beim Spaziergang

Vor einigen Tagen machte ich einen Waldspaziergang, die Sonne war schon fast untergegangen und ich fotografierte die großen Bäume, das Licht und die verzauberte Abendstimmung.

Durch den Sucher der Kamera machte ich eine wunderbare Entdeckung, ich sah eine WaldFee, die mit den letzten Sonnenstrahlen ausgelassen über einem Weiher tanzte. Ich meinte  sogar ein ganz feines, leises Lachen zu hören.

Das Erlebnis dauerte nur wenige Sekunden, denn als sie bemerkten, das ich ihren Tanz sehen konnte verschwanden sie vor meinen Augen. Doch an meinem Ohr vorbei fühlte ich einen leichten Luftzug und hörte: „Wir sehen uns wieder Erdenkind, bis bald!“

Es ging alles sehr schnell und ich habe doch noch ein Foto gemacht, eigentlich ohne es zu bemerken… und ja, man kann die grüne WaldFee und die goldenen Sonnenstrahlen ganz genau erkennen.

…und ich? Ich bin natürlich schon wieder dort im Wald gewesen, aber ich habe sie leider nicht getroffen die grüne WaldFee, vielleicht beim nächsten Mal?

 

 

die Frau, die Fee, die Göttin…

„Die Zeit verrinnt, sie läuft durch deine Finger….“

Verwirrt öffnete sie die Augen, es war dunkel, noch war es dunkel, also nach dem Wecker tasten, um zu schauen, wie spät es denn nun eigentlich ist.

Erst 1.45 Uhr, sie legte sich wieder hin, zog die Decke hoch und schloß die Augen.

„Was sollte das mit der Zeit?“ dachte sie. Irgendwie lag da eine Warnung oder gar Drohung in den Worten. Wer hatte das vorhin gesagt?

Schon glitt sie wieder in den Schlaf, kuschelte sich noch mal das Kissen zurecht und …

Eine Frauengestalt in langem Gewand kam auf sie zu. Irgendwie vertraut, aber dennoch fremd. Sie blieb stehen und schaute der Frau entgegen. Je näher diese kam, desto größer und strahlender erschien sie ihr, aber auch seltsam bekannt.

„Ja sag mal, hörst du mich denn nicht? Ich spreche doch fast jede Nacht zu Dir und fast glaube ich du willst mich nicht hören?“

Sie stand nur da und schaute die Frau überrascht an. „Ich kenne dich nicht, wer bist du?“

„Du erkennst mich nicht? Ist es schon soweit mit meinen Töchtern gekommen? Deine Mutter kannte mich gut, hat sie dir nichts erzählt?“

„Meine Mutter? Aber die ist dich schon so lange tot, an die kann ich mich kaum erinnern.“ antwortete sie. „Meine Mutter war immer etwas anders, es hieß, sie sei verrückt gewesen.“

“ Deine Mutter war nicht verrückt, im Gegenteil, sie wußte so vieles, was die Menschen vergessen haben. Doch heute endlich möchte ich mit dir sprechen. Du vergeudest dein  Leben, du bist zu anderen Dingen bestimmt. Das Leben der Menschen ist so endlich, und so bitte ich dich, nutze deine Zeit.“

„Ich verstehe nicht, was du von mir willst, und ich würde wirklich gerne wissen, wer du bist“, sagte sie.

Es ging ein helles Leuchten von der Frau aus, und sie strahlte eine große Stärke, aber auch Liebe aus.

„Du bist einer meiner Töchter, und fragst wer ich bin? Habt ihr Menschen mich wirklich vergessen? Ich hatte so viele Namen, es gab so viele verschiedene Definitionen , … ich bin die ALL-Mutter, die große Bärin, die Fee oder auch die Göttin… doch Tochter, ich sage dir ich habe keinen Namen. Ich bin ICH. Alles begann mit mir und alles wird enden mit mir.“

Sie wußte nicht was sie antworten könnte, und schwieg. Komische alte Begriffe schoßen ihr durch den Kopf und auch der Gedanke, ob sie vielleicht verrückt würde?

„Aber nein, natürlich nicht!“ erklang sofort die Antwort auf ihre Gedanken. „Ich möchte, das du lernst, das du wieder die Zusammenhänge des Weltgefüges verstehst und vor allem möchte ich, das du deine Zeit sinnvoll nutzt.“

Obwohl sie nicht genau verstand, was diese Frau von ihr wollte, stimmte sie zögernd zu.

