Leisala

Als sie erwachte konnte sie sich nicht erinnern wer sie war. Auch den gestrigen Tag, den Tag davor und  ihren Geburtstag hatte sie vergeßen. Es stellte sich heraus, daß sie gar nichts mehr wußte, sie hatte ihren Namen und ihre Lebensgeschichte verloren.

 

Im Krankenhaus  machte man alle nur möglichen Untersuchungen, Tests und Therapien, doch sie war wie ein leeres Blatt Papier.  Ihre Erinnerungen reichten inzwischen genau 3 Wochen und 5 Tage zurück, bis zu dem Augenblick als sie dort erwachte.

Die Polizei konnte auch nicht weiterhelfen, sie wurde offensichtlich nicht vermißt und auch sonst war sie nie auffällig geworden.

Man wußte nicht was man mit ihr machen sollte… einfach entlassen, aber wohin könnte sie gehen? Ohne Geld, ohne Familie oder Freude, ohne ein gelebtes Leben und ohne jede Erfahrung.

Sie war wie ein Kind,  sprach nur in einfachen Sätzen, ein altmodisch anmutendes Deutsch.

 

Sie stellte alle vor ein Rätsel. Schließlich erlaubte man ihr in der Klink zu bleiben, als Hilfe in der Küche, dafür bekam sie ein Zimmerchen im Schwesternheim nebenan.

 

Sie war schnell beliebt, immer freundlich und höflich, vor allem aber jederzeit bereit zu helfen. Nie schaute sie auf die Uhr, ob nicht schon bald Feierabend sei.. nie war ihr ein Gefallen lästig wenn man sie darum bat.

Mit den Patienten verstand sie sich gut, saß manche Stunde an Krankenbetten oder erledigte kleine Gefälligkeiten. Ihre Fröhlichkeit ließ sie oft die Schmerzen vergessen.

 

Auch noch nach vielen Monaten hatte sie keinerlei Erinnerungen, scherzhaft sagte man, sie sei wohl ein SternenMädchen, einfach so vom Himmel gefallen.

Ihr Lächeln und ihre Freundlichkeit öffneten ihr alle Herzen und sie war wie ein lichter Sonnenstrahl für so viele.

 

Bis sie plötzlich verschwunden war, auf den Tag genau war ein Jahr vergangen. Keine Spur ließ sie zurück, hatte nichts von den wenigen Dingen mitgenommen, die sie inzwischen besaß, nur das alte Kleid, in dem man sie damals gefunden hatte.

 

Noch lange sprach man über sie, nannte sie Leisala das SternenMädchen. Manche glaubten sie wäre ein Engel, der sich hier auf Erden seine Flügel verdienen sollte, andere sagten sie sein bestimmt eine Fee gewesen.

Das Rätsel um ihre Herkunft und Person wurde nie gelöst.

*

047

 

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die Grauen… und wenn die Zukunft voller Wunder ist

Dieser lange Winter hat an ihren Reserven gezehrt. Die Speicher für gute Laune, Gesundheit und Kreativität sind leer.

Jeden Tag kamen die Grauen und wenn sie gingen  fehlte wieder ein Stückchen von ihr. Sie bemerkte es nicht sofort, aber die Energie Vampire waren überall um sie herum. Je länger der Winter dauerte, desto unverfrorener wurde sie angezapft.

Nachts in ihren Träumen erschien die blaue Frau, die eigentlich eine Göttin ist, sich aber lieber blaue Frau nennt, sie nahm sie bei der Hand und flog mit ihr zum Fenster hinaus. Höher und immer höher bis zu den Gipfeln des Weltenbaumes.

Da in den Wolken machten sie Rast und saßen Nacht für Nacht dort, schauten den Sternen zu und wenn sie erwachte fühlte sie sich erfrischt. Doch immer wieder aufs Neue kamen die Grauen, die Energie Vampire und sie fühlte sich schlechter und schwächer, bis sie meinte, nie mehr aufstehen zu können.

