… im Lenz

Es wird nach dem langen Winter

echt höchste Zeit,

sich einfach mal wieder nach draußen zu setzen.

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SchäfchenWolken zusehen,

die Sonne in sein Herz leuchten lassen..

und einfach nur sein.

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Das Zwitschern der Vögel

schmilzt den Eiskern

der die Seele erstickt.

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Der laue Wind bläst

die grauen Gedankengespinste

aus dem Geist.

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Sprießendes Grün, buntfröhliche Blüten,

summende Bienen,

all das belebt die Fantasie.

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Hoffnungsfrohe, übermütige,

erwartungsvolle Frühlingsstimmung,

das ist meine Lebenszeit.

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003-pola

DANKE

Ein Stückchen Lebensglück

 

Noch ist es dunkel, doch im Rückspiegel kann ich schon einen helleren Streifen am Himmel sehen. So von hellgrau, bis ganz eben rosa überhaucht kommt der neue Morgen durch die Nebelschleier.

 „Schade“, denk ich, “nix für meine einfache Kamera… da sieht sie noch nichts…“

Der Nebel verwandelt alles,  ich komme mir vor, als wäre ich ganz alleine. Na ja, das stimmt wohl auch, denn wer fährt sonst noch am Samstag morgen so früh durch die Gegend?

Wie ausgestorben wirkten die Dörfer, die Straßen sind leer, ein Stückchen weiter die Wiesen und Felder auch sie nur vom Morgennebel bedeckt. Die Hasen und Kaninchen, die ich in der Nacht immer dort sehe, sind wohl schon schlafen gegangen und die Rehe haben sich in die Wälder zurückgezogen.

Auch die Nachtjäger, die Eulen und die Käuzchen sind nicht mehr unterwegs.

 Das sind immer die ruhigsten Minuten, kurz bevor der neue Morgen dann wirklich anbricht… jetzt hält die Natur den Atem an… es kommt mir immer wie ein tiefes Luft holen vor, bevor wieder alles zu neuem Leben erwacht.

Jetzt komme ich an der Herde Galloways vorbei, die sind draußen, denn da sind sie immer. Ich halte an und steige aus. Sie tauchen aus den Nebelschwaden auf, irgendwie wirken sie auf mich wie Urgeschöpfe, aber ganz friedliche.

 Leider sind auch sie nur Fleischlieferanten, zwar mit einem Leben in relativer Freiheit (wie groß ist diese Weide eigentlich?), aber eben doch nur dafür gehalten, um dann getötet zu werden.

Gerade jetzt ist wieder die Kälbchenzeit, sie sind nur wenige Tage alt und einfach bezaubernd.  Eben tauchen aus den Nebelschwaden zwei ganz Kleine auf, die erst ein paar Stunden alt sind. Schon laufen sie mit den anderen mit, etwas wackelig und stacksellig noch.  Ich sehe ihre wunderschönen Augen und weiß, sie sind wie ich, — so wie ich eigentlich auch wie all die Tiere bin…

Auch hier ist es noch zu dunkel zum Fotografien, also fahre ich weiter. In Gedanken immer noch bei diesen wundervollen Geschöpfen, traurig wie immer, wenn ich daran denke, wie wir mit ihnen allen umgehen. Überhaupt der Mensch in seinem arroganten Größenwahn, wie kann er sich nur anmaßen, das er sich die Erde mit all seinen Geschöpfen untertan machen darf?

Zu Hause angekommen,  mache ich erst einmal ein Foto, der ganz frühe Morgenhimmel… er birgt noch so viel Verheißung… noch kann alles geschehen an diesem neuen Tag… noch liegen Wunder in der kühlen Luft … vor allem bin ich dankbar, das ich das erleben darf.

Die ersten zaghaften Vogelstimmen werden laut, ich erfreue mich jeden Morgen an ihnen, denn sie verkünden jetzt ist der Frühling da. Es fallen immer mehr Vogelstimmen ein und ich stehe inmitten eines wunderbaren Konzertes… die Luft ist frühlingssüß, was kann es schöneres geben?

Diese Momente sind für mich so wertvoll, sie geben mir immer wieder neue Karft und neuen Lebensmut, ja sie prickeln geradezu vor Lebensfreude.  

 Ich bin dankbar, das ich überhaupt in der Lage bin all die Schönheiten der Natur und der Tiere zu sehen, so zu empfinden wie nur ich es kann… ja, ich bin ganz klein und demütig in dieser Wunderstimmung.

 Wirklich sehr dankbar bin ich, das in mir und um mich herum noch ein kleines Stückchen vom Paradies erhalten blieb…