die Welt wird immer kleiner

Heutzutage ist die Welt klein geworden, man kann fast überall hinfliegen… kann in Sekundenschnelle zu fast jedem Menschen Kontakt bekommen. Die Nachrichten verbreiten sich rasend schnell, die schlechten noch schneller…selten auch gute.

Ja, die Welt der jungen, mobilen, gesunden und finanziell gut gestellten Menschen ist wirklich klein, fast schon ein Dorf… da existieren kaum noch Grenzen.

Doch je älter man wird, oder je ärmer man ist,  sieht es anders aus, da kann man vielleicht noch vom Rand zusehen – oft nicht einmal mehr das.

Der Satz: „Man kann auch ohne Geld glücklich sein.“ stimmt nicht so ganz. Der Mensch möchte ein Dach über dem Kopf, er möchte sich satt essen können… und darüber hinaus hat er auch noch andere Wünsche. Nur Asketen können vom NICHTS leben und mit NICHTS glücklich werden,  alle anderen Dinge kosten eben Geld.

„Jeder ist seines Glückes Schmied.“ ist auch einer dieser Sätze die nicht so ganz stimmen. – Oder wie erklärt man dem Schwerkranken warum ausgerechnet er nun leiden  und sterben wird? –  Oder wie erklärt man dem verhungernden Kind, das es leider im falschen Land geboren wurde? – Wie macht man es der allein erziehenden Mutter klar, das sie sich zwar ihr ganzes Leben abstrampeln muß, aber im Alter nicht mal mehr ihr Auskommen haben wird? – Wie kann man den geschändeten und geschlagene Frauen begreiflich machen warum ihnen das angetan wurde? –  Wie den Opfern erklären warum sie getötet wurden in sinnlosen Kriegen und durch Terror auf den Straßen?

Ja, die Welt, unsere Welt, ist klein… viel zu klein für all den Müll denn wir hinterlassen.

Unsere schöne Welt ist nicht schön, zumindest nicht für die geschundene und ausgebeutete Kreatur die wir „Nutztier“ nennen. Der Mensch hat nicht mal Mitleid mit seiner eigenen Art, wie kann man erwarten er hätte Erbarmen mit den hilflosen und wehrlosen Geschöpfen?

Welt, die du unsere Mutter bist, wie lange wirst du uns noch (er)tragen können, wie lange wird es dauern bis wir dich zerstört und vollständig ausgebeutet haben werden?

Die Welt der alten und siechen Menschen wird klein, besteht zum Schluß nur noch aus einem Bett, einer Wand, vielleicht einem Fenster…

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ein roter LehnSessel

Woher der plötzliche Wunsch nach einem roten LehnSessel gekommen war wußte sie nicht… nur er ließ sie nicht mehr los. Schon stand eine Stehlampe mit Stoffschirm daneben, gab gemütliches Licht, welches auch hell genug zum Lesen war. Ein Tischen fand sich ein, ein Schemel für die Beine… und sie sah sich dort gemütlich sitzen.

„Schön wäre es auch ein Kissen und eine warme Decke dort zu haben.“ … und so fügte sie diese dem Bild hinzu. Wie heimelig und gemütlich mußte es sein dort zu sitzen, ein Buch auf den Knien, neben sich eine Tasse Tee.

Schon überlegte sie wo sie sich diese Leseecke einrichten könnte… doch leider fand sie keinen geeigneten Platz, alles zu vollgestellt, einfach zu eng. Nun schalt sie sich: „Sei doch zufrieden mit dem Platz auf der Couch… dort kannst du doch gut sitzen.“

Der Wunsch nach dem roten LehnSessel verblaßte in ihrem Gedanken… doch nun sah sie plötzlich überall diese schönen altmodischen Sessel.

Im letzten Film saß der Großvater in genau so einem Sessel. In dem erleuchteten Wohnzimmer, an dem sie täglich im Dunkeln vorbeifuhr, standen sogar zwei solcher Teile. Dazwischen ein kleines Tischen, die Sessel sich leicht zugewandt, so daß man mühelos plaudern könnte wenn man dort saß.