„Gut, das ist also abgemacht! Ich werde dich lehren zu denken, zu verstehen, ja ich werde dir Dinge zeigen, die du nie für möglich gehalten hast. Ich erwarte dich also morgen Nacht!“

„…also morgen Nacht“, murmelte sie und erwachte. Sie erinnerte sich an ihren Traum, als wenn er wirklich gewesen wäre.  Kopfschüttelnd stand sie auf, als etwas zu Boden fiel. Mühsam bückte sie sich und hob einen weißen Mondstein auf. Das war keiner ihrer Steine, so einen hellen, leuchtenden Mondstein hatte sie noch nie gesehen.

Der Tag verging, und immer wieder dachte sie an die geheimnisvolle Frau, doch sie blieb skeptisch, allerdings trug sie den Stein die ganze Zeit mit sich.

Abends im Bett hatte sie ihn immer noch in der Hand als sie rasch einschlief.

Und so traf sie jetzt jede Nacht die Frau, diese erklärte ihr so vieles, Zusammenhänge wurde ihr bewußt und sie lernte in jeder Nacht so viel, wie andere nicht in Jahren.

An jedem Morgen lag ein neuer Mondstein neben ihrem Kopf, bis die Nacht kam, da sagte die Frau zu ihr: „Nun habe ich dir alles gezeigt, du verstehst jetzt was zu tun ist. Gib mir deine Steine…“ und sie nahm sie in ihre Hand, und helles Licht der Liebe, des Verstehens und der Vergebung floß in die Mondsteine und verband sie zu einer langen Kette.

Diese Kette legte die Frau ihr nun um den Hals, „Du wirst sie nun tragen, sie wird dich leiten und mit ihr bist du immer mit mir verbunden. Nun geh hinaus in die Welt, beende all die Gewalt, den Schrecken und das Unrecht, bringe Frieden und Liebe in die Welt zurück.“

Morgens erwachte sie, war voller Tatendrang und Willens ihre wichtigen Botschaften den Menschen zu erzählen. Freudig machte sie sich auf den Weg.

Doch es war sehr schwer, niemand wollte ihr zuhören. Die Menschen drehten sie weg, gingen vorbei und beachteten sie nicht. In diesen Nächten schlief sie nicht, sondern weinte und war ganz verzweifelt, weil sie ihre Aufgabe nicht erfüllen konnte.

Die Frau erschien ihr nicht, und manchmal zweifelte sie schon an ihrere Existenz. Doch kaum legte sie ihre Mondsteinkette um den Hals, durchströmte sie wieder neue Kraft und Zuversicht.

Und so machte sich immer wieder auf zu den Menschen, jedoch all ihr Bemühen blieb vergeblich.

Es kam der Tag, da man ihr auflauerte, zwei Männer wollten sie berauben, vor allem die hell leuchtende Kette hatte es ihnen angetan. Sie schlugen sie, und sie verletzten sie schwer. Sterbend lag sie auf dem Weg, die Hände um ihre Kette gekrampft, die dann riß.

Die Steine  fielen auseinander, verblassten , verloren jeglichen Glanz und als sie starb waren sie nur mehr einfache kleine Kieselsteine. Wertlos für die Räuber, die sie nicht aufhoben sondern sie gleichgültig liegen ließen.

„Komm meine Tochter, komm mit mir“ die Frau war da und reichte ihr die Hand.

„Es tut mir sehr leid, was dir geschehen ist, aber ich hatte die Hoffnung, das sich doch noch einmal alles zum besseren für die Welt ändern könnte… doch nun ist die letzte Chance vertan. Komm meine liebe Tochter, ich nehme dich nun mit ins Land der Frauen, das schon vor Jahrhunderten in den Nebeln versunken ist.“

Eine Barke stieg aus den Nebeln und brachte sie nach Avalon, das daraufhin tief in den Zeiten versank und für die Menschen unerreichbar wurde.

und als… (Teil2)

Und als die gute Fee heute vorbei kam, war sie sehr abgehetzt, denn so viele Mädels warten immer auf sie.

Bei einer Tasse Tee unterhielten wir uns ein Weile, als sie dann gehen wollte fragte sie mich, was ich mir denn wünschen würde.

„Ich wünsche mir ein Schloß mir ganz vielen Tieren darin und…“ ich überlegte und überlegte, aber mir fiel einfach nichts ein. Ich hatte alles vergessen.

