Donnas Schreibprojekt Juni 10

  

Von Leidenschaft zu sprechen, war vielleicht nicht angemessen…

….wenn er sich so umschaute, mußte er zugeben, dass er hoffnungslos abgelitten war. Alles wuchs ihm buchstäblich über den Kopf. Er kam alleine nicht zurecht.

Ja, sich selber zu versorgen und einen Haushalt zu führen hatte er nie gelernt. Erst war da seine Mutter gewesen und dann … ach ja, seine Else…Die Malzeiten, nahm er inzwischen im Stehen ein, denn er konnte sich nicht mehr setzen in der Küche.  Was würde er nur essen, wenn die Truhe leer war und die Vorräte aufgebraucht?

Er verdrängte den Gedanken nach draußen gehen zu müssen, er konnte es sich einfach nicht mehr vorstellen…

 

Wieder saß er in seinem Sessel, der Fernseher lief und das Radio auch. Manchmal konnte er die Stille einfach nicht mehr ertragen.

„ Leidenschaften…?“  dachte er erneut,.. ja früher, da hatten sie leidenschaftlich gerne etwas gesammelt. Jeder hatte so seine Vorlieben. Else immer die schönen alten Puppen und Stoffe und das viele Geschirr und Porzellan. Bei ihm waren es die alten Eisenbahnen, Blechspielzeuge und Werkzeuge gewesen. Und die Bücher, mein Gott was hatten sie ihre Bücher geliebt.

Ja , das waren wirklich schöne Jahre, erfüllt von der Freude, wenn sie etwas sehr seltenes fanden und es dann stolz mit nach Hause brachten. Die Besuche an den Wochenenden auf Antik- und Trödelmärkten, das hatten sie wirklich mit großer Leidenschaft betrieben.

Heute fühlte er sich besonders schlecht. Aber nein, er musste nicht extra aufstehen und im Medizinschränkchen nachsehen, da war nichts mehr drin. Alles verbraucht in der letzten Zeit. Die Schmerzen wurden nun schlimmer und er konnte sie nicht mehr ignorieren. Was sollte er nur tun? Hilfe konnte er nicht holen, nein das ging ganz und gar nicht!

Am nächsten Morgen ging es ihm noch schlechter, auch war das Essen  fast verbraucht. Er hatte nur noch Haferflocken, die er mit Wasser anrühren konnte,  Zucker hatte er nun schon seit zwei Wochen nicht mehr, zwei letzte Gläser Eingemachtes standen noch im leeren Vorrat, die hatte er noch aufgespart…. aber dann?

Er wollte jetzt nicht darüber nachdenken, besser sich beschäftigen, mal nachsehen, ob auch alles ordentlich verpackt wäre. Bei der Gelegenheit würde er gleich auch etwas aufräumen.

Doch er war zu schwach, er konnte die Treppe nach oben nicht mehr bewältigen und setzte sich wieder in seinen Sessel. Die Tage waren lang, sehr lang. Manchmal wollten sie gar nicht vergehen. Ja, er würde sich erst einmal etwas ausruhen und vielleicht ein Buch lesen, oder die Fernsehshow ansehen…. oder…?

Gegen Abend  nahmen die Schmerzen wieder zu und er und fühlte sich sehr schwach und elend. Das würde sicher wieder eine schlimme Nacht werden.  Mit einem Glas Wasser saß er da und wartete, ob es nicht wieder besser gehen würde?

 

Der Schlüsseldienst machte die Haustüre für die Polizei auf. Ein furchtbarer Gestank kam den Männern entgegen. Der Jüngere musste sich hinter der Hausecke übergeben. „Erwin, daran musst du dich gewöhnen, das kommt schon öfter vor. Wir werden gleich mit Sicherheit einen Toten da finden.“

Der ältere Polizist, hielt sich ein Taschentuch vor die Nase, getränkt mit starken ätherischen Ölen, und ging hinein.

Man hörte ihn durch die Zimmer gehen, er machte die Fenster auf und kam nach einer Weile wieder heraus.

„Ich hab schon viele Wohnungen gesehen, aber die schlägt alles… da ist alles so zugemüllt, ich musste mich regelrecht durch Gänge quetschen. Und ich hatte Recht, im Wohnzimmer sitzt einer im Sessel, der ist aber schon länger tot.“In der Zeitung konnte man es dann lesen: der Rentner Heiner R. war tot in seinem Haus gefunden worden.  Das Haus war ein einem katastrophalen Zustand, alles war voller Müll. Teilweise stapelte sich der Unrat bis an die Decke. Er hatte alles gesammelt und alles aufgehoben. Sie schrieben, er wäre wohl ein Messie gewesen.

