und nun?

*

Nacht

der Wind heult ums Haus

draußen versinkt alles im Schnee

*

Drinnen

am warmen Ofen

das Herz übervoll, ohne Worte

*

Zukunft

immer das was man daraus macht

aber wohin geh ich?

*

019

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SchneeInsel

Ich liebe das Gefühl abgeschlossen und ganz für mich zu sein. Da kommt es mir sehr entgegen, wenn es schneit.

Der Himmel heute ist grau und gar nicht weit, nur wir und unser Haus sind noch da. Alles andere, Menschen, Häuser, Probleme sind hinter einem weißen, stöberndem Vorhang verborgen.

Wir leben in einer verzauberten, weißen Welt, aber ohne eine böse Schneekönigin…

Komme gerade von  einem Rundgang wieder, die Vögel warteten auf ihr Futter. Sie saßen in den Ästen und kamen schon, noch eh ich wieder weg war. Jetzt ist eine harte Zeit für sie, alles ist gefroren und vieles unterm Schnee verborgen.

Die alten Hunde werden für kurze Momente wieder jung, freuen sich über das weiche Weiß und liegen doch jetzt wieder auf warmen Decken. Noch vor einigen Jahren bekam man sie kaum wieder ins Haus wenn Schnee lag, sie tobten und waren voll ausgelassener Lebensfreude. Da waren sie ja auch noch zu viert…

Ich stehe im Hof und gucke nach oben ins Geriesel, atme die SchneeLuft und schmecke SchneeFlocken, doch leider sind sie nun auch auf der Brille, also absetzen und erst mal putzen.

Die Nachbarhöfe ahne ich nur, höre einen Hund zur rechten bellen und zur linken Seite wiehert ein Pferd. Auf der Straße vorm Haus fahren die Autos  langsam  und es klingt naß und matschig. Nur ganz schwach und gedämpft kommen die Geräusche an. Ich denke so könnte man sich auf einer Insel aus Schnee fühlen… losgelöst…  allein… die Zeit steht still.

Ein wirklich angenehmes Gefühl, ich fühle mich sicher und geborgen.

Einen Arm voller Holz nehme ich für den Ofen mit und gehe wieder rein. Wohlige Wärme empfängt mich in der Wohnstube und eine Tasse Tee wartet auch schon… was könnte ich mehr wollen?

Vor dem Fenster das Treiben der vielen Vögel, die ihr Futter holen, da sind jetzt auch unsere beiden Hühner zu sehen. Im TV wie immer um die MittagsZeit läuft bbc 1.

Die Katzen haben es sich gemütlich gemacht,  auf weichen Decken und Kissen, sie lieben die Ofenwärme. Nur Miss Brownie ist unruhig und ich denke:  „…sie wird rollig, da muß ich unbedingt bald einen Termin zur Kastration für sie ausmachen.“

Ja, ich liebe es wenn es schneit, zumindest solange ich nicht irgendwo hin fahren muß… solange ich auf meiner SchneeInsel bleiben kann ist alles gut.

Die Schneefee

 

 

Ein anderes Wintermärchen

Nun habe ich ja schon von den DiamtenNächten erzählt, da hatte ich leider nicht das Glück die Eisfee zu sehen, nur noch ihren Schlitten, der um eine Ecke fuhr.
Heute nun ist es mir gelungen die Schneefee zu sehen. Ja, ich weiß, das ist eigentlich nicht möglich, aber manchmal gibt es so Glücksfälle und so einen durfte ich erleben.

Die ganze Nacht über hatte es leicht geschneit und ich sah immer wieder besorgt vor die Türe. Die zarten Schneeflocken im Lichte der Außenbeleuchtung hatten es mir angetan. Ein unendlicher Tanz, immer und immer wieder durch den Wind verwirbelt.
Doch darunter verborgen war alles vereist, es war spiegelglatt.
Keine guten Voraussetzungen für uns …
Ich stand also da und hoffte, dass es bald aufhören würde zu schneien.