In dieser Nacht kam die blaue Frau und sagte ihr: “ Ich nehme dich nun mit, du bist alt und krank, bist du bereit mir zu folgen?“ Sie konnte nur noch nicken und schon fühlte sie sich empor getragen. Dieses Mal aber ging es noch höher bis zum Schloß über  den Wolken in dem die blaue Frau lebt.

Sie schlief und jedesmal wenn sie erwachte saß die blaue Frau bei ihr und schon schlief sie wieder ein. Doch irgendwann hatte sie ihre Energie und Kraft zurück und konnte aufstehen. Sie erkundete das riesengroße Schloß , alles war zauberhaft und überall gab es neue Wunder zu bestaunen.

Doch schon bald wurde sie immer stiller und mußte zugeben daß  ihr etwas fehlte. Die blaue Frau bemerkte es natürlich und fragte was denn los sei. Ob sie denn nicht glücklich hier oben im Wolkenschloß sei, ob sie denn nicht alles bekäme was sie sich wünsche?

Sie konnte nur nicken und fühlte sich undankbar, aber sie mußte zugeben, das sie nicht glücklich sein konnte.

Da oben im Schloß der blauen Frau gab es kein anderes Leben. Sei fragte: „Warum wachsen hier keine Blumen und wo sind die Bäume ? … und warum leben keine Tiere hier oben bei dir?“

„Weil ich mich um alles Leben sorgen muß, ich bin für die Lebenden da unten zuständig, hab einfach keine Zeit.“

„Warum hast Du mich denn mitgenommen?“

„Weil Du nicht mehr lebst, ich wollte dir nur eine Pause gönnen, bevor ich dich weiterbringe.“

„Wohin? Weiterbringen..?“ sie war zu neugierig  und löcherte die blaue Frau mit Fragen.

„Ich sehe schon, nun gibt es kein Halten mehr, “ sagte die blaue Frau lächelnd. „Du wirst mir keinen Frieden lassen bevor Du nicht alles weißt. Also gut… da du so erschöpft warst konntest du dir nicht mehr deinen Himmel aussuchen und deshalb habe ich dich mitgenommen.“

Sie schaute verwirrt, „…aussuchen?“

„Ganz recht, jeder Mensch kann sich seinen Himmel aussuchen, für den einen ist er so für den anderen ganz anderes, eben so wie der Mensch es sich wünscht. Überlege gut, es gibt nur eine Wahl.“

Sie senkte den Kopf, so viele Fragen… so vieles das sie wissen wollte. „Ob ich vielleicht meine Familie und einige meiner Freunde sehen könnte, die mir schon vorausgegangen sind? Wäre das möglich?“

Die blaue Frau nickte lächelnd, „Natürlich kannst du Besuche machen, aber erst einmal sollst du für dich ganz alleine entscheiden wie du hier sein möchtest.“

„Das ist doch ganz klar, ich möchte all meinen Tieren um mich haben, ich hoffe es geht ihnen allen jetzt gut. Ob sie mich wohl erkennen?“

„Wir können losfliegen, sobald du weißt was du willst.“ sprach sie blaue Frau. „Aha, du hast ja schon ganz genaue Vorstellungen, das erleichtert die Sache, also … los gehts!“

Sie nahm sie an der Hand und schon flogen sie über die verschiedensten Landschaften, sahen große Städte, die aber nichts glichen was sie von der Erde kannte.. sah so viel ungewohntes und unbekanntes, so daß sie oft nur staunen konnte. Weiter und immer weiter flogen sie… die verschiedenen Himmel wurden seltener.. es wurde immer einsamer…

Bis sie endlich in einem Tal landeten. Ein kleiner Fluß kam oben aus den Bergen. plätscherte munter über große Steine und floß in einen glasklaren See. Große, alte Bäume, bunte, üppige Blumenwiesen, die samtige Luft war erfühlt von wunderbaren Düften und… ja, und jetzt setzte ein vielstimmiger Vogelchor ein.

Staunend stand sie da, konnte nur immer wieder schauen, entdeckte schließlich ein kleines, altes, von Efeu überwuchertes, Haus, das beschützt unter einem riesigem Baum stand.

