Challenge – Tag 1

Der alte Mann und seine Hunde

 

Als die Frau krank wurde ging es ganz schnell, nur wenige Wochen und sie war tot. Das war nun auch schon bald 16 Jahre her und er dachte noch jeden Tag an sie.

So eine lange Zeit und noch immer fehlte sie ihm. Nur schwer hatte er damals in sein Leben zurück gefunden, am liebsten wäre er ihr nachgefolgt. WO immer sie auch sein mochte, er war sich sicher das sie auf ihn wartete. Aber da war ja noch das Julchen, ihre geliebte Hündin, die sich vor Trauer verzehrte, die nicht mehr fressen wollte… die auch nur zu ihr wollte.

Behutsam, jeden Tag ein bißchen mehr, hatte er  versucht Julchen aus ihrer Trauer zu holen… mit ganz viel Liebe und Geduld. Sie tat ihm gut und so  trösteten sie sich gegenseitig.

Viele Jahre ging er mit Julchen durchs Leben, ein gutes Team waren sie geworden und er war dankbar für ihre Gesellschaft. Doch irgendwann war auch Julchen am Ende ihres Lebens angekommen und er mußte sie gehen lassen. „Nein, sie soll  nicht leiden!“ sagte er zu dem Tierarzt und hielt sie bis zum Schluß ganz fest in seinen Armen.

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Wir leer war das Haus, wie unendlich verlassen kam er sich vor. Er dachte ernsthaft darüber nach seinem Leben ein Ende zu setzen.

Nur wenige Tage später hörte er zufällig, das Frau Lehmann, zwei Straßen weiter, verstorben sei und das die Erben ihren Hund nicht behalten hatten. Das Haus und das Geld JA, den Hund aber nicht, er war ins Tierheim abgeschoben worden. Die Nachbarin die ihm das erzählte sagte noch: “ Er kommt da gar nicht zurecht, er trauert so sehr der arme Kerl…“

Am Abend dachte er immer wieder über den Hund nach. Einsam, ohne sein Frauchen… ja…  er war wirklich ein armer Kerl. Er hatte Mitleid, kannte er Devil doch gut. Er hatte so gar nicht teuflisches an sich, im Gegenteil er war ein wirklich lieber, gutmütiger Hund der es sicher nicht verdient hatte in einem Heim dahin zu vegetieren.

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Früh am nächsten Morgen schon machte er sich auf den Weg… er wollte Devil zu sich holen. In dem Tierheim allerdings waren sie nicht begeistert, ein alter Mann wollte den Hund haben? Was wäre wenn er stürbe.. was wäre dann? Er sagte: „Der Devil ist auch alt, wir passen doch gut zusammen… und er kennt mich …“ Schließlich gaben  sie ihm Devil, denn sie wußten so alte, schwarze Hunde bekommt man nur schwer vermittelt.

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So gingen nun sie nun gemeinsam durchs Leben, der alte Mann und der Devil, der gar keiner war und er war so dankbar,einfach ein Traumhund. So lebten sie noch mehrere Jahre glücklich und zufrieden zusammen… bis auch Devils LebensUhr abgelaufen war, er starb einfach im Schlaf.

Der Mann trauerte sehr, aber dann dachte er: vielleicht gibt es doch noch einen Hund der mit mir leben könnte? Die Leute vom Tierheim wollten ihm keinen Hund mehr geben, er sei nun wirklich viel zu alt …

Das Haus war so leer und er überlegte was er denn eigentlich noch vom Leben hätte, am besten wäre er doch nun bei seiner Frau aufgehoben… aber trotz aller Trauer wollte er doch noch nicht den letzten Schritt machen.

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Man sagt es gäbe keine Zufälle… und es dauerte nur wenige Wochen, da sprach ein Nachbar ihn an,  ob er nicht vielleicht einen kleinen Hund nehmen könnte, jetzt da Devil nicht mehr sei. Er wäre auch schon älter, leider nicht besonders hübsch, leider auch herzkrank… und niemand wolle ihn aufnehmen. Er solle nun wohl eingeschläfert werden.. wenn nicht..

„JA!“ sagte er da schnell.

So kam Hildchen in sein Leben, sie freundeten sich rasch an. Hildchen war kurzbeinig, eher breit als lang, ja, sie war wirklich keine Schönheit, aber sie war sehr liebenswert.

Nun sah man den großen alten Mann mit dem kleinen, dicken Hildchen jeden Tag munter spazieren gehen. Je mehr sie draußen waren, desto schlanker wurde das Hildchen, es hatte ihr einfach die Bewegung gefehlt.

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Manchmal dachte er, was er doch für ein Glück gehabt hätte, seine geliebten Hunde gaben ihm so viel… doch immer öfter machte er sich nun Sorgen was aus Hildchen würde wenn er nicht mehr da wäre?

Er versuchte es in der Nachbarschaft, alle mochten ihn und seinen Hund, aber den womöglich übernehmen?.. NEIN, dafür fehle leider die Zeit. Immer häufiger dachte er nun an die Zukunft, oder besser gesagt an sein Ende, denn er merkte wie ihn die Kräfte verließen, er war nicht krank, aber doch sehr alt. Den Alltag zu bewältigen wurde für ihn immer schwerer und auch die täglichen Spaziergänge fielen nun kürzer aus.

