tag schaute ich hoch und sah es wieder… und so ging das eine ganze Zeit ohne das ich wirklich etwas erkennen konnte.

Ich fing an mir auch tagsüber Gedanken zu machen und wollte zu gerne das Rätsel lösen.

Eines Nachts war das Licht in dem Flur im ersten Stock etwas heller und ich dachte: „… da hängt ein Paar große Flügel.“ Im nächsten Moment rief ich mich zur Ordnung, denn das konnte ja gar nicht sein, mir spielte wohl meine Phantasie einen Streich. Schon war ich vorbeigefahren und überlegte noch lange, was ich gesehen hätte.

Es ergab sich, das ich eine alte Bekannte besuchte, die ganz in der Nähe der Himmelreichallee wohnt und auf dem Heimweg kam ich wieder an dem geheimnisvollen Fenster vorbei. Jetzt, im hellen Tageslicht sah ich, das es sich wirklich um die Garderobe in einem Flur handelte, aber sie war leider leer.

Da ging ein Mann vorbei und verschwand eilig in dem Haus. Ich hätte schwören können, das er irgendwas auf dem Rücken trug.

In der nächsten Nacht fuhr ich sehr langsam, denn ich wollte in aller Ruhe einmal schauen… da ging das Licht ganz hell in dem Fenster an. Ein Mann kam in den Flur ergriff das was dort hing und es sah so aus, als wenn er große Flügel auf den Rücken hätte.

Verwundert schaute ich noch einmal hin— doch da war das Licht erloschen. Einen kurzen Moment später ging die Haustür auf und der Mann traf heraus. Im Licht der Straßenlaterne konnte ich deutlich ein paar große Flügel auf seinem Rücken erkennen. Er wippte etwas in den Knien und plötzlich flog er hoch.

Sprachlos stand ich dort sah ihn  an. Er drehte eine kleine Runde, sah mich an und war verschwunden. Das konnte ja nicht sein, ich mußte mich fest kneifen, doch ich war wach.

Den  Rest der Nacht grübelte ich… und kam immer wieder zu dem Schluß, das ich mir da wohl etwas eingebildet hätte, anders konnte es ja nicht sein.

Es ließ mir keine Ruhe und so bezog ich Posten vor dem Haus in der Himmelreichallee, in der Hoffnung den Mann  zu sehen. Was ich dann allerdings machen wollte wußte ich nicht. Ich konnte ja schlecht zu einem fremden Mann gehen und fragen: “ Sagen Sie mal, haben Sie   Nachts Flügel und fliegen herum?“

Das ging nicht, er würde mich für verrückt halten. Leider stand ich lange vergeblich dort und fuhr schließlich nach Hause.

Zwei Nächte später sah ich über der Himmelreichallee einen großen Schatten kreisen… gab es so große Vögel überhaupt?

Der große Schatten flog eine weitere Runde und verschwand hinter den Dächern. Dafür kam mir der Mann entgegen und sprach mich an:“ Ich habe wohl bemerkt, das Sie mich beobachtet haben , was wollen Sie?“

Verlegen sah ich ihn an, er schien ein ganz normaler Mann zu sein, mittel alt, ein sympathisches Gesicht, was sollte ich nur antworten?

„Es tut mir leid, ich wollte nicht aufdringlich sein, aber…“ fing ich stotternd an. „….aber…,“ ich wußte nicht weiter.

„Passen Sie auf, ich hab jetzt dringend etwas zu erledigen, aber kommen Sie doch wieder hierher wenn Sie auch fertig sind. Ich lade Sie zum Frühstück ein.“  Zögernd  nahm ich die Einladung an.

So gegen 7 Uhr stand ich in der Himmelreichallee und wartete. Nicht lange, denn da kam er schon um die Ecke, vergnügt pfeifend und mit einer BrötchenTüte in der Hand. „Guten Morgen, kommen Sie, wir gehen hoch.“ begrüßte er mich. Er sah mein Zögern, „Keine Angst, ich erkläre Ihnen gleich alles.“

Normalerweise gehe ich nicht mit fremden  Männern in deren Wohnungen , aber in diesem Fall hatte ich komischerweise keine Bedenken.

Wir gingen ins Haus, die Treppe herauf, er schloß die Wohnungstüre auf , legte die Tüte auf ein Schränkchen, griff sich auf den Rücken … und hängte große Flügel an den Wandhaken.

Stumm vor Staunen konnte ich ihn nur fragend ansehen. Er lächelte und sagte: „Ja, nun haben Sie es also genau gesehen, hier hängen eine paar große Flügel!“ Ich konnte ihn nur ansehen, eine Antwort brachte ich nicht raus.

„Setzen Sie sich doch,“ wir standen inzwischen in der Küche , “ … der Tee kommt gleich.“

Er machte sich in der Küche zu schaffen und kurze Zeit später saßen wir am gedeckten Frühstückstisch. „Ich weiß ja, Sie werden nichts essen, bevor ich Ihnen alles erklärt habe,“ wieder lachte er vergnügt. “ Sie müssen wissen, ich bin ein Engel und bin beruflich oft unterwegs… die Flügel gehören zur Berufskleidung,“

Ich schnappte nach Luft und starrte ihn ungläubig an.

“ Nein, weder Sie noch ich … keiner ist hier verrückt! Ich weiß ja, das ist erst mal schwer zu glauben, aber Sie haben die Flügel ja schon eine ganze Zeit gesehen und ich wußte, das Sie neugierig geworden sind. Es half nichts, das Sie sie nicht richtig erkennen konnten… denn die Menschen können unsere Flügel eigentlich nicht sehen. Erst als Sie mich haben wegfliegen sehen, wußte ich, das wir miteinander sprechen müssen.“

Wie benommen versuchte ich zu verstehen, was er mir sagte, aber ich gestehe, ich glaubte ihm kein Wort. Eher dachte ich daran, wie ich schnellstens wieder aus dieser Wohnung käme…

Er goß mir Tee ein und legte ein Brötchen auf meinen Teller, „Lassen Sie uns doch erst mal etwas essen,“  schlug er freundlich vor, “ Ich weiß, es ist schwer zu glauben…“

So saß ich mit einem fremden Mann, der dazu noch behauptete ein Engel zu sein, in seiner Wohnung   und schmierte mir Marmelade aufs Brötchen. Ich fing an zu kichern, ja ich lachte immer mehr, konnte einfach nicht  mehr aufhören.  Er stimmte mit ein und wir wischten uns die Lachtränen aus den Augen. Das war wirklich befreiend,  ich konnte danach mit gutem Appetit etwas essen.

Er erklärte mir dann, das er wirklich ein Engel sei und hier auf der Erde leben würde, er sei  sozusagen in ständiger Rufbereitschaft und  seine Aufgaben wären sehr vielfältig. Allerdings bedauerte er, das die Menschen kaum noch an Engel glaubten und sich auch für seine Hilfe  fast nie bedanken würden. “ Das macht es mir teilweise sehr schwer, denn wir Engel freuen uns auch über etwas Anerkennung.“ er klang traurig, als er das sagte.

Wie saßen noch lange beisammen und ich habe eine Menge von ihm erfahren, vieles darf ich leider nicht weitersagen, denn das ist streng geheim. Ich darf aber diese Geschichte erzählen und ich kann nur sagen, das mich das stolz macht.

Einen Freund hab ich gewonnen, und wir treffen uns oft, sprechen zusammen und manchmal hat er es eilig, dann winkt er mir nur kurz zu, bevor er seine Flügel ausbreitet und himmelwärts fliegt.

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011-pola02 (2)

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