„So hab ich es mir immer vorgestellt,“ sie konnte nicht weitersprechen, denn nun kamen die Tiere . All ihre Lieben die sie im Laufe der vielen Jahren verloren hatte…Hunderte! .. Alle waren sie da, jung,  gesund, voller Lebensfreude und auch von ihr waren die Jahre abgefallen. Vergessen all das Schwere, vergessen die Grauen  und all die unerfreulichen Begebenheiten eines langen Lebens

„Ich laß dich nun alleine. Adieu!“ sagte die blaue Frau.

„Ich hab aber noch so viele Fragen…“ doch die blaue Frau unterbrach sie : “ Stell sie doch den Menschen die schon länger hier sind. Sie haben auf dich gewartet und werden sicher bald vorbeischauen. Bis dahin lerne deinen Himmel erst einmal kennen.“

Sie bedankte sich sehr und machte sich auf ihre eigene neue Welt zu erkunden. Glücklich und voller Lebensfreunde lief sie und rannte laut lachend, begleitet von den Tieren, bis sie ans Ende des Tals kam. Dort war eine hohe, alte Mauer.

Ein kleines Tor das sie vorsichtig aufmachte und dahinter warteten noch viel mehr Tiere, elend, geschunden, und voller Pein. Tränen schoßen ihr in die Augen und sie machte das Tor weit auf: „Kommt! Kommt ALLE!“ rief sie.

Und die Tiere kamen, kaum aber schritten sie über die Schwelle, fielen alle Qualen von ihnen ab und auch sie waren wieder jung und voller Lebenskraft. Es war eine Freude zu sehen wie sie übermütig durch das saftige Gras sprangen. Es kamen nicht nur Hunde und Katzen, nein Ziegen, Esel, Kühe, Pferde, Schweine, auch Hühner und anderes Getier.

„Ja, ich bin wirklich in meinem Himmel!“ dachte sie dankbar.

Alles wofür sie ein Leben lang gekämpft hatte, oft leider vergebens, schien sich hier zu Erfüllen. Eine unendliche Dankbarkeit war in ihr, ein warmes Gefühl der Geborgenheit, ein Glücksgefühl und eine Zuversicht, die sie nie vorher empfunden  hatte.

Später als sie in ihrem kleinen Häuschen bei einer dampfenden Tasse Tee saß, viele ihrer geliebten Tiere um sich herum, konnte sie immer nur wieder nicken und denken:031 „Ich bin wirklich angekommen!“

Der rote GlücksHut

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In einer stürmischen Regennacht vor über 25 Jahren blies der Wind ihr einen roten Hut vor die Füße.

„Du kommst mir gerade recht!“  Sie hob ihn auf, „Hey, danke Bruder Wind!“ rief sie in den Sturm. Er paßte wie angegossen und so kam sie fast trocken durch den Regen.

Von da an begleitete der rote Hut sie, von einer Tasche in die andere  wurde er gepackt und bei Regen hervorgeholt.

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Da sie jede Nacht unterwegs war, leistete der rote Hut ihr gute Dienste und manchmal rief sie übermütig: “ Ich danke dir Bruder Wind, ich danke dir sehr für meinen roten Hut!“

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Es war an einem Dienstag im Mai, der rote Hut begleitet sie schon mehr als zwei Jahre, es regnet leicht und sie trug ihn natürlich. Als eine plötzliche starke WindBöe ihr den Hut vom Kopf riß, er flog hoch und der Wind spielte mit ihm.

Weiter und immer höher flog der rote Hut und sie rief: „Bitte gib mit meinen roten Hut wieder Bruder Wind!“

Da landete er auf der anderen Straßenseite noch hinter dem Graben in einem Gebüsch. Sie lief gleich hinüber, leider kam sie so nicht an ihn heran. Dafür mußte sie erst mal den Graben überwinden, das war nicht so leicht, doch dann stand sie drüben und die Dornen der Brombeeren zerkratzten ihre Hände.