Werbung in ihrem Briefkasten, ein Möbelhaus bot gleich mehrere verschiedene Modelle an, auch einen roten, genau so wie sie sich ihren LehnSessel wünschte. Mit hoher Rückenlehne, gepolsterten Armlehnen und „Ohren“. Sie überlegte, wie hießen denn die Dinger wirklich?  Suchte schließlich nach der korrekten Bezeichnung: „OhrenBackenSessel“ so stand es da.

Nachts träumte sie sich in ihren roten OhrenBackensSessel, las Bücher, fühlte sich so geborgen. Nach einer Weile stand auch ein Regal für all ihre Lieblingsbücher da, griffbereit darin die Dose mit Lakritz, zwei ihrer Bären saßen nun auch im oberen Fach, allerlei Kleinigkeiten sammelten sich an. Sie richtete sich mehr und mehr ein.

Die kleine gemütlich Kammer bekam einen warmen gelben Anstrich, noch mehr Bücherregale und einige ihrer Bilder hingen nun auch dort. Sie sah sich immer öfter  im warmen Lichtschein sitzen, nach eine Weile kamen auch die Katzen und Hunde und gesellten sich zu ihr.  Weiche Decken und gepolsterte Körbchen luden ihre Lieben zum Verweilen ein  und ein zweiter Lehnsessel stand eines Tages da.

Manchmal stand sie auch am Fenster und sah in den Garten, hörte die Vögel zwitschern, überlegte ob denn schon wieder Frühling wäre? Die Obstbäumen fingen an zu blühen und die ersten Blumen standen in den Beeten.

Sie saß nun immer öfter in ihren Sessel, guckte in den Flur und hatte die ganze Zeit das Gefühl das sie noch auf jemanden wartete. Hatte sich Besuch angesagt?

Manchmal stand sie auf und ging in die Küche, dort stand ein alter Kochherd, ein großer Tisch mit zwei Stühlen und einer Bank. Mit jedem Mal wurde es auch dort gemütlicher, schon standen zwei alte Küchenbüfetts da, einige Regale  und schönes Geschirr kamen hinzu. Irgendwann waren die Wände vertäfelt, unter dem Tisch lag ein großer Flickenteppich und oben drauf stand  ein blauer Krug mit Wildblumen und Gräsern.

Wenn sie jetzt aus der Küchentüre ging war die Luft warm, die Sonne schien und sie dachte: “ Ist es schon Sommer?“ Die Hunde tollten auf der Wiese und sie saß unter der großen Kastanie.  Immer wieder sah sie zur Einfahrt, doch das Tor war verschlossen. Kam da nicht bald noch jemand?

Sie sah sich ihr kleines weißes Haus an, wilder Wein überwucherte es an zwei Seiten, duftende Kletterrosen umranken die Küchentüre, „So hab ich es mir immer vorgestellt…“ ..und doch fühlte sie einen Verlust, eine Trauer die sie nicht benennen konnte.

In ihrem Häuschen hatte sie nach und nach alle Räume erkundet und auch diese wurden jedesmal gemütlicher und wohnlicher, doch sie war nicht wirklich glücklich, fühlte sich unvollständig und war oft traurig.

Die Abende verbrachte sie in ihrem roten Lehnsessel, umgeben von ihren Tieren… und wartete.

Vor dem Fenster sah sie nun bunte Blätter vorbei wehen. Die Blumen blühten noch strahlender, ein letztes Aufblühen vor dem kommenden Winter und die Nächte wurden merklich kühler. Oft stand sie nun mit den Hunden am dem  Tor der Einfahrt, doch es war verschlossen, sie konnte es nicht öffnen.

Die Katze auf ihren Knien schnurrte laut und sie schlief ein, das Buch rutschte unbemerkt aus ihrer Hand. „Hallo …Liebes….“ sie träumte,… eine Hand berührte leicht ihre Schulter. „Wach auf!“

ER war gekommen, endlich! Brachte die anderen Tiere mit, das kleine Haus war voller Leben und sie war glücklich.