Oft wachte er Nachts auf weil er sich um Hildchen sorgte.

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Und dann kam der letzte Tag im August, ein sehr heißer Tag. Er war wieder mit Hildchen auf dem Weg zum Park. Ob er nicht aufgepaßt hatte … oder ob es die Schuld des LKW Fahrers war, das ließ sich später nicht genau klären.

Für ihn war das nicht mehr wichtig… er würde endlich seine Frau wiedersehen und  all die Hunde.

Sie standen da am Ende der Straße, warteten schon und begrüßten ihn und das Hildchen voller Freude.
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Die flotte Feder – Vol. 2 im Februar

Noch nie erschien ihr ein WinterTag so trostlos,

…leer und kalt. Sie stand mitten im Wohnzimmer, konnte sich nicht bewegen, die Tränen liefen über ihr Gesicht und sie zitterte vor Kälte.

Nach einer lagen Zeit konnte sie sich wenigstens hinsetzen und die Decke um die Schultern legen, doch das Zittern hörte nicht auf. Sie weinte  immer noch, doch jetzt war es ein hartes Schluchzen, daß sie fast zu zerreißen drohte.

Lange saß sie zusammengesunken da, konnte einfach nicht denken, nur weinen und weinen… so furchtbar alleine hatte sie sich noch nie gefühlt.

Viel später fand sie sich in der Küche wieder, kochte Tee, ihr war so kalt, die Zähnen schlugen aufeinander. Mit einer Wärmflasche und dem heißen Tee lag sie dann im Bett, doch die Kälte war bis in ihr Innerstes gekrochen und sie zitterte immer noch stark.

Irgendwann fiel sie in einen Schlaf, der allerdings mehr einer Bewußtlosigkeit glich, als sie erwachte fühlte sie sich elend und krank.

Dann setzte die Erinnerung ein und sie brach erneut zusammen. „WARUM??“ schrie sie … immer und immer wieder… „WARUM??“

Die Erinnerungen an den gestrigen Abend waren so schlimm und taten so weh, daß sie nur noch sterben wollte.

Sie sah die Scheinwerfer, sah das glitzernde Eis auf der Straße … sah.. „OH NEIN!!! …“

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Sie hatten eine Einladung bei  Bekannten, fuhren gut gelaunt los und freuten sich auf einen netten Abend. Es hatte wieder geschneit, die Straßen teilweise tückisch glatt und so fuhr er sehr langsam und vorsichtig, aber sie hatten ja Zeit. Aus dem Radio kamen die alten Songs von Dean Martin & Frank Sinatra.. Oldies… so wie sie.

Sie sahen  einen Wagen in Graben liegen, natürlich hielten sie, Warnblinkanlage an, und leuchteten mit den Scheinwerfern direkt auf den verunglückten Wagen. Da bewegten sich doch noch Menschen?

Sie sagte: “ Ich rufe die Polizei…“ Er sagte: „Ich gucke mal ob ich helfen kann.“ „Zieh die Warnweste…,“ doch er war schon aus dem Wagen und lief los.

Versuchte die Türen zu öffnen, doch er bekam sie nicht auf. Sie sah jetzt auch ein Kind, es klopfte an die Rückscheibe und schrie.  Inzwischen hatte sie der Polizei alle Angaben gemacht, in wenigen Minuten würde Hilfe kommen.

Sie machte die BeifahrerTür auf, die Warnweste in der Hand und rief: „Die Polizei ist gleich da und die Rettungskräfte auch. Komm, zieh bitte erst die Weste an.“ Doch er hörte sie wohl nicht und versuchte weiterhin den anderen Wagen zu öffnen. „Bleiben Sie ruhig!“ hörte sie ihn rufen, „Hilfe kommt!“

Sie stieg nun aus und wollte zu dem verunglückten Auto…

Ein ohrenbetäubendes Krachen, Splittern, .. sie bekam einen Schlag, flog bis in den Acker.

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… dann beugte sich ein Mann über sie: “ Hallo, können Sie mich verstehen? Wie heißen Sie?“ Mühsam antwortet sie und fragte: „Wo ist mein Mann?“

Später lag sie in einem Krankenwagen, man kümmerte sich um sie. Ihr war zum Glück nicht viel passiert, nur Prellungen, eine kleinere Wunde am Arm und eine Gehirnerschütterung. „Wo ist mein Mann?“ aber niemand beantwortete ihre Frage.

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Bis ein älterer Polizist zu ihr kam und sie fragte was denn geschehen sei. Sie schilderte alles so gut sie konnte, „..aber bitte, wo ist denn mein Mann? Ist alles in Ordnung mit ihm?“

„Seien sie bitte ganz stark, ich habe eine schlimme Nachricht…“ erschrocken starrte sie ihn an. „Ich muß Ihnen leider sagen, daß ihr Mann tot ist. Ein LKW ist mit hoher Geschwindigkeit auf ihr Auto geprallt, der Fahrer hat nicht mehr rechtzeitig bremsen können.  So wurde ihr Auto  auf den verunglückten Wagen geschleudert und ihr Mann stand genau dazwischen. Wir konnten ihn nur noch tot bergen. Es tut mir so leid.“

Sie war wie betäubt, konnte und wollte nicht glauben was man ihr gerade gesagt hatte.