„Na, wie mir scheint, brauchst du mich gar nicht,“ sagte die Fee. Sie war in Eile und flatterte schon ein kleines Stück über dem Boden. „Du hast doch ein schönes Haus, mit Tieren lebst du doch auch schon immer… also, was wünscht du dir denn nun?“

Ich überlegte und wußte nicht mehr, was ich mir wünschen sollte. Sie hatte ja so recht, ich hatte doch schon so viel.

„Gute Fee, ich will dich nicht aufhalten, mir fällt einfach nix ein im Moment. Ich danke dir aber sehr für deinen Besuch!“

Die Fee überlegte, schwang dann ihren Zauberstab und mir fiel eine wunderbare Blume in die Hände.

„Ich gebe dir heute meine Feenblume, sie wird nie verwelken und wenn du weißt, was du dir wünscht, nimm sie in die Hand und rufe mich… ich werde dann wiederkommen.“

„Vielen dank, liebe Fee,“ rief ich noch, da war sie schon davongeflogen und hinterließ nur ein wenig glitzernden Feenstaub auf meinem Teppich.

 

 

wenn… (Teil 1)

Ja, wenn die gute Fee wieder einmal kommt und mich fragt, dann sage ich dieses Mal: „Ich wäre gerne eine Prinzessin, möchte im Regenbogenland unter Palmen sitzen und den Schmetterlingen zusehen.“

Aber die gute Fee ist heute nicht gekommen…

Klar, ich weiß ja, sie kommt nicht mehr, aber ich kann doch trotzdem mal auf sie warten…?

Wieso sollte das jetzt so schlimm sein, das ich Feen sehen kann? Versteh ich nicht, denn meine Welt ist bunt und lustig und da wohnen ganz viele Feen.

Ich kann doch nix dafür, daß ihr alle so uralt seid…  so alt, daß ihr keine Feen mehr erwartet.

Ja, da muß man sich auch schon mal Mühe geben, und nicht erwachsen werden, sondern einfach mal innen drin ganz jung bleiben…

Wie das geht?

Indem man an Feen glaubt, das sie vorbei kommen und nach meinen Wünschen fragen…?

Drei Wünsche

Da stand die gute Fee vor mir und sagte: „Du hast drei Wünsche frei, Erdenmädchen!“

Ich wußte nicht, ob ich ihr glauben könnte oder ob sie überhaupt real sei… „Gute Fee???“ skeptisch schaute ich sie an.

„Ja klar, ich komme vom Abendstern und heute hast du drei Wünsche frei, einfach so…!“

„Aber wieso gerade ich?“

„Weil ich dich schon so lange kenne, erinnerst du dich denn nicht mehr? Als Kind hast du doch immer an mich gedacht… und deine Gedanken stiegen auf und umkreisten die Welt und den Mond und dann den Abendstern, wo ich sie aufgefangen habe.“

„Da hast du die aber sehr lange Zeit gelassen, gute Fee. ich bin nun alt und ganz ehrlich, auch wenn ich dich sehe, ich glaub nicht mehr an dich.“

„Das ist sehr schade, Erdenkind. Aber ich hatte einfach zuviel zu tun, so viele Wünsche wollten die Erdenkinder von mir erfüllt haben… “

Unschlüssig trat ich von einem Fuß auf den anderen, sollte ich nicht einfach weitergehen? Vielleicht war das eine Verrückte?

„Nein, ich bin nicht verrückt, und ja ich kann deine Gedanken lesen.“

„Nun gut, dann möchte ich, das ich wieder ohne Gehhilfe laufen kann!“ dachte ich.

„So sei es. GEH!“

Mich durchströmte eine warme Karft und ich konnte meine Beine wieder gebrauchen, ungläubig machte ich die ersten Schritte. Kraftvoll und ohne Schmerzen, ich konnte wieder gehen.

„Na, siehst du Erdenkind, und nun sage mir deine anderen Wünsche.“

Ich überlegte, aber es fiel mir gar nichts mehr ein. Mein Kopf war wie leergefegt… was sollte ich mir nur wünschen? Ich hatte doch mein Leben gelebt, ich war nun alt und es ging dem Ende zu…

„Gibt es denn nichts, was du dir wirklich wünscht?“ fragte die gute Fee mich erneut.