Nun saßen sie beide in den roten Lehnsesseln und er sagte: „So hab ich es mir vorgestellt all die Jahre.“

Verwundert sah sie ihn an, „Wie meinst du das? Ich bin doch noch gar nicht so lange hier?“

„Ach, du bist schon seit fast 10 Jahren tot, ich hab so sehr darauf gewartet wieder bei dir zu sein. Schlimm war es als du nicht mehr aus dem Koma erwacht bist und ich dich irgendwann gehen lassen mußte. Es war so furchtbar einsam ohne dich und die Tiere haben dich überall gesucht.“

So sitzen sie da und halten sich an den Händen…

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drei perfekte Momente

„Wenn ein Mensch von sich sagen kann, das er DREI perfekte Momente in seinem Leben erlebt hat… dann ist er reich!“

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Ich lese oft, daß Frauen ihren Hochzeitstag als den perfekten Tag erleben oder die Geburt ihres Kindes. Da ich keine Kinder habe, fällt das schon mal weg bei mir. Und mein Hochzeitstag? Tja…?  Der war weder perfekt noch sonstwas, das war einfach nur der Tag an dem wir JA gesagt haben – ganz alleine – und fertig!

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Vor einiger Zeit wurde ich  nach meinem perfekten Moment gefragt. Mir fiel sofort ein Moment ein, doch ich dachte, der kanns doch nicht gewesen sein und auch ein zweiter Gedanke war so unspektakulär, das ich ihn nicht aussprach.

So blieb die Frage nach meinem perfekten Moment unbeantwortet, aber ich dachte doch immer wieder darüber nach.  Eines Nachts träumte ich sogar davon und bekam eine Antwort. Den Anfangssatz hatte ich beim Aufwachen im Kopf … und je länger ich darüber nachdachte, desto wahrer wurde er für mich.

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Hatte ich meine perfekten Momente schon erlebt, es vielleicht nicht mitbekommen weil ich unaufmerksam oder abgelenkt war? Oder waren sie gar so unbedeutend, das ich sie gar nicht wahrgenommen habe? Auch fragte ich mich, was ist, wenn man seine persönlichen drei perfekten Momente erlebt hat, ist das Leben dann vorbei?

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Auf der Suche nach meinen perfekten Momenten hab ich allerhandlei aus meinem Leben noch einmal gedanklich durchlebt, viel schönes und gutes, viel schlimmes und trauriges… aber war fühlte sich wirklich perfekt an?

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Erlebt überhaupt jeder Mensch solche Momente? Oder muß man erst danach suchen? Muß man erst danach gefragt werden, um sie überhaupt zu vermissen?

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Ich kann nun sagen, daß ich bei meinen allerersten Gedanken geblieben bin, ich habe nichts besseres finden können in meinen Erinnerungen. Zwei habe ich und ich hoffe ich werde den dritten auch noch erleben und vor allem erkennen als solchen.

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Falls jemand gerne wissen möchte was meine perfekten Momente waren, will ich gerne antworten:

Den ersten perfekten Moment erlebte ich als Jugendliche, ich war von zu Hause abgehauen und lebte einige Tage in einem Wald. Die Nächte waren kalt und das Essen sehr knapp. So saß ich beim Sonnenaufgang auf einer kleinen Anhöhe, die Sonnenstrahlen fielen schräg durch die Bäume und wärmten mich, die Luft roch wunderbar nach Wald und Frische. Um mich herum  war es ganz ruhig, nur der Wind bewegte einige Blätter hoch oben in den Bäumen und von unten hörte ich den Fluß rauschen. DAS war einfach PERFEKT!  Ich war frei! Ich wünschte das dieser kurze Moment nie vergeht,  zu gerne wäre ich für immer dort sitzen geblieben!

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Meinen zweiten perfekten Moment erlebte ich als junge Frau, ich saß alleine in einer leeren Küche. Das Haus hatten wir gemietet, wohnten aber noch nicht dort. Ich saß also in der Küche, sah hinaus in den kleinen Garten, es war ganz still. Staubpartikel tanzten in den Sonnenstrahlen und ich fühlte mich einfach glücklich, so behütet und angenommen.  Eine wunderbare Ruhe, ein wirklich gutes Gefühl zu sein –  sonst nichts. Noch heute kann ich den ganz leichten Staubgeruch riechen.

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Ich hab noch einen dritten perfekten Moment, aber ich bin mir nicht ganz sicher ob er das schon war – oder ob ich vielleicht noch einen anderen erleben werde.