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„Sie hat einen Schock, wir nehmen sie mit in die Klinik.“ „Nein, ich will zu meinem Mann!“ wollte sie noch schreien… doch sie wurde bewußtos.

In der Klink kam sie wieder zu sich,  hatte starke Beruhigungsmittel bekommen, wollte aber nicht dort bleiben. Sie ging auf eigenen Wunsch, „…nach Hause!“  mehr konnte sie nicht denken.

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Als sie dann vor dem dunklen Haus stand, überfiel sie eine schreckliche Hoffnungslosigkeit, sie hörte noch das Taxi wegfahren, schloß auf und stand dann sehr lange Zeit einfach nur da, konnte sich nicht bewegen, war  wie versteinert.

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Als sie am nächsten Morgen den ersten Schock überwunden hatte versuchte sie klar zu denken.  Jeder Atemzug war eine Qual, jeder Schlag ihres Herzens tat weh.. immer der Gedanke, daß er nicht mehr da war. Sein Herz würde nie mehr im Gleichtakt mit ihrem schlagen, sie war alleine und meinte nur noch sterben zu wollen. Die Trauer verschlang sie wie ein schwarzer Abgrund.

Undenkbar, ohne den geliebten Mann … alles sinnlos!

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Nach einem furchtbaren Tag und einer unendlich langen Nacht, regelte sie alles was man regeln muß, wenn ein geliebter Mensch gestorben ist. Die Polizei war gekommen, der ältere Beamte hatte noch einmal alle Fakten abgefragt und sie merkte, wie schwer es ihm fiel.

Als er schon gehen wollte fragte sie nach dem Kind, ob es ihm gut gehe? Da konnte der Mann kaum die Tränen zurückhalten, denn das Kind, seine Mutter und das Baby, sie alle waren bei diesem furchtbaren Unfall auch gestorben. Der LKW Fahrer lag schwer verletzt in der Klinik, sein Zustand sei kritisch.

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Danach saß sie lange am Tisch, Tränen hatte sie keine mehr, aber eine eisige Kälte war in ihr. „Das ist die Einsamkeit, nun habe ich nichts mehr zu erwarten. Mein Leben ist vorbei. Was soll ich hier ohne ihn? “ Die Gedanken gingen ihr immer wieder durch den Kopf. Familie hatte sie keine mehr, Freunde auch nicht, zumindest keine guten, eher einige flüchtige Bekannte… sie war nun ganz allein. Wofür sollte sie noch leben?

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Die kommende Nacht verbrachte sie mit dem Aufräumen des Hauses. Einige Papiere verbrannte sie im Kamin, andere legte sie sichtbar auf den Eßtisch.

Spülte die letzte Tasse und räumte sie in den Schrank. Ging noch einmal durch alle Räume… Erinnerungen …viele gute… einige wenige nicht.

Stand  dann auf der Terrasse, es war viel Schnee in den letzten Tagen gefallen. Nur ihre Fußspur war zu sehen und diese einsame Spur ließ sie aufschluchzen. Sie wußte, daß sie sich richtig entschieden hatte.

Die Sonne ging auf, es würde ein schöner Wintertag werden, der unberührte Schnee glitzerte wie tausende Diamanten, einfach wunderschön. Wie sehr hatten sie das geliebt… wie oft standen sie hier, Hand in Hand,  und erlebten gemeinsam den Sonnenaufgang. Sie wandte sich um, noch ein Blick zurück,  dann ging sie ins Haus und schloß die Tür.

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Den Schuß hörte niemand, denn ihr Haus stand sehr einsam, Nachbarn gab es nicht, aber es würde ein Brief bei der Polizei eingehen… morgen.

***

Zweisamkeit eben

Wütend ist sie… so wütend, daß sie kaum sprechen kann, also schreit sie und spektakelt… und er steht stumm daneben.

Nicht auszuhalten das – immer und immer wieder das gleiche! Hört das denn nie auf? Warum sagt er nichts? Er macht sie rasend mit seiner Ruhe!

Und er steht da und überlegt was sie wohl haben könnte, warum sie sich so aufregt? Er weiß es nicht, versteht es nicht.  Wie so oft bleibt ihm verborgen was sie umtreibt und wie so oft ist er ratlos.

Irgendwann  verstummt sie und irgendwann gehen sie zum alltäglichen Ton über, für dieses Mal ist es ausgestanden, für dieses Mal sind sie gerettet.

 

 

 

am sechsten Tag

Tag sieben

Am siebten Tag sollst du ruhen!

… und so lehnte sie sich zurück, nahm ein Schlückchen Tee und lächelte entspannt.