Unbedingt wollte sie ihren roten Hut wieder haben und so biß sie  die Zähne zusammen und griff sich den Hut. Nun hing sie aber ganz in den dornigen Ranken fest.

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Ein ohrenbetäubendes Krachen ließ sie herumfahren und etwas traf sie an der Schulter. Gerade sah sie noch wie ein Wagen sich in die Hauswand bohrte. Genau da hatte sie vor wenigen Augenblicken noch gestanden!

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Im Haus gingen die Lichter an, aufregte Stimmen waren zu hören und ein Mann kam um die Ecke gelaufen.

Sie riß sich los und sprang zurück auf die Straße, den roten Hut fest in der Hand.

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Später als die Polizei und der Rettungswagen da waren: „Ihr Fahrrad ist total zerquetscht, der Wagen hat es ganz überrollt, da haben Sie aber sehr viel Glück gehabt,“ sagte der Polizist zu ihr. „Hätten Sie da gestanden, Sie wären tot!“

Sie mußte sich erst einmal setzen, nun kam der Schock. Sie sah, wie die Feuerwehrmänner den Fahrer aus dem Autowrack mit schwerem Gerät befreien mußten, wie der Notarzt sich um den Mann bemühte… und viel später wie er abtransportiert wurde, er hatte den Unfall nicht überlebt.

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Dieses Erlebnis steckte ihr lange in den Knochen, darüber mußte sie immer wieder nachdenken. Hätte der Wind ihr nicht den Hut vom Kopf gerissen… komisch, nur eine einzige starke Böe in der ansonsten windstillen Nacht hatte ihr das Leben gerettet.

„Bruder Wind ich danke dir!“ diesen Gedanken wiederholte sie immer wieder im Geiste.

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Der rote Hut begleitete sie noch viele Jahre und es gab noch einige Situationen, wo er sie rettete oder vor Unheil bewahrte. Sie hatte irgendwann begonnen mit „ihrem roten GlücksHütchen“ zu reden.

Durch glückliche und traurige Tage ging sie mit ihrem roten Hut, ja,  sie setzte ihn jetzt immer auf auch wenn es nicht regnete.

Er war zur einzigen Konstanten in ihrem Leben geworden.

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Alles hatte sich verändert, sie war alt geworden, nicht mehr gesund und nun auch noch ganz alleine. Der Tod hatte ihr nach und nach all ihre Lieben genommen.

„Ach, rotes Hütchen, nur du bist mir geblieben“, sagte sie oft. „Ich wünschte Du könntest mit mir in die Ewigkeit fliegen, dort wo schon alle auf mich warten. Bruder Wind, ich bitte dich, nimm uns mit!“

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Sie war so traurig und so alleine das sie nur noch diesen einen Wunsch hatte.

Immer und immer wieder bat sie den Bruder Wind um diese letzte Reise.

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In einer sehr stürmischen Nacht stand sie wieder draußen, der Wind zerrte und rüttelte an ihr und sie hielt mit aller Kraft ihren roten Hut fest.

Da erfüllte der Wind ihre Bitten. Er hob sie hoch empor, wirbelte sie herum und ihr ausgelassenes Lachen verschmolz mit  dem Singen der Winde, denn es waren gleich alle vier Brüder in dieser Nacht zu ihr gekommen.

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Nach dem Sturm fand man eine alte Frau  hoch oben in einem Baum.

Sie war tot, aber sie lächelte und hatte einen roten Hut auf dem Kopf. Als man sie später herabließ …. flog der rote Hut mit einem Windstoß davon.

 

 

 

wo gibts denn sowas?

Wie hoch ist das persönliche Glück ?

Was… wie HOCH?

Na, ich meine, wieviel Glück steht jedem Einzelnen zu?

Ich versteh die Frage nicht? Wollen Sie das messen und wenn  ja wie und  womit?

Ja, man müßte Glück abmessen, damit es gerecht zugeht. Sagen wir mal jeder bekommt eine Grundausstattung Glück mit auf seinen Lebensweg.

Grundausstattung? Ich glaub Sie spinnen wohl.