Ich schüttelte den Kopf, dachte an meinen längst verstorbenen Mann, dachte an all die Tiere, die von mir gegangen waren… „Nein, hier in diesem Leben hab ich keine Wünsche mehr.“

Ich wandte mich ab und dachte. „Ja, wenn sie wirklich die gute Fee ist, warum läßt sie mich dann nicht mit meinem Mann und den Tieren leben… irgendwo wo wir alle gesund und wieder jung sind, wo wir glücklich sein können?“

„So sei es Erdenkind!“

Spaziergänger fanden die alte Frau. Ihre Gehhilfe stand mehrere Meter von ihr entfernt, sie lag tot auf dem Gehweg. Sie lächelte und hatte eine Hand nach vorn gestreckt.

 

Nebel der Verheißung

Im Alltag gibt es keine Wunder!

Doch als ich durch den dichten Nebel fuhr stand sie plötzlich am Wegesrand. Eine große Frauengestalt, die mir zuwinkte.

Ich hielt, stieg aus und wurde freundlich willkommen geheißen. „Komm mit mir, wir warten auf dich.“

Ich ging mit, kein Zweifel kam mir, nur die Gewißheit, das es so richtig ist… eine unbestimmte Ahnung… eine Hoffnung… ein Sehnen… ?

Dichte Nebel schloßen sich hinter uns und ich mußte mich anstrengen, um Schritt zu halten. Die große Frau verschwand und ich stand allein im undurchdringlichen GRAU.

Ich wollte  rufen und stellte fest, daß das Grau meine Stimme verschluckte. In Gedanken rief ich sie, Panik bemächtigte sich meiner… da wurde ich an der Hand genommen.

Sehen konnte ich nichts, doch der Händedruck gab Trost und so ging ich weiter.

Es wurde licht, die schweren Nebel hoben sich und ich sah einen riesigen Baum auf einer weiten Wiese. Lichter tanzten und feine Stimmen waren zu hören. Ein warmes Gefühl der Geborgenheit umfing mich.

Ich konnte zarte Gestalten sehen, nicht Mensch, nicht Blume… und die große Frau saß zwischen ihnen. „Schön, das du den Weg hierher gefunden hast. Setze dich zu uns.“

Die Zeit verflog, es wurde gegessen, es wurde getanzt, wir lachten viel,  wir saßen unter dem großen Baum und unterhielten uns. Mir kam alles seltsam vertraut vor… und ich fühlte mich zu Hause… meine Ängste und Sorgen fielen von mir ab,  doch ich wußte, ich würde nicht bleiben dürfen.

Mein Zeitgefühl hatte ausgesetzt, bis die große Frau sagte, ich müsse jetzt wieder gehen, denn mein Leben würde auf mich warten.

Meine Bitte, hier an diesem wundersamen Ort bleiben zu dürfen wurde freundlich abgelehnt.

Die Nebel wallten auf, umschloßen mich und trugen mich davon.

Ich kam irgendwo an, hatte keine Ahnung wo ich eigentlich war…

Ein blinkendes rotes Lämpchen, ein lauter Piepton, unangenehm  und störend… der schien aber zu mir zu gehören?

Nach einer Weile spürte ich, das da jemand bei mir war. Ich schlug die Augen auf und sah einen Mann, der sich die Geräte neben meinem Bett ansah…

„Hhmm…“ ich versuchte mich zu räuspern, konnte aber nicht sprechen. Er drehte sich rasch um, „Sie sind wach?“ er klang sehr überrascht. Ich konnte nur nicken und er fuhr fort: „Bleiben Sie bitte ganz ruhig, sie können im Moment nicht sprechen… ich werde sie gleich von der Beatmung nehmen……“ Ich hörte ihn nach der Schwester rufen.

Als ich das nächste Mal erwachte, lag ich in einem hellen Zimmer, stellte fest, das ich wieder eine Stimme hatte und rief: „Hallo! …Hallo???“

Rasche Schritte waren zu hören und der Mann stand  neben meinem Bett. Er erklärte mir, das ich längere Zeit nach einem Unfall im Koma gelegen hätte…

Verwirrt wollte ich erklären, wo ich gewesen war, stellte jedoch schnell fest, das er mir nicht glaubte. Im Gegenteil sein Blick fixierte mich, und ich merkte, er überlegte, ob mein Geist wohl gelitten hätte.

So schwieg ich, verschloß das Erlebnis in mir und ließ alle Untersuchungen über mich ergehen.

Bald durfte ich wieder nach hause und dachte darüber nach, wie ich so lange Zeit in dem GRAU verbracht haben konnte, denn immerhin waren fast 3 Monate vergangen.