Doch das Schlimmste war nicht, das er schon seit Wochen tot war, er wäre praktisch verhungert… er musste über einen längeren Zeitraum kaum gegessen haben. Man fand auch keine Lebensmittel im Haus. Man hatte Herrn R. auch schon ewig nicht gesehen, es hatte ihn aber auch niemand vermisst.

Die Nachbarn glaubten, er wäre ins Altersheim zu seiner Frau gezogen. Erst die Nachfragen, weil die Hecken schon über den Bürgersteig wucherten hatten diese Tragödie aufgedeckt.

Das wirklich Unfassbarste aber wäre gewesen, so schrieb die  Zeitung, das seine Frau im Schlafzimmer gefunden worden sei. Sie musste schon vor sehr langer Zeit verstorben sein,  es gab keine Anzeichen einer Fremdeinwirkung.  Die mumifizierte Leiche hatte man auf dem Bett liegend gefunden, umgeben von alten Puppen, die sie immer so geliebt hatte.

Herr R, hätte die Türe abgedichtet, denn der Geruch muß unerträglich gewesen sein.  Er hatte also sehr lange mit seiner toten Frau in dem Haus gelebt.

 In den letzten Monaten hatte ihn niemand mehr gesehen. Man erzählte, das er nur noch einen Sessel gehabt hätte, alle anderen Möbel waren unter Bergen von Müll und teilweise wertvollen alten Dingen verschüttet gewesen.  Viele Kisten, die sich bis zu den Zimmerdecken stapelten hatte man gefunden. Darin  wirklich schöne Sammlungen, das alles war ordentlich verpackt und beschriftet. Es war ja bekannt, wie leidenschaftlich gerne die Beiden alles möglich gesammelt hatten. Aber eben auch Unmengen von Müll, alten Zeitungen, Kleidung, Abfälle, er hatte alles  gehortet.

Die Nachbarn waren sprachlos, die Mitmenschen fassungslos,  aber wer hätte das auch ahnen können? Nein, Kontakt hatten Herr und Frau R. nicht mehr gehabt… Man hätte sich nur mal aus der Ferne gesehen und zugenickt… wie das eben manchmal so ist…

 

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Donnas Schreibprojekt Juli 09