Aber überlegen Sie doch mal, wenn jeder Mensch sagen wir mal 5 Ellen Glück bekäme, zur freien Verfügung…

Also, ich denke Sie sind verrückt. Wer oder was sollte einem das denn wohl geben? …und wo sollte man das aufbewahren?

Ja, da sprechen sie ein wichtiges Thema an, denn man sollte sein Glück nicht aufbewahren, sondern einfach leben, es auch mit anderen teilen.

Teilen?  Ja, Sie sind eindeutig verrückt. Wer würde mir was geben? Wie komme ich also dazu mein Glück zu teilen?

Sehen Sie wir kommen schon ein Stückchen weiter, wir beiden. Jetzt halten Sie es auch für möglich, das man Glück bekommen kann..

Nein, natürlich halte ich das für eine unmögliche Idee…

Passen sie auf, was würden Sie sagen, wenn ich Ihnen von meinem Glück ein wenig abgeben würde? Vielleicht einen halben Liter? Was würden Sie damit tun?

Hmm…. so spontan fällt mir nichts ein. Ach, Sie wollen mich ja doch nur auf den Arm nehmen und ich bin dann der Dumme!

Aber nein, Sie mißverstehen mich, ich gebe Ihnen gerne, sagen wir mal 45 cm, von meinem Glück.

Das wird ja immer verworrener, ich weiß jetzt, Sie sind wirklich verrückt. Menschen mit solchen Ansichten gehören eingesperrt.

Das ist sehr schade, das Sie das so sehen, ich hätte so gerne mit Ihnen geteilt… aber ich sehe es schon, sie haben Angst.

Ich? … Ich soll Angst haben? Das ist ja wirklich ein Unverschämtheit! Nun hab ich genug gehört, ich werde Sie jetzt verlassen. (Sprachs, drehte sich um und ließ sein gütiges Schicksal mit dem Füllhorn voller Glück links liegen)

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stets…

Die Zeit tropft an mir vorbei, meistens sind das zähe Tropfen, die sich nur langsam lösen um dann im Nirgendwo zu zerschellen.

Manchmal sind das schnelle Tropfen, die fallen und fallen, irgendwann kann ich sie nur noch als ein leises Rauschen wahrnehmen.

Im Traum kann ich sie anhalten die Tropfen oder ich schwimme im See der Zeiten, dort wo alle Zeit unendlich ist und stille steht. Nur für uns Menschen scheint sie dort angehalten zu haben, doch in Wirklichkeit ist die Zeit stets und immer in Bewegung.

So wie auch Steine nicht stumm und bewegungslos sind, nur ist ihre Realität so langsam, das wir sie nicht wahrnehmen können. Wie so vieles was an uns vorbeigeht, da unsere Sinne eben kaum etwas aufnehmen, weil wir einfach nur Menschen sind.

Seh ich meine Katze an, weiß ich das sie so viel mehr sieht, daß ihre feinen Sinne Dinge aufnehmen können, von denen ich kaum etwas ahne.

Doch wenn wir gemeinsam träumen, dann nehmen sie mich mit die Tiere und dann explodiert eine Wirklichkeit so unendlich bunt, vielschichtig und groß, daß ich betäubt erwache, denn ich kann es kaum aushalten.

Wir rasen schwerelos durchs All, nur um im nächsten Moment in einem Tropfen Morgentau zu schwimmen, wir reiten auf Mondenstrahlen und legen und uns auf unbekannten Sternen zur Ruhe. Laufen über taufeuchte Wiesen, riechen zauberhafte Düfte, sehen Farben wie von nie zuvor. Wir verweilen kurz im Jetzt, im Übermorgen und auch im Gestern, denn die Zeit ist eine dehnbare und ich treffe mich immer wieder in der Vergangenheit und sehe mich in der Zukunft.

Und irgendwann hab ich alle Zeit der Welt, ach was, alle Zeit des Universums, dann wenn  ich eins werde mit der Unendlichkeit.

 

beim Spaziergang

Vor einigen Tagen machte ich einen Waldspaziergang, die Sonne war schon fast untergegangen und ich fotografierte die großen Bäume, das Licht und die verzauberte Abendstimmung.