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Meine Wahrnehmung hatte sich verändert, ich fühlte, dachte und wußte einfach viel mehr als vorher, konnte mit den Bäumen reden, wußte jetzt, was die Tiere dachten und bemerkte die kleinsten Veränderungen in der Natur. All meine Sinne waren geschärft und hellwach.

So war ich war jetzt in der Lage, vielen Tieren, ja auch manchem Menschen zu helfen und fand ganz neue Aufgaben.

Mein Leben wurde reich und bunt, bekam einen ganz neuen Sinn und ich war sehr dankbar. In meinen Träumen traf ich manchmal die große Frau in den Nebeln, die mir so vieles zeigte, erklärte und beibrachte. 

So lebte ich mein Leben,–  lang, erfüllt und zufrieden und als es vollendet war, wartete die große Frau auf mich und nahm mich heim ins Reich der Nebel.

Ein ganz kurzes Wintermärchen

Das ist das wirklich SCHÖNE an den kalten Winternächten… die Schneefee verzaubert alles. Sogar Mülltonnen sehen ganz besonders und schön aus… man muß eben immer mal genauer hinsehen… ich kann Euch sagen, nur eine winzige Sekunde vorher haben dort noch die Eisbuben mit den Schneefeenkindern gespielt. Leider war ich nicht schnell genug… und schon waren alle verschwunden. Ich sah sie dann oben in der alten Kastanie sitzen… sie kicherten, weil sie mich wieder einmal ausgetrickst haben.

DiamantenNacht

(vom 7-2-10)

Ein Wintermärchen

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Heute war mal wieder eine der wirklich seltenen, schönen, verzauberten DiamantenNächte.

Kennt Ihr sie auch?

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Wenn alles funkelt, tausende und abertausende Eiskristalle liegen auf den Straßen und Wegen, bedecken Zäune und Sträucher, sind einfach überall…

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Dann ist eine DiamantenNacht.

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Die Eisfee hat unsere Welt verzaubert.

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Doch ganz bestimmt, ich habe sie gesehen. Zwar nur noch den Schlitten, der um eine Ecke bog, aber ich weiß, daß kann nur sie gewesen sein. Selbst die Luft funkelte und glitzerte hinter ihr… und hinterließ eine wirbelnde Spur Feenstaub.

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Es ist wirklich märchenhaft, wenn sich jeder noch so kleine Lichtschein tausendfach bricht, ein Funkeln und Strahlen überall. Man geht über DiamantenSchimmer. Selbst dann, wenn es fast ganz dunkel ist, leuchten die EisDiamanten überall und verbreiten einen geheimnisvollen Schein. 

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Ich habe mal erzählen hören, daß es so im Paradies ist.

Nein, nicht im ganzen Paradies, sondern nur in der nördlich Ecke vom Garten Eden. Ich sehe schon, Ihr glaubt mir nicht… doch seit gewiß auch den Winter, mit all seiner Pracht und seinen Wundern gibt es dort. So wie auch jede andere Jahreszeit eine Ecke ausfüllt, denn alles an der Natur ist paradiesisch und schön.

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Da wir Menschen aber von dort vertrieben wurden, dürfen wir nur ganz selten einmal einen kleinen Blick auf eine DiamantenNacht werfen.

 Auch habe ich festgestellt, noch lange nicht alle Menschen können sie überhaupt sehen. Dazu muß man durch Kinderaugen sehen, bereit sein auch an Wunder zu glauben und ein offenes Herz haben.

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Das sind die kostbaren Momente, die man auskosten sollte, daraus werden dann die Erinnerungen von denen man lange zehren kann.

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Ich würde Euch Lesenden wünschen, das Ihr auch die Wunder einer DiamantenNacht erleben könnt.

Haltet also Euere Augen offen in den Winternächten…

Die Schneefee

 

 

Ein anderes Wintermärchen

Nun habe ich ja schon von den DiamtenNächten erzählt, da hatte ich leider nicht das Glück die Eisfee zu sehen, nur noch ihren Schlitten, der um eine Ecke fuhr.
Heute nun ist es mir gelungen die Schneefee zu sehen. Ja, ich weiß, das ist eigentlich nicht möglich, aber manchmal gibt es so Glücksfälle und so einen durfte ich erleben.