Aus dem Augenwinkel meinte ich eine  Bewegung auszumachen, als ich aber genauer hinsah wirbelten nur große Schneeflocken um die Scheune.
Der Gedanke, den Fotoapparat zu holen war plötzlich in meinem Kopf, vielleicht gelang mir ja ein Schneeflockenbild?
Also gut, schnell stand ich im Schneegestöber und machte die kleine Kamera an, stellte sie ein und wollte loslegen, da kam ich an den Auslöser. Das passierte ganz ungewollt. Dann versuchte ich die schwebenden Flocken auf eine Bild zu bekommen. Leider war das nicht so einfach wie ich später feststellte, die Bilder waren nichts geworden.

Allerdings hatte ich zwei sehr unscheinbare, verschwomme Bilder und wollte sie auch schon löschen. Da erst erkannte ich, dass ich da doch irgendwas fotografiert hatte. Durch einige BildbearbeitungsTricks gelang es mir, das Verborgene sichtbar zu machen.

 Wütend heulte auf einmal der Wind ums Haus, die Flocken prallten an die Scheiben und eine Stimme rief meinen Namen. Erschrocken ging ich ans Fenster und sah eine hohe Gestalt. Sehr undeutlich, aber sie stand da. Neben sich ein Geschöpf, auch das kaum zu erkennen im Schneegestöber.

„Du hast es gewagt ein Bild von mir zu machen?“ wütend drang die Stimme zu mir. Ängstlich wollte ich zurückweichen, doch ich konnte mich nicht bewegen.
„Das war nicht meine Absicht, ich wollte eigentlich nur Schneeflockenbilder machen. Ich bin selber überrascht, was ich da aufgenommen habe.“
„Mich, die SchneeFee dürfen nur ganz wenige Menschen sehen.“ mit einer schnellen Bewegung stand sie direkt vor der Scheibe.
Ich muß es gestehen, ich bekam es mit der Angst zu tun. Zu wild und fremd erschien sie mir, ihren  Begleiter  konnte ich immer noch nicht klarer sehen.

Sie musste meine Neugier gespürt haben. „Das ist Blau, einer meiner Wächter. Er findet die Menschen, die in Schnee oder Eis umkommen und bringt sie dann zu mir.“
„Aber warum seid Ihr hier?“ fragte ich.
„Fürchte Dich doch nicht, wir sind nicht zu Dir und den Deinen gekommen. Ich wollte mir mein heutiges Werk einmal ansehen, man könnte sagen, wir machen einen Ausflug zur Erde.“ Ich konnte hören, dass die SchneeFee mit  dem was sie sah, zufrieden war.

„Ich muß sagen, wenn ein schönes weißes Tuch aus Schnee alles bedeckt, ja das gefällt mir auch.“ antwortete ich. „Alles sieht so still und friedlich aus, wie im WinterZauberland. Das hat mir schon immer gefallen.“
„Das weiß ich, denn ich kenne ich Dich genau.“ Die Stimme der SchneeFee war viel freundlicher geworden. „Und weil ich dich kenne, erhälst du auch meine Erlaubnis von dieser Begegnung zu erzählen und du darfst die Bilder zeigen, wenn du möchtest.“

Im ersten Moment war ich sprachlos. “Vielen Dank! Das werde ich gleich heute noch tun. Es gibt jetzt immer mehr Menschen, die unzufrieden mit dem langen Winter sind. Vielleicht verstehen sie es besser, wenn sie dich einmal sehen dürfen.“

„Ach früher, als die Winter selbst hier sehr lang waren, da haben mich die Menschen gekannt. Sie wussten, das ich zum Jahresablauf gehöre, und haben sich nicht ständig beschwert.“ Das Gesicht der SchneeFee war traurig. „Aber heute, da geht nichts schnell genug. Alles will der Mensch verändern, die Natur wird zerstört und es wird diese Welt nicht mehr lange geben.“

Ich konnte ihr nur zustimmen. „Aber es gibt doch auch Menschen, die versuchen zu retten, die sich bemühen umzudenken….“
„Zu spät, leider viel zu spät.“ Die Gestalten verwehten langsam im Wind und die Stimme wurde nur noch zu einem Windhauch.