Durch den Sucher der Kamera machte ich eine wunderbare Entdeckung, ich sah eine WaldFee, die mit den letzten Sonnenstrahlen ausgelassen über einem Weiher tanzte. Ich meinte  sogar ein ganz feines, leises Lachen zu hören.

Das Erlebnis dauerte nur wenige Sekunden, denn als sie bemerkten, das ich ihren Tanz sehen konnte verschwanden sie vor meinen Augen. Doch an meinem Ohr vorbei fühlte ich einen leichten Luftzug und hörte: „Wir sehen uns wieder Erdenkind, bis bald!“

Es ging alles sehr schnell und ich habe doch noch ein Foto gemacht, eigentlich ohne es zu bemerken… und ja, man kann die grüne WaldFee und die goldenen Sonnenstrahlen ganz genau erkennen.

…und ich? Ich bin natürlich schon wieder dort im Wald gewesen, aber ich habe sie leider nicht getroffen die grüne WaldFee, vielleicht beim nächsten Mal?

 

 

die Frau, die Fee, die Göttin…

„Die Zeit verrinnt, sie läuft durch deine Finger….“

Verwirrt öffnete sie die Augen, es war dunkel, noch war es dunkel, also nach dem Wecker tasten, um zu schauen, wie spät es denn nun eigentlich ist.

Erst 1.45 Uhr, sie legte sich wieder hin, zog die Decke hoch und schloß die Augen.

„Was sollte das mit der Zeit?“ dachte sie. Irgendwie lag da eine Warnung oder gar Drohung in den Worten. Wer hatte das vorhin gesagt?

Schon glitt sie wieder in den Schlaf, kuschelte sich noch mal das Kissen zurecht und …

Eine Frauengestalt in langem Gewand kam auf sie zu. Irgendwie vertraut, aber dennoch fremd. Sie blieb stehen und schaute der Frau entgegen. Je näher diese kam, desto größer und strahlender erschien sie ihr, aber auch seltsam bekannt.

„Ja sag mal, hörst du mich denn nicht? Ich spreche doch fast jede Nacht zu Dir und fast glaube ich du willst mich nicht hören?“

Sie stand nur da und schaute die Frau überrascht an. „Ich kenne dich nicht, wer bist du?“

„Du erkennst mich nicht? Ist es schon soweit mit meinen Töchtern gekommen? Deine Mutter kannte mich gut, hat sie dir nichts erzählt?“

„Meine Mutter? Aber die ist dich schon so lange tot, an die kann ich mich kaum erinnern.“ antwortete sie. „Meine Mutter war immer etwas anders, es hieß, sie sei verrückt gewesen.“

“ Deine Mutter war nicht verrückt, im Gegenteil, sie wußte so vieles, was die Menschen vergessen haben. Doch heute endlich möchte ich mit dir sprechen. Du vergeudest dein  Leben, du bist zu anderen Dingen bestimmt. Das Leben der Menschen ist so endlich, und so bitte ich dich, nutze deine Zeit.“

„Ich verstehe nicht, was du von mir willst, und ich würde wirklich gerne wissen, wer du bist“, sagte sie.

Es ging ein helles Leuchten von der Frau aus, und sie strahlte eine große Stärke, aber auch Liebe aus.

„Du bist einer meiner Töchter, und fragst wer ich bin? Habt ihr Menschen mich wirklich vergessen? Ich hatte so viele Namen, es gab so viele verschiedene Definitionen , … ich bin die ALL-Mutter, die große Bärin, die Fee oder auch die Göttin… doch Tochter, ich sage dir ich habe keinen Namen. Ich bin ICH. Alles begann mit mir und alles wird enden mit mir.“

Sie wußte nicht was sie antworten könnte, und schwieg. Komische alte Begriffe schoßen ihr durch den Kopf und auch der Gedanke, ob sie vielleicht verrückt würde?