Die ganze Nacht über hatte es leicht geschneit und ich sah immer wieder besorgt vor die Türe. Die zarten Schneeflocken im Lichte der Außenbeleuchtung hatten es mir angetan. Ein unendlicher Tanz, immer und immer wieder durch den Wind verwirbelt.
Doch darunter verborgen war alles vereist, es war spiegelglatt.
Keine guten Voraussetzungen für uns …
Ich stand also da und hoffte, dass es bald aufhören würde zu schneien.

Aus dem Augenwinkel meinte ich eine  Bewegung auszumachen, als ich aber genauer hinsah wirbelten nur große Schneeflocken um die Scheune.
Der Gedanke, den Fotoapparat zu holen war plötzlich in meinem Kopf, vielleicht gelang mir ja ein Schneeflockenbild?
Also gut, schnell stand ich im Schneegestöber und machte die kleine Kamera an, stellte sie ein und wollte loslegen, da kam ich an den Auslöser. Das passierte ganz ungewollt. Dann versuchte ich die schwebenden Flocken auf eine Bild zu bekommen. Leider war das nicht so einfach wie ich später feststellte, die Bilder waren nichts geworden.

Allerdings hatte ich zwei sehr unscheinbare, verschwomme Bilder und wollte sie auch schon löschen. Da erst erkannte ich, dass ich da doch irgendwas fotografiert hatte. Durch einige BildbearbeitungsTricks gelang es mir, das Verborgene sichtbar zu machen.

 Wütend heulte auf einmal der Wind ums Haus, die Flocken prallten an die Scheiben und eine Stimme rief meinen Namen. Erschrocken ging ich ans Fenster und sah eine hohe Gestalt. Sehr undeutlich, aber sie stand da. Neben sich ein Geschöpf, auch das kaum zu erkennen im Schneegestöber.

„Du hast es gewagt ein Bild von mir zu machen?“ wütend drang die Stimme zu mir. Ängstlich wollte ich zurückweichen, doch ich konnte mich nicht bewegen.
„Das war nicht meine Absicht, ich wollte eigentlich nur Schneeflockenbilder machen. Ich bin selber überrascht, was ich da aufgenommen habe.“
„Mich, die SchneeFee dürfen nur ganz wenige Menschen sehen.“ mit einer schnellen Bewegung stand sie direkt vor der Scheibe.
Ich muß es gestehen, ich bekam es mit der Angst zu tun. Zu wild und fremd erschien sie mir, ihren  Begleiter  konnte ich immer noch nicht klarer sehen.

Sie musste meine Neugier gespürt haben. „Das ist Blau, einer meiner Wächter. Er findet die Menschen, die in Schnee oder Eis umkommen und bringt sie dann zu mir.“
„Aber warum seid Ihr hier?“ fragte ich.
„Fürchte Dich doch nicht, wir sind nicht zu Dir und den Deinen gekommen. Ich wollte mir mein heutiges Werk einmal ansehen, man könnte sagen, wir machen einen Ausflug zur Erde.“ Ich konnte hören, dass die SchneeFee mit  dem was sie sah, zufrieden war.

„Ich muß sagen, wenn ein schönes weißes Tuch aus Schnee alles bedeckt, ja das gefällt mir auch.“ antwortete ich. „Alles sieht so still und friedlich aus, wie im WinterZauberland. Das hat mir schon immer gefallen.“
„Das weiß ich, denn ich kenne ich Dich genau.“ Die Stimme der SchneeFee war viel freundlicher geworden. „Und weil ich dich kenne, erhälst du auch meine Erlaubnis von dieser Begegnung zu erzählen und du darfst die Bilder zeigen, wenn du möchtest.“

Im ersten Moment war ich sprachlos. “Vielen Dank! Das werde ich gleich heute noch tun. Es gibt jetzt immer mehr Menschen, die unzufrieden mit dem langen Winter sind. Vielleicht verstehen sie es besser, wenn sie dich einmal sehen dürfen.“

„Ach früher, als die Winter selbst hier sehr lang waren, da haben mich die Menschen gekannt. Sie wussten, das ich zum Jahresablauf gehöre, und haben sich nicht ständig beschwert.“ Das Gesicht der SchneeFee war traurig. „Aber heute, da geht nichts schnell genug. Alles will der Mensch verändern, die Natur wird zerstört und es wird diese Welt nicht mehr lange geben.“

Ich konnte ihr nur zustimmen. „Aber es gibt doch auch Menschen, die versuchen zu retten, die sich bemühen umzudenken….“
„Zu spät, leider viel zu spät.“ Die Gestalten verwehten langsam im Wind und die Stimme wurde nur noch zu einem Windhauch.