*

Tag sechs

„Ich möchte einen Unfall melden…. Ja, mir ist ein Mann vor den Wagen gelaufen…. nein, er bewegt sich nicht, ich weiß nicht, ich glaube er ist tot?…“

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einige Minuten früher:

Da war er ja wieder, sie faßte das Lenkrad fester, ihre Knöchel traten weiß hervor. Sie trat auf die Bremse. Er stand mitten auf der  kleinen Straße, hatte wieder auf sie gewartet, drehte sich um und sah sie höhnisch an. “ Du Schlampe“, rief er. „… warte, bis ich dich da raushole…“

Sie trat das Gas bis zum Anschlag durch, der Motor heulte auf und der Wagen machte einen Satz nach vorn. Seine angstvoll aufgerissenen Augen sah sie noch, dann hatte sie ihn voll erwischt. Hörte seinen Schrei, der abrupt abbrach…

Nein, sie bremste nicht, sondern gab weiter Vollgas,  der Wagen drohte auszubrechen und sie kam erst an der nächsten Querstraße zum Stehen. Sie atmete aus, merkte erst jetzt, daß sie, seitdem der Wagen  ihn übergerollt hatte, sie die ganze Zeit die Luft angehalten hatte. Ihre verkrampften Hände wollten das Lenkrad nicht loslassen und sie saß eine oder zwei Minuten einfach nur da und versuchte wieder ruhig zu werden.

Da sah sie im Rückspiegel, das er sich taumelnd auf sie zu bewegte. Der Schreck lähmte sie nur eine Millisekunde, sie rammte den ersten Gang ein, fuhr an, drehte und rast mit großer Geschwindigkeit auf ihn zu. Er versuchte noch zu entkommen und sie sah seine Panik, zu spät! Schon hatte sie ihn ein zweites Mal überrollt. Sofort hielt sie an, nahm das große Messer  vom Beifahrersitz und sprang auf die Straße. Da lag er, rührte sich nicht mehr, Arme und Beine seltsam verdreht, in einer größer werden Blutlache die  in den Rinnstein rann.

Vorsichtig ging sie näher, er atmete noch und er erkannte sie. Doch nur noch wenige Atemzüge, dann war Ruhe. Noch wartete sie einen Moment, stieß ihn dann mit der Fußspitze an, nein, er rühte sich nicht mehr. Er war tot!

Sie sah die Straße rauf und runter, doch  um 4 Uhr war kein Mensch unterwegs und in den beiden Häusern da hinten war kein Licht angegangen, keiner hatte etwas gesehen oder gehört!

Das große Messer legte sie unter den Sitz, nahm ihr Handy aus der Jackentasche und rief die Polizei.

*

Tag fünf

Sie hatte Magenschmerzen, ihr war übel und am liebsten hätte sie alles hin geschmissen. Gleich mußte sie wieder ihre Tour fahren und die TodesAngst war zu ihrem Begleiter geworden. Er würde wieder auf sie warten, ob sie ihm noch einmal entkommen könnte? Fieberhaft überlegte sie, welchen Weg sie heute nehmen könnte, damit sie der Gefahr entgehen würde.

Sie zitterte unkontrolliert, aber es half nichts, sie mußte los. Es ging um Leben oder Tot. „Er oder ich“….dachte sie.

In dieser Nacht hatte sie Glück, eine Familie verstaute Koffer im Auto, sie liefen hin und her ins Haus, sie hörte fröhliche Stimmen, die fuhren in Urlaub.

Da hinten stand er halb verdeckt hinter Büschen und lauerte… doch heute konnte er ihr nichts anhaben. Für diese Nacht war sie gerettet.

*

Tag vier

Heute kam sie eine Stunde später als normal und aus der anderen Richtung, doch sah sie ihn schon von weitem. Er stand halb verborgen hinter dem Gebüsch und beobachte die Straße. Er wartete, er würde sie fertig machen… WAS würde er mit ihre machen? Die Angst schnürte ihr den Atem ab und sie fühlte sich schwach und schwindelig.

Sie bremste, verriegelte den Wagen und fuhr langsam weiter, da hatte er sie auch schon gesehen. Er schrie, sie verstand es nicht, sah nur noch wir er eine Eisenstange schwang und auf ihre Motorhaube drosch.

Irgendwie kam sie vorbei. Naßgeschwitzt saß sie später lange vor der Bäckerei in ihrem Auto. Tränen liefen über ihr Gesicht und sie hatte nicht die Kraft aufzusteigen. Menschen gingen vorbei, holten ihre Morgenbrötchen. Am liebsten hätte sie jemand angesprochen  und um Hilfe gebeten.

Doch sie wußte , niemand würde ihr helfen können… ihre Lage war verzweifelt und hoffnungslos!

*

Tag drei

Heute Nacht würde sie den Wagen nehmen und versuchen zu überleben.

Sollte sie sich einfach krank scheiben lassen, wäre das die Lösung? Doch sie ahnte, daß es nur ein Aufschub wäre, denn er würde nicht aufgeben. So ging sie auf ihre Tour, die Angst fuhr mit und sie fuhr dieses bestimmte Stadtviertel erst ganz zum Schluß an.

Immer wieder schaute sie sich um, erwartet ihn zu sehen, und richtig, wieder war er dort in der Nähe vom Friedhof. Zuerst hatte er sie in ihrem Wagen nicht erkannt, doch leider kam sie nicht unbemerkt vorbei. Er stand mitten auf der Straße und zwang sie zu bremsen. Er versuchte die Tür zu öffnen, doch die Verriegelung hielt. Er nahm einen Stein auf und schlug auf die Frontscheibe ein. Er schrie sie an und sie hatte Angst wir noch nie in ihrem Leben. Was hatte sie ihm getan, sie kannte den Mann doch gar nicht?

Sie gab Gas und fuhr los, er sprang gerade noch zur Seite und rief ihr Unflätigkeiten hinterher.