„Aber nein, natürlich nicht!“ erklang sofort die Antwort auf ihre Gedanken. „Ich möchte, das du lernst, das du wieder die Zusammenhänge des Weltgefüges verstehst und vor allem möchte ich, das du deine Zeit sinnvoll nutzt.“

Obwohl sie nicht genau verstand, was diese Frau von ihr wollte, stimmte sie zögernd zu.

„Gut, das ist also abgemacht! Ich werde dich lehren zu denken, zu verstehen, ja ich werde dir Dinge zeigen, die du nie für möglich gehalten hast. Ich erwarte dich also morgen Nacht!“

„…also morgen Nacht“, murmelte sie und erwachte. Sie erinnerte sich an ihren Traum, als wenn er wirklich gewesen wäre.  Kopfschüttelnd stand sie auf, als etwas zu Boden fiel. Mühsam bückte sie sich und hob einen weißen Mondstein auf. Das war keiner ihrer Steine, so einen hellen, leuchtenden Mondstein hatte sie noch nie gesehen.

Der Tag verging, und immer wieder dachte sie an die geheimnisvolle Frau, doch sie blieb skeptisch, allerdings trug sie den Stein die ganze Zeit mit sich.

Abends im Bett hatte sie ihn immer noch in der Hand als sie rasch einschlief.

Und so traf sie jetzt jede Nacht die Frau, diese erklärte ihr so vieles, Zusammenhänge wurde ihr bewußt und sie lernte in jeder Nacht so viel, wie andere nicht in Jahren.

An jedem Morgen lag ein neuer Mondstein neben ihrem Kopf, bis die Nacht kam, da sagte die Frau zu ihr: „Nun habe ich dir alles gezeigt, du verstehst jetzt was zu tun ist. Gib mir deine Steine…“ und sie nahm sie in ihre Hand, und helles Licht der Liebe, des Verstehens und der Vergebung floß in die Mondsteine und verband sie zu einer langen Kette.

Diese Kette legte die Frau ihr nun um den Hals, „Du wirst sie nun tragen, sie wird dich leiten und mit ihr bist du immer mit mir verbunden. Nun geh hinaus in die Welt, beende all die Gewalt, den Schrecken und das Unrecht, bringe Frieden und Liebe in die Welt zurück.“

Morgens erwachte sie, war voller Tatendrang und Willens ihre wichtigen Botschaften den Menschen zu erzählen. Freudig machte sie sich auf den Weg.

Doch es war sehr schwer, niemand wollte ihr zuhören. Die Menschen drehten sie weg, gingen vorbei und beachteten sie nicht. In diesen Nächten schlief sie nicht, sondern weinte und war ganz verzweifelt, weil sie ihre Aufgabe nicht erfüllen konnte.

Die Frau erschien ihr nicht, und manchmal zweifelte sie schon an ihrere Existenz. Doch kaum legte sie ihre Mondsteinkette um den Hals, durchströmte sie wieder neue Kraft und Zuversicht.

Und so machte sich immer wieder auf zu den Menschen, jedoch all ihr Bemühen blieb vergeblich.

Es kam der Tag, da man ihr auflauerte, zwei Männer wollten sie berauben, vor allem die hell leuchtende Kette hatte es ihnen angetan. Sie schlugen sie, und sie verletzten sie schwer. Sterbend lag sie auf dem Weg, die Hände um ihre Kette gekrampft, die dann riß.

Die Steine  fielen auseinander, verblassten , verloren jeglichen Glanz und als sie starb waren sie nur mehr einfache kleine Kieselsteine. Wertlos für die Räuber, die sie nicht aufhoben sondern sie gleichgültig liegen ließen.

„Komm meine Tochter, komm mit mir“ die Frau war da und reichte ihr die Hand.

„Es tut mir sehr leid, was dir geschehen ist, aber ich hatte die Hoffnung, das sich doch noch einmal alles zum besseren für die Welt ändern könnte… doch nun ist die letzte Chance vertan. Komm meine liebe Tochter, ich nehme dich nun mit ins Land der Frauen, das schon vor Jahrhunderten in den Nebeln versunken ist.“

Eine Barke stieg aus den Nebeln und brachte sie nach Avalon, das daraufhin tief in den Zeiten versank und für die Menschen unerreichbar wurde.

eine Liebesgeschichte

Da stand er, der stolze Rittersporn in all seiner blauen Pracht. Wiegte sich im Wind und hatte doch nur Augen für sie, die holde Schönheit, die Rose, die neben ihm erblühte.