Womöglich kann man doch mehr als nur drei perfekte Momente erleben, wenn man ganz viel Glück hat… wer weiß?

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011

die Kunst der ersten Schritte

Stolpern, hinfallen, erneut versuchen… wieder aufrichten und weiter gehts!

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Eigentlich müßte man nichts mehr schreiben, denn so geht es nun das ganze Leben weiter. Die Kunst ist eben immer wieder aufzustehen, immer wieder einen ersten neuen Schritt zu tun. Hoffen wir mal, er geht in die richtige Richtung. Hoffen wir mal, wir bewegen uns überhaupt.

Der schwerste Schritt ist immer der ERSTE! Man überlegt und zaudert und zögert und oft traut man sich nicht. Einfach einen anderen Menschen ansprechen? Einfach das  zu sagen was man wirklich denkt? Einfach tun und lassen was man möchte? Einfach Entscheidungen treffen und damit den Rest seines Lebens glücklich sein? Einfach nur auf sich selber vertrauen? Einfach…?

Es gibt so viele erste Schritte im Leben … die man nie macht … und in stillen Momenten denkt man wehmütig: „Warum bloß nicht?“  Doch erste Schritte lassen sich nicht nachholen, nur einen kleinen Augenblick kann man sie tun… wenn man den versäumt ist diese Chance vorbei.

Manch einer hat es schwer zu entschieden welcher erste Schritt nun der richtige ist … so viele Möglichkeiten liegen vor ihm.

Andere sehen ihre Bestimmung nicht, verharren und versäumen so ihr Leben.

Allen ersten Schritten gemeinsam ist, man muß sie tun!

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Und mein erster Schritt war diese Gedanken aufzuschreiben und nun denke ich über einen anderen ersten Schritt nach… und wer weiß vielleicht wird das der aller-beste-aller-tollste-erste-Schritt überhaupt in meinem Leben?

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Alles ist möglich… geh!

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Heimat-Gedanken

Heimat ist da wo das Gras grüner, die Wälder geheimnisvoller, das Licht goldener … und das Leben lebenswerter ist.

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Und plötzlich ist es „meine“ Heimat, ein  Gefühl des verwurzelt seins ist entstanden.

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Einige Wege in  den Wäldern… Bäume und Kraftorte…  die Aussicht vom Berg…  ja, auch die alten Gebäude die ich manchmal besuche… der weite Blick über die Felder… die ziehenden Vögel…

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Heimat ist aber auch das Licht der Sonnenaufgänge… die Nebel die schwer auf der Landschaft liegen… der Wind der an den Fensterläden rüttelt…  die fallenden Blätter im Herbst…

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Im Mondlicht stehen und die Seele fliegen lassen… warten auf Sternschnuppen … den ersten Frost…

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Ein gutes Gefühl angekommen zu sein… zufrieden sich auf morgen freuen… und übermorgen…

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Heimat hat nichts mit anderen Menschen zu tun… Heimat ist innen drin, wenn ich in mir verwurzelt bin… hat was mit annehmen und akzeptieren zu tun.. hat mit mir zu tun…

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Ist ein Stück Freiheit… ist das Ende der Suche… ist die letzte Haltestelle im meinem Leben… irgendwann der letzte Sonnenuntergang…  der kommende Neumond… der Ruf des Käuzchens der mich leiten wird…

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022

 

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ein FrauenLeben

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Sie saß mitten auf dem Tisch und wühlte mit den Händen im Kochtopf. „Sind das schon genug Kartoffeln?“ fragte Tante Maria… und schälte fleißig weiter.

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Die kleine Küche war voller heißer Schwaden, sie saß am Tisch und die Mutter war mit der Wäsche beschäftigt. Mühevolle Arbeit, im Kochtopf auf dem Herd… dann ins Badezimmer und in der Wanne wurde ausgespült und ausgewrungen.

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Gemütlich saß sie neben Opa auf dem Küchendiwan, die große gehäkelten Nackenrolle unter ihren Popo.  Opa las wieder einmal von Max und Moritz und dem Huckebein vor, geliebtes… bekanntes… immer wiederholtes!

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Die Mutter nähte, die Maschine stand auf dem Küchentisch, die Sonne schien und sie saß still daneben.