Später hielt sie an und konnte sich kaum wieder beruhigen, sie zitterte am ganzen Körper, so stark, das ihre Zähne aufeinander schlugen. Was sollte sie nur tun?

*

Tag zwei

Angstvoll sah sie um die Hausecke, sah die dunkle Straße runter … atmete auf und dachte: “ Er ist nicht da… ich hab mich umsonst geängstigt!“ Erleichtert machte sie sich wieder auf den Weg.

Als sie am Friedhof fast vorbei war, wurde sie vom Rad gerissen. Sie schrie und schlug hart auf den Asphalt auf. Schmerzen  schoßen durch ihr rechtes Knie und den linken Arm.

Sie versuchte sich aufzurichten, doch schon war er da und schlug ihr ins Gesicht.  Irgendwie bekam sie den Elektroschocker aus der Tasche…… „wie geht der an?“ sie fummelte panisch an den kleinen Schaltern, da traf sie ein weiterer Schlag. Ihre Lippe platze auf, blutete und tat unerträglich weh… sie stöhnte auf.

Da, der knisternde Lichtbogen!  Er sah es zu spät und sie drückte den Schocker an seinen Brustkasten und hörte nicht auf. Er zuckte  und schrie und zuckte weiter, aber sie ließ dem Schalten nicht los und so floßen 38o ooo Volt durch seinen Körper.

Sie flüchtete, ließ ihn liegen…

Weg … nur weg !

*

Tag eins 

Wie immer war sie mit dem Rad unterwegs , es war mitten in der Nacht, die Straßen ruhig und sie dachte über einige Dinge nach. Die Luft war angenehm kühl und so fiel es ihr leicht ihre Tour zu fahren.

In Gedanken war sie schon bei dem kommenden Tag, hatte einiges zu erledigen  und plante wie sie alles schaffen könnte.

Nur noch eine viertel Stunde, dann wäre sie hier für heute auch fertig, dann noch die andere, kleinere Runde und…

Ein Krachen von Ästen, aus dem Gebüsch am Friedhof sprang  jemand. Sie erschrak sehr!

Schon wurde ihr Rad festgehalten und sie konnte nicht weiter. Der Ruck brachte sie zu Fall. Hilflos lag sie hab unter ihrem Rad und sah einen Mann auf sich zukommen. Sie bekam Angst.

„Na, du Schlampe…“ erschrocken sah sie ihn an, ein ihr vollkommen Unbekannter beschimpfte sie?

Ihr Bein lag verdreht unter dem Rad und sie kam einfach nicht wieder hoch. Er griff in ihre Haare und schlug ihr ins Gesicht. Es tat sehr weh und sie konnte sich nicht wehren, er riß  weiter an ihren langen Haaren, „Steh auf!“

Ein Tritt in ihre Rippen, ein weiter Schlag ins Gesicht, sie hatte TodesAngst.

Sie bekam das große Messer, das  immer am Lenkrad hing, zu fassen und hieb nach ihm. Ja, sie hatte ihn irgendwo erwischt, er schrie auf, ließ ihre Haare los und sie rappelte sich hoch. Er fluchte und hielt sich den Arm, sie versuchte ihr Rad aufzurichten, doch da er packte sie schon wieder. Sie stieß erneut mit dem Messer zu und rammte es in seine Hand. Schreiend ließ er sie los.

Sie rannte und rannte und sprang dann aufs Rad und fuhr um ihr Leben. „Das wirst du büßen du Schlampe, ich mache dich fertig!!!“

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Noch Stunden später, als sie längst in der Sicherheit ihres Heims war, konnte sie sich nicht beruhigen. Unfaßbar das Ganze! Ein Mann hatte versucht, .. ja, was hatte er versucht? Wollte er sie vergewaltigen, wollte er sie töten?

Immer wieder drehte sich das GandankenKarsusell und sie kam einfach zu keiner Lösung. Die Polizei? Was konnte sie denen sagen, sie wußte nicht mal wie der aussah.

Wer würde ihr helfen? Verzweifelt saß sie da… und hatte Angst vor der nächsten Nacht.

Leben heißt warten???

Die Freude, besser gesagt die VOR-Freude auf etwas, ist meistens viel schöner als das erhoffte Ereignis.

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Als Kind freut man sich wie blöde auf Weihnachten…. schon Tage vorher ist man ganz hibbelig und wenn erst die Türe sich öffnet, der LichterGanz  des Baumes, die stimmungsvolle Musik, der Geruch nach Spekulatius, bunte Geschenke… ja, DAS ist es, darauf hat man sich nun solange gefreut.

Doch schnell wird es fad, die Lichter strahlen nicht mehr ganz so hell, die Musik stört im Ohr, die Geschenke, naja… und überhaupt, man mag keine Spekulatius.

Aber im nächsten Jahr, da wird sich wieder VOR-gefreut, ganz bestimmt wird das dann alles viel schöner!

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Als Erwachsene kann man es kaum erwarten ENDLICH zu heiraten… (wenn man denn einen dafür gefunden hat)… in WEISS mit allem Pi Pa Po… die Vorbereitungen laufen über Wochen,  alle Sparstrümpfe werden geplündert, man will sich ja nicht lumpen lassen, (alleine schon damit die Leut nix zum Reden haben…).

