SchlammFarbe

Der Himmel hat heute eine Tönung, die ich eigentlich gar nicht benennen kann, grau, dunkelgrau, mit Anteilen von Grün, und jetzt wo ich genauer hinsehe, kann ich auch Anflüge von Braun sehen.

Aus diesem undefinierbaren Himmel tropft es, schon lange und es sieht so aus, als wenn da noch reichlich Reserven sind.

Nun muß ich aufpassen, daß dieser tropfende Schlamm mir nicht in die Laune suppt, denn die Stimmung ist fragile, besonders weil die Nase und auch die Augen rinnen. Durch den Tränenflor schaue ich den Wassertropfen an der Scheibe zu, sie laufen schnell und schneller.

Naße Vögel besuchen die Futterhäuschen und sie tun mit leid, frieren die nicht? Ein Fieberschauer läuft über meinen Rücken und plötzlich tue ich mir selber leid.

Noch einen Blick in den schlammfarbenen Himmel und ich beschließe mich ins Bett zu legen, hier verpaß ich wohl nichts.  Die Decke zieh ich mir über den Kopf, kuschel mich ganz tief ins Plümo und Morpheus Arme.

Träume den immer wiederkehrenden Traum vom blauem Himmel, grünen  Wiesen, duftenden Blumen und lauem Lüften und mitten drin bin ich!

015

stets…

Die Zeit tropft an mir vorbei, meistens sind das zähe Tropfen, die sich nur langsam lösen um dann im Nirgendwo zu zerschellen.

Manchmal sind das schnelle Tropfen, die fallen und fallen, irgendwann kann ich sie nur noch als ein leises Rauschen wahrnehmen.

Im Traum kann ich sie anhalten die Tropfen oder ich schwimme im See der Zeiten, dort wo alle Zeit unendlich ist und stille steht. Nur für uns Menschen scheint sie dort angehalten zu haben, doch in Wirklichkeit ist die Zeit stets und immer in Bewegung.

So wie auch Steine nicht stumm und bewegungslos sind, nur ist ihre Realität so langsam, das wir sie nicht wahrnehmen können. Wie so vieles was an uns vorbeigeht, da unsere Sinne eben kaum etwas aufnehmen, weil wir einfach nur Menschen sind.

Seh ich meine Katze an, weiß ich das sie so viel mehr sieht, daß ihre feinen Sinne Dinge aufnehmen können, von denen ich kaum etwas ahne.

Doch wenn wir gemeinsam träumen, dann nehmen sie mich mit die Tiere und dann explodiert eine Wirklichkeit so unendlich bunt, vielschichtig und groß, daß ich betäubt erwache, denn ich kann es kaum aushalten.

Wir rasen schwerelos durchs All, nur um im nächsten Moment in einem Tropfen Morgentau zu schwimmen, wir reiten auf Mondenstrahlen und legen und uns auf unbekannten Sternen zur Ruhe. Laufen über taufeuchte Wiesen, riechen zauberhafte Düfte, sehen Farben wie von nie zuvor. Wir verweilen kurz im Jetzt, im Übermorgen und auch im Gestern, denn die Zeit ist eine dehnbare und ich treffe mich immer wieder in der Vergangenheit und sehe mich in der Zukunft.

Und irgendwann hab ich alle Zeit der Welt, ach was, alle Zeit des Universums, dann wenn  ich eins werde mit der Unendlichkeit.

 

Wahrheiten

Es ist manchmal nicht so einfach der Wahrheit ins Auge zu sehen…

viel lieber gucke ich mal so eben dran vorbei…

oder mache ein oder zwei Augen zu…?

*

Es ist manchmal nicht so einfach mutig und ohne Furcht zu sein…

viel lieber möchte ich sicher und beschützt sein…

oder warte auf meinen Lanzelot…

*

Es ist manchmal gar nicht so einfach die Hoffnung zu bewahren…

viel lieber würde ich an Wunder glauben…

oder einfach weiterträumen…

 

 

Ideale

Ja, gibts das noch? Ideale Vorstellungen vom Leben?

Ich selber sehe mich als Landmensch, der die Weite braucht. Schön wäre es, mit seinen eigenen Händen einen großen Teil der Nahrung selber zu ziehen. So wie es für mich selbstverständlich ist frisch mit guten Zutaten zu kochen.