Einen Sommer tanzten sie zusammen, labten sich am Mondenlicht, hatten Bienen zu Gast, genoßen die Sonnenstrahlen und den milden Regen und waren froh einfach zusammen zu sein.

Er sagte: „Ich liebe Dich so viele tausend Mal, ich werde Dich nie verlassen!“

Sie antwortete: „Mein blauer Ritter, ich liebe Dich und werde immer bei Dir sein!“

Die glücklichen Tage und Wochen vergingen und sie hatten immer nur Augen füreinander, bis die ersten Blättchen sich verfärbten, welkten, braun wurden und schließlich abfielen.

So standen sie da, die schöne Rose und der stolze Rittersporn, mit all ihrer Liebe füreinander und konnten doch nicht ihrem Schicksal entgehen.

Als das letzte blaue Blatt verwelkte und abfiel wehte der Wind es in die welke Rosenblüte.

„Bis zum Ende und darüber hinaus, wir bleiben zusammen für immer!“ wie ein Hauch hörte sie noch einmal seine Stimme, bevor auch sie starb.

und als… (Teil2)

Und als die gute Fee heute vorbei kam, war sie sehr abgehetzt, denn so viele Mädels warten immer auf sie.

Bei einer Tasse Tee unterhielten wir uns ein Weile, als sie dann gehen wollte fragte sie mich, was ich mir denn wünschen würde.

„Ich wünsche mir ein Schloß mir ganz vielen Tieren darin und…“ ich überlegte und überlegte, aber mir fiel einfach nichts ein. Ich hatte alles vergessen.

„Na, wie mir scheint, brauchst du mich gar nicht,“ sagte die Fee. Sie war in Eile und flatterte schon ein kleines Stück über dem Boden. „Du hast doch ein schönes Haus, mit Tieren lebst du doch auch schon immer… also, was wünscht du dir denn nun?“

Ich überlegte und wußte nicht mehr, was ich mir wünschen sollte. Sie hatte ja so recht, ich hatte doch schon so viel.

„Gute Fee, ich will dich nicht aufhalten, mir fällt einfach nix ein im Moment. Ich danke dir aber sehr für deinen Besuch!“

Die Fee überlegte, schwang dann ihren Zauberstab und mir fiel eine wunderbare Blume in die Hände.

„Ich gebe dir heute meine Feenblume, sie wird nie verwelken und wenn du weißt, was du dir wünscht, nimm sie in die Hand und rufe mich… ich werde dann wiederkommen.“

„Vielen dank, liebe Fee,“ rief ich noch, da war sie schon davongeflogen und hinterließ nur ein wenig glitzernden Feenstaub auf meinem Teppich.

 

 

wenn… (Teil 1)

Ja, wenn die gute Fee wieder einmal kommt und mich fragt, dann sage ich dieses Mal: „Ich wäre gerne eine Prinzessin, möchte im Regenbogenland unter Palmen sitzen und den Schmetterlingen zusehen.“

Aber die gute Fee ist heute nicht gekommen…

Klar, ich weiß ja, sie kommt nicht mehr, aber ich kann doch trotzdem mal auf sie warten…?

Wieso sollte das jetzt so schlimm sein, das ich Feen sehen kann? Versteh ich nicht, denn meine Welt ist bunt und lustig und da wohnen ganz viele Feen.

Ich kann doch nix dafür, daß ihr alle so uralt seid…  so alt, daß ihr keine Feen mehr erwartet.

Ja, da muß man sich auch schon mal Mühe geben, und nicht erwachsen werden, sondern einfach mal innen drin ganz jung bleiben…

Wie das geht?

Indem man an Feen glaubt, das sie vorbei kommen und nach meinen Wünschen fragen…?