Die Wahl des Brautkleides ist mit kaum etwas auf dieser Welt vergleichbar an Wichtigkeit… die Auswahl der Gäste, der Lokation, des Fotografen, der Kutsche/Limousine, … die Liste ließe sich unendlich fortsetzten… und all das geschieht voller VOR-Freude auf ein glückliches Leben!

Doch kaum ist der letzte Walzer verklungen, die letzten Gäste verabschiedet, mit dem letzten Schlückchen Sekt aufs Glück angestoßen… wirds wieder grau, die Farben verblassen und der Alltag will gelebt werden.

Dann stellt man fest, daß ER die Zahnpasta nicht zudreht und SIE nicht kochen kann … und schon gibt es kein HAPPY END!

Aber schon bald ist man wieder auf der Jagd nach dem LebensGlück, voller VOR-Freude auf kommende Wonnen…

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So hangelt man sich von VOR-Freude zu erhofftem Glück und eh man es sich versieht ist so ein kleines MenschenLeben vorbei…

Voller VOR-Freude sehnt man nun den letzten Besucher herbei der einen ins Paradies bringen soll. Man stellt sich vor, wie schön das nun wird und wartet und will den Gevatter gar freudig begrüßen…

Doch oft schon ist das Warten lag und bitter und wenn er dann kommt… ja, was soll ich sagen, nicht alle kommen ins Paradies, denn er könnte sagen: „Zu früh gefreut! Für alles im Leben muß man zahlen… auch für ungelebtes… “

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bist du glücklich?

Hmm…???

Da hat sie einer das gefragt von dem sie nichts hören möchte, den sie nie mehr sehen möchte, der seit Jahrzehnten vergessen war.

„Bist du glücklich?“

Was geht den das an und wie kommt er dazu ihr so eine Frage zu stellen? Das geht zu nah, das ist nicht OKAY, das überscheitet eindeutig Grenzen die sie gezogen hat.

„Bist du glücklich?“

Wie kann er es wagen sie überhaupt anzusprechen und wie kann er es wagen ihr solche eine Frage zu stellen? Sie ist verärgert. Sie will nicht darüber nachdenken. Sie will vor allem NIE wieder über ihn nachdenken.

Doch auch nach Wochen kommt die Frage immer wieder hoch.

„Bist du glücklich?“

Bis der Tag kommt und sie sich die Frage stellt, ganz leise, innendrin: „Bin ICH glücklich?“

…und das da eine winzig kleine Pause ist, so ein Luftholen, so ein Zögern… das macht sie nachdenklich.

„Bin ich glücklich?“ … Aber ja, sie hat allen Grund sich eine glückliche Frau zu nennen, da könnte sie so einiges aufzählen.

Warum kann sie dann nicht ganz einfach und ohne jeglichen Vorbehalt mit JA antworten?

„Gibt es überhaupt einen Menschen, der nur glücklich ist?“ fragt sie sich. „Ist das möglich? …oder brauchen wir Menschen nicht viel mehr auch das Unglücklich sein… um dann wieder schätzen zu können, wenn das Glück vorbeischaut?“

„Ja..-  Ja…!“ denkt sie und: „JAAAAAAAAAA!“ ruft sie laut, so daß die Katze erschreckt vom Schoß springt.

„So glücklich wie es eben geht… so glücklich, das ich ein zufriedenes Leben habe!“ und lächelnd lehnt sie sich zurück und denkt über ihr persönliches LebensGlück nach… und wie viel sie davon schon in ihren Leben bekommen hat.

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eine unglaubliche, aber wahre Geschichte

In eigener Sache eine Vorbemerkung (27-Juni-14)

DIES ist eine erfundene Geschichte, eine Art Märchen, man muß sie nicht lesen… und ich möchte bitten keine weitern blöden Kommentare dazu abzugeben.

Nachdem diese Gesichte nun immer wieder irgendwo veröffentlicht wird, ohne mein zutun, und ich immer wieder wirklich blöde Kommentare dazu erhalte, habe ich die Funktion nun geschlossen.

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Es gibt Geschichten, die möchte ich gerne erzählen, aber dann sind sie so unwahrscheinlich, daß ich denke, ich laß es lieber.

Doch die Geschichte von Herrn Engel aus dem ersten Stock muß ich nun doch erzählen.

Ich fange ganz von vorne an:

Nachts, wenn ich durch die Straße fahre sehe ich auch hin und wieder ein erleuchtete Fenster,  meistens gucke ich nicht rein, ich will ja  nicht neugierig sein. Doch ein Fenster im ersten Stock, an der Himmelreichallee, war immer etwas erhellt und ich schaute genauer hin. Da hing etwas an der Wand. Es schien ein Flur mit einer Garderobe  zu sein… was hing denn da nur?

Auch am nächsten Tag schaute ich hoch und sah es wieder… und so ging das eine ganze Zeit ohne das ich wirklich etwas erkennen konnte.

Ich fing an mir auch tagsüber Gedanken zu machen und wollte zu gerne das Rätsel lösen.

Eines Nachts war das Licht in dem Flur im ersten Stock etwas heller und ich dachte: „… da hängt ein Paar große Flügel.“ Im nächsten Moment rief ich mich zur Ordnung, denn das konnte ja gar nicht sein, mir spielte wohl meine Phantasie einen Streich. Schon war ich vorbeigefahren und überlegte noch lange, was ich gesehen hätte.