Ich bin ein Bastel Freak

 
 Gestern hatte ich bis spät in die Nacht mein Bastelchaos entwirrt. Geräumt, gesichtet, umgeschichtet…geschuftet eben.
Ich hatte zwei große Schränke bekommen, die nur für Bastelsachen sein sollten… und natürlich auch für meine Nähsachen…und wenns geht auch noch für das ganze Malzubehör. Ach, nicht zu vergessen meine vielen Schachteln voller Perlen…
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Tja, das war ein netter Gedanke, der nur leider mit der Realität so gar nichts zu tun hatte. Ich habe alleine soviel Material für mein Scrapbooking, damit könnte eine mittlere Kleinstadt die nächsten Jahren basteln…
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Kaum standen die neuen Schränke fing ich an…Stempel, Stempelkissen und Embosssingzeugs— ein Drittel des ersten Schrankes….VOLL, passte mal soeben alles rein.
Das andere Drittel—nur die großen Papiere, besser gesagt die großen Ordner mit den Papieren….Meine gesammelten schönen Papiere…fast so was wie ein Heiligtum… (etwas ganz besonderes, da es sie hier nicht gibt, über Jahre gesammelt)).
 Die Mitte—viele, sehr viele Scheren , Stifte…., viele Stanzer, themensortierte Papiere und andere Papiergeschichten….Sticker und noch mehr Sticker,( OH hab ich aber viele Sticker!) ganz verschiedene (viele)Alphabete …und VIEL Diverses? Viele Lineale, die mit den verschiedenen Abrißkanten…
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Der eine Schrank ist bis zum Anschlag VOLL !!!! Hilfe !!!!
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Damit man es sich besser Vorstellen kann:  >> ich hatte auf dem sehr großen Tisch mit Regalaufbauten gearbeitet…die Mengen und Massen schön sortiert und wohlgeordnet…<<  Aber der Tisch war natürlich so nie zu benutzen, außer dem kleinen freien Eckchen zum Basteln…(gerade groß genug für ein großes Album und etwas Platz zum Schneiden).
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Böse Menschen sagen…das ich ein MESSIE wäre…. Na, das kann ja nun nicht sein, man kann überall noch reingehen und sogar überall noch durchgehen… ALLES ist gut sortiert und geordnet…
 Nein, ich habe eben gerne VIEL, und will mich nicht behelfen wenn ich etwas mache… Ich habe eben gerne eine Auswahl.  Man könnte sagen, ich bin ein Mensch, der gerne aus dem Vollen schöpft, — eben großzügig im Handeln und Denken…(?)
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Noch nicht erwähnt hatte ich, daß da schon zwei große  Apotherschränke mit vielen Schubladen (übereinander) stehen,— ganz  vollgeräumt.
Alles was ich für Windowcolor brauche, verschiedene Farben, (Antikefarben…Gold, Bronze, usw…. ), Reserve Pinsel, Lacke, Diverses… alles zum Vergolden… und natürlich meine Mohairstoffe. Dazu verschiedene Spitzenstöffchen, Filz… Gesammeltes…und diverse Basteleien…
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Die Mohairstoffe, zum Bärennähen, stellen einen nicht geringen Wert dar. Immer wieder liebevoll angesehen und ausgelüftet und mit Lavendel geschützt. Die konnte ich erst mal ausräumen und in große dichte Plastikcontainer geben. Da sind sie erst mal geschützt und vor Motten sicher.
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Oh, das ist ja toll, sooo viele freie Schubladen! Kaum gedacht schon waren auch die VOLL. Es fand sich dies und das… und noch immer war genug auf dem Tisch.  So langsam wurde mir etwas bang…wohin mit all den Schätzen??? HILFE !!!
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Den zweiten neuen Schrank in Angriff genommen. Heißluftfön, verschiedene Schneidegeräte,  andere sperrige Gerätschaften…und schon wieder zwei Fächer VOLL. Die großen Fotoalben, die noch in Reserve sind… Papierrollen …dies und das— alle Fächer links sind VOLL !!!
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 In den unteren  (großen ) rechten Teil….Spitzen, Bänder und Bordüren… Brads, Tags  und andere Dinge die man alle durchs Papier schießen kann… natürlich alles in schönen Schachteln (bin eben ein ordentlicher Mensch).
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Gut, das ist nun auch VOLL !!!
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Ich räumte hin und her… musste neu stapeln und anders stellen… irgendwann war fast alles verstaut… Die Regale konnten schon von Tisch, übrig blieb so ein undefinierbarer Rest….. große Kartons mit Bildchen…und Pappstücken und …. (OH, Ich hab ja noch so viele Posiebilder, fast schon vergessen… ), eben so alles was man sammeln kann, wenn man bastelt.
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Tapfer sortierte ich bis auf den letzten Rest…ordnete neu und schmiß sogar einiges weg. ( also, DAS macht doch kein Messie, oder?).
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Übrig blieb eine LEERE Tischplatte!!! Die hatte ich schon seit einigen Jahren nicht mehr gesehen… Ich gebe es zu, es stehen jetzt noch am Rande des Geschehens so einige Kisten und die werde ich auch noch sichten…aber ich hab gestern wirklich viel geschafft.
 Wohin mit den vielen Bilderrahmen und die vielen… nein, ich hab JETZT genug …. mein Kopf brummt…und ich verliere wirklich so langsam den Überblick….
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Was mach ich nun mit den anderen Stoffen??? Dem Nähgarn und Nähzubehör??? Und die Nähmaschine, wo soll die stehen???  Am Besten ich hol mir noch so einen großen Container.
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Die vielen unterschiedlichen Farben, Pinsel, Wassergläser und Paletten und Leinwände???  WOHIN ??? ICH weiß es doch auch nicht…
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Vielleicht sollte man den Dachboden langfristig ausbauen… DAS ist überhaupt die Idee…so viel FREIE FLÄCHE….vollständig ungenutzt!
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Eine bange Frage hab ich …werde ich je alles wieder finden??? Oder ist nun ganz viel tolles Bastelzeugs dem Aufräumwahnsinn  zum Opfer gefallen? Werde ich mich auch an alle meine Schätze erinnern und wo ich sie hingeräumt habe???
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Den ganzen Perlenkram,hab ich oben auf die Apotherschränke verfrachtet, da hab ich alles schön zusammen… da hab ich alles im Blick…
Keine Angst, (fast) alles ist ja wohlgeordnet, in Kartons, Kästchen und Kistchen, und die sind beschriftet….sagt selber DAS macht doch kein Messie???
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