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Auf dem Küchenstuhl mitten in der Küche, die Mutter schnitt ihr die Haare, ganz kurz wie immer und im Nacken kitzelte das.

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Die Familie beim Abendbrot, sie und ihre Schwestern, die Mutter noch am Herd, der Vater schmierte Brote… und plötzlich endete das in Schlägen, Geschrei und Verwüstung.

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Immer mußte sofort nach den Mahlzeiten abgewaschen werden…  entweder spülen oder abtrocknen, aber helfen mußte sie fast immer… nicht sehr gerne.

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Bei der Oma saß sie oft in der Küche, sie tranken Kaffee und es wurde geraucht. Sie durfte das eigentlich nicht… Sie sprachen über so vieles, nie ging ihnen der Gesprächsstoff aus.

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Sie saß in der Küche und schminkte sich bei Frühstück, nur rasch, der Bus wartet nicht. Die übrige Familie aß im Wohnzimmer, man unterhielt sich hin und wieder durch die Durchreiche.

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Ihre eigene kleine Küche, himmelblau… wie ihr Leben in jenen Tagen als sie noch nicht mal zwanzig war.

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Die zweite eigene Küche, die war nicht schön, die war schon in der Wohnung drin gewesen und dort lag auch der Hund tagsüber. Sie spielte die eifrige Hausfrau und backte Weihnachtsplätzchen, einmal in ihren Leben!

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Noch eine Küche, die nur notdürftig möbliert war, aber es reichte aus für das eine Jahr… und sie kochte und spülte… und die Katzen leisteten ihr Gesellschaft. Und noch immer war sie ganz jung und glaubte an ihr Glück.

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Eine eingebaute Küche, nicht so schön, aber in blau und sie war nach hinten gelegen zum Garten. Als sie das allererste Mal in dem noch leeren Haus  dort saß, tanzten die Staubteilchen in den Sonnenstrahlen und es fühlte sich gemütlich und heimelig  an.

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Eine Küche, die einer Fehlentscheidung entsprang und in der sie sich nie wohlgefühlt hatte… eine schlimme Erfahrung, viel Not und Leid.. und wenig Essen.

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Ein Loch, wo ihr Herd stand… so leben Menschen nicht! Dort kochte sie, manchmal.. freudlos… geldlos…  ohne Hoffnung!

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Eine alte Melkküche, riesig, häßlich, dunkel und kalt… eine abgeteilte Ecke, das war ihr Reich. Katzen, Hunde und noch mehr Katzen und Verzweiflung! Schmalhans war der Küchenmeister.

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Eine neue Küche, auch nicht so schön,  in einem alten Hof, dort kochte sie wieder gerne, schaute aus dem Fenster in die Felder und fand kleine Stückchen von sich wieder.

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Das eigene Haus, die eigene Küche, riesengroß und nicht sehr praktisch, aber egal, endlich… ENDLICH  in Sicherheit.

Viel und gerne kochte sie dort, fühlte sich wohl! Auch genäht wurde manchmal am kleinen Tisch und der große Tisch war voller Bastelzeugs. Frieden und Zufriedenheit… und durch die offene Tür kamen die Hunde aus dem Garten rein.

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So vergingen die Jahre und sie kochte immer noch… nur ging alles nicht mehr so schnell.. es dauerte länger und alles fiel ihr schwerer.

Die große Küche unbenutzt, sie kann nun nicht mehr. Der Mann kocht Tee… sie muß Abschied nehmen.

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die Suchende

Da war sie ständig auf der Suche nach sich selbst,

auf der Suche nach dem Sinne des Lebens,

auf der Suche nach Liebe…

nun ist ihre LebensUhr abgelaufen.

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Sie war immer präsent, nur hatte sie sich nicht erkannt,

der Sinn besteht darin es zu LEBEN,

die Liebe hatte sie leider verpaßt…

war zu sehr beschäftigt mit sich selbst.

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022

schreiben?

Das mit dem Schreiben ist so eine Sache…

– manchmal schreiben sich meine Geschichten ganz alleine…Worte reihen sich aneinander, der Text wird sofort online gestellt und fertig

– manchmal möchte ich so viel schreiben und weiß nicht wo beginnen… so verstumme ich und meine Gedanken bleiben ungeschrieben

– manchmal möchte ich nichts schreiben, hab einfach keine Lust, will mich nur mit mir selber unterhalten, nicht mit dem Außen

– manchmal, selten, meiden die Wörter mich, da kann ich sie nicht bezwingen und alles Mühen hilft nichts

– manchmal, so wie jetzt, hätte ich so viel zu sagen, müßte ich schreiben, aber die Wörter bleiben in mir, der Frieden wird bewahrt

– manchmal wundere ich mich über mich und meine Gedanken,  möchte sie gern teilen, doch geize ich mit den Worten

– manchmal, immer öfter, ist es meine Wahrheit, die ungeschrieben in meinem Herzen  bleibt

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152

auf der Bank…

Sie saß alleine auf der Bank, da oben auf dem Berg, schaute ins Land und war guter Dinge. „Wie schön es doch hier oben ist“, dachte sie. „..wie friedlich! Ich liebe es hier zu sitzen.“

Da setzte sich eine Frau neben sie und das war die Traurigkeit, sie sog alle Freude in sich auf, zurück blieb nur graue Melancholie. Die Sonne verdunkelte sich, der Himmel verlor seine blaue Farbe, die Landschaft sah grau/braun und trostlos aus. Kein Vogel erhob sich in die Lüfte und keiner stimmte mehr ein Lied an.

So saß sie nun da auf der Bank, oben auf dem Berg, nicht mehr alleine und war unendlich traurig. Alles schien seinen Sinn verloren zu haben und sie überlegte, warum sie überhaupt hier sei.

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Am nächsten Tag saß sie wieder alleine auf der Bank, oben auf dem Berg, sah auf eine trostlose Landschaft und einen fahlen Himmel. Kein Fünkchen Lebensfreude war mehr in ihr.

Da setzte sich eine Frau zu ihr und das war die Hoffnungslosigkeit, sie sog alles lebendige, alles frohe und schöne in sich auf und zurück blieb ein schwarzer Abgrund.

Sie saß auf der Bank, da oben auf dem Berg, nicht mehr alleine und war überwältigt von Hoffnungslosigkeit und war es so müde, daß sie am liebsten tot sein wollte.

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Sie saß sie ganze Nacht auf der Bank, fror bis ins Innerste, war erstarrt und ohne jede Möglichkeit sich je wieder bewegen zu können. „So soll er denn kommen der Tod, er wird mir ein guter Freund sein!“ dachte sie und schloß die Augen, denn außer einer undurchdringlichen Finsternis sah sie nichts mehr.

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Da setzte sich am nächsten Morgen eine Frau zu ihr und diese war licht und strahlend, sie brachte all die Farben zurück, alles lebendige und auch die Freude, das war die Zuversicht.

Sie saß auf der Bank, ganz oben auf dem Berg, im hellem Sonnenlicht, die Vögel zwitscherten, die Eichhörnchen sprangen von Baum zu Baum, die Blumen auf der Wiese dufteten… und sie war so dankbar.  „Wie ist das Leben doch schön!“ dachte sie voller Freude… und konnte sich gar nicht satt sehen an all den Wundern um sie herum.

„Ich danke Dir Zuversicht, ich danke dir von ganzem Herzen!“ sagte sie, doch als sich umwandte saß sie nur wieder alleine auf der Bank.

10

verborgen?

Wie schwer es geworden ist das erste Wort zu schreiben.

Sonst kommen die Worte ganz von allen, sie erzählen ihre Geschichten und es ist leicht und mühelos.

Nun aber hadert sie mit dem ersten Wort, dem ersten Satz der Geschichte, die sie erzählen sollte … und nichts ist mehr leicht und spielerisch sondern drückend und schwer.

Da sind einige Gedanken, die sie aufschreiben will, aber die Geschichten dazu werden düster und bös… und so hat sie die wieder in einen alten Karton gelegt.

Die Stapel werden höher und höher und als sie gestern einmal alle Kartons in Augenschein nehmen wollte, nahmen sie ihr die Sicht. Sie konnte nicht mehr über diese ungeschrieben Geschichten hinwegsehen.

Dabei warten auf der anderen Seite die wundervollsten Gedanken und Worte aller Zeiten, sie weiß das, aber noch kommt sich nicht dorthin.

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