Es ergab sich, das ich eine alte Bekannte besuchte, die ganz in der Nähe der Himmelreichallee wohnt und auf dem Heimweg kam ich wieder an dem geheimnisvollen Fenster vorbei. Jetzt, im hellen Tageslicht sah ich, das es sich wirklich um die Garderobe in einem Flur handelte, aber sie war leider leer.

Da ging ein Mann vorbei und verschwand eilig in dem Haus. Ich hätte schwören können, das er irgendwas auf dem Rücken trug.

In der nächsten Nacht fuhr ich sehr langsam, denn ich wollte in aller Ruhe einmal schauen… da ging das Licht ganz hell in dem Fenster an. Ein Mann kam in den Flur ergriff das was dort hing und es sah so aus, als wenn er große Flügel auf den Rücken hätte.

Verwundert schaute ich noch einmal hin— doch da war das Licht erloschen. Einen kurzen Moment später ging die Haustür auf und der Mann traf heraus. Im Licht der Straßenlaterne konnte ich deutlich ein paar große Flügel auf seinem Rücken erkennen. Er wippte etwas in den Knien und plötzlich flog er hoch.

Sprachlos stand ich dort sah ihn  an. Er drehte eine kleine Runde, sah mich an und war verschwunden. Das konnte ja nicht sein, ich mußte mich fest kneifen, doch ich war wach.

Den  Rest der Nacht grübelte ich… und kam immer wieder zu dem Schluß, das ich mir da wohl etwas eingebildet hätte, anders konnte es ja nicht sein.

Es ließ mir keine Ruhe und so bezog ich Posten vor dem Haus in der Himmelreichallee, in der Hoffnung den Mann  zu sehen. Was ich dann allerdings machen wollte wußte ich nicht. Ich konnte ja schlecht zu einem fremden Mann gehen und fragen: “ Sagen Sie mal, haben Sie   Nachts Flügel und fliegen herum?“

Das ging nicht, er würde mich für verrückt halten. Leider stand ich lange vergeblich dort und fuhr schließlich nach Hause.

Zwei Nächte später sah ich über der Himmelreichallee einen großen Schatten kreisen… gab es so große Vögel überhaupt?

Der große Schatten flog eine weitere Runde und verschwand hinter den Dächern. Dafür kam mir der Mann entgegen und sprach mich an:“ Ich habe wohl bemerkt, das Sie mich beobachtet haben , was wollen Sie?“

Verlegen sah ich ihn an, er schien ein ganz normaler Mann zu sein, mittel alt, ein sympathisches Gesicht, was sollte ich nur antworten?

„Es tut mir leid, ich wollte nicht aufdringlich sein, aber…“ fing ich stotternd an. „….aber…,“ ich wußte nicht weiter.

„Passen Sie auf, ich hab jetzt dringend etwas zu erledigen, aber kommen Sie doch wieder hierher wenn Sie auch fertig sind. Ich lade Sie zum Frühstück ein.“  Zögernd  nahm ich die Einladung an.

So gegen 7 Uhr stand ich in der Himmelreichallee und wartete. Nicht lange, denn da kam er schon um die Ecke, vergnügt pfeifend und mit einer BrötchenTüte in der Hand. „Guten Morgen, kommen Sie, wir gehen hoch.“ begrüßte er mich. Er sah mein Zögern, „Keine Angst, ich erkläre Ihnen gleich alles.“

Normalerweise gehe ich nicht mit fremden  Männern in deren Wohnungen , aber in diesem Fall hatte ich komischerweise keine Bedenken.

Wir gingen ins Haus, die Treppe herauf, er schloß die Wohnungstüre auf , legte die Tüte auf ein Schränkchen, griff sich auf den Rücken … und hängte große Flügel an den Wandhaken.

Stumm vor Staunen konnte ich ihn nur fragend ansehen. Er lächelte und sagte: „Ja, nun haben Sie es also genau gesehen, hier hängen eine paar große Flügel!“ Ich konnte ihn nur ansehen, eine Antwort brachte ich nicht raus.

„Setzen Sie sich doch,“ wir standen inzwischen in der Küche , “ … der Tee kommt gleich.“

Er machte sich in der Küche zu schaffen und kurze Zeit später saßen wir am gedeckten Frühstückstisch. „Ich weiß ja, Sie werden nichts essen, bevor ich Ihnen alles erklärt habe,“ wieder lachte er vergnügt. “ Sie müssen wissen, ich bin ein Engel und bin beruflich oft unterwegs… die Flügel gehören zur Berufskleidung,“

Ich schnappte nach Luft und starrte ihn ungläubig an.

“ Nein, weder Sie noch ich … keiner ist hier verrückt! Ich weiß ja, das ist erst mal schwer zu glauben, aber Sie haben die Flügel ja schon eine ganze Zeit gesehen und ich wußte, das Sie neugierig geworden sind. Es half nichts, das Sie sie nicht richtig erkennen konnten… denn die Menschen können unsere Flügel eigentlich nicht sehen. Erst als Sie mich haben wegfliegen sehen, wußte ich, das wir miteinander sprechen müssen.“

Wie benommen versuchte ich zu verstehen, was er mir sagte, aber ich gestehe, ich glaubte ihm kein Wort. Eher dachte ich daran, wie ich schnellstens wieder aus dieser Wohnung käme…

Er goß mir Tee ein und legte ein Brötchen auf meinen Teller, „Lassen Sie uns doch erst mal etwas essen,“  schlug er freundlich vor, “ Ich weiß, es ist schwer zu glauben…“

So saß ich mit einem fremden Mann, der dazu noch behauptete ein Engel zu sein, in seiner Wohnung   und schmierte mir Marmelade aufs Brötchen. Ich fing an zu kichern, ja ich lachte immer mehr, konnte einfach nicht  mehr aufhören.  Er stimmte mit ein und wir wischten uns die Lachtränen aus den Augen. Das war wirklich befreiend,  ich konnte danach mit gutem Appetit etwas essen.

Er erklärte mir dann, das er wirklich ein Engel sei und hier auf der Erde leben würde, er sei  sozusagen in ständiger Rufbereitschaft und  seine Aufgaben wären sehr vielfältig. Allerdings bedauerte er, das die Menschen kaum noch an Engel glaubten und sich auch für seine Hilfe  fast nie bedanken würden. “ Das macht es mir teilweise sehr schwer, denn wir Engel freuen uns auch über etwas Anerkennung.“ er klang traurig, als er das sagte.

Wie saßen noch lange beisammen und ich habe eine Menge von ihm erfahren, vieles darf ich leider nicht weitersagen, denn das ist streng geheim. Ich darf aber diese Geschichte erzählen und ich kann nur sagen, das mich das stolz macht.

Einen Freund hab ich gewonnen, und wir treffen uns oft, sprechen zusammen und manchmal hat er es eilig, dann winkt er mir nur kurz zu, bevor er seine Flügel ausbreitet und himmelwärts fliegt.

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zweisam

So gingen sie nebeneinander und die Frau griff nach seiner Hand.

Noch nach über 35 Jahren gingen sie immer noch selbstverständlich so, denn wie anders sollten zwei Menschen die sich lieben, gehen?

So saßen sie nebeneinander auf der Bank und schauten in Tal.

Wie selbstverständlich lehnten sie sich aneinander, denn wie anders hätten sie sonst sitzen sollen?

So lebten sie ihr Leben, gemeinsam, zweisam.

Und sie waren für jeden Tag dankbar, für jedes weitere Jahr zusammen, denn nur zweisam waren sie glücklich!

 

plötzlich und unerwartet

~~~….~~~ ….~~~….

Sie liegt auf einer sonnenbeschienen Lichtung, umgeben von lichten Mischwädchen. Die Luft riecht süß und schwer nach Sommer. Sie kann die Insekten summen hören, einige umkreisen ihren Kopf, dann wird das Gebrumm und Gesumm einen Moment lauter. Die Sonne ist nicht zu heiß, aber doch so warm, das sie sich rundherum wohlfühlt. Wie schön ist es doch zu leben!

„Hab ich jetzt Ferien? Wo bin ich eigentlich?“ Sie döst ein…

~~~p… ~~~ p…~~~ p…

Der Fahrtwind pfeift ihr ums Gesicht, sie lacht laut und unbeschwert, ihre langen Haare wehen im Wind. Nein, sie hat keine Angst, sie kann diesen Berg so schnell mit dem Rad herunterfahren, wie es nur eben geht. „Es ist herrlich, ICH lebe!“

~~~pi..~~ pi..~~~ pi..

Es „durchrieselte“ sie von Kopf bis Fuß, sie erschauerte … nein, sie dachte, das ist nicht das richtige Wort für soviel Glück und Liebe…

War sie jemals so glücklich gewesen? Hatte sie sich vorher jemals so sicher und so geliebt gefühlt? Ja, so stellte sie sich ihr Leben und ihre Zukunft vor. „Danke liebes Schicksal für mein Leben!“

~~~pie.~~~ pie.~~~ pie.

Über ihren Köpfen erplodierte ein so atemberaubendes Feuerwerk, das sie beide immer nur wieder „Ohhh“, „da schau nur“ und „Ahhh“ sagen konnten. Rote Funkenregen, gelbe Sterne , blaue Fontänen, hellweißes Geriesel, ein Geschimmer und Gefunkel so schön, das sie zum Schluß nur noch dastanden, sich an den Händen hielten und ganz still wurden. Ein perfekter Moment voller Glück in ihrem Leben.

~~~piep   — ~~~piep  —— ~~~ piep  —p….

Sie lachte! „Ich bin ein glücklicher Mensch und ich liebe meine Leben und ich… möchte… ….“

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Die Geräte , die sie bis dahin am Leben erhalten hatten gaben jetzt nicht mehr das gleichmäßige „piep“ von sich, sondern sie zeigten eine durchgezogene Linie begleitet von einem schrillen Signalton. Schließlich wurde auch dieser abgestellt und es war nun sehr ruhig in dem Zimmer.

„Es war die richtige Entscheidung! Das war ja kein Leben mehr, nur noch so dahin zu vegetieren. Gerade sie, die doch so fröhlich, voller Liebe und Ideen war… Nein, das ist schon gut so, vielen Dank für Ihre Hilfe!“

34 Jahre… open end

„Du..?“

„Hm?

„..und? …hab noch nix gehört heute.“

„Ich hab dich lieb.“

„… dann ist es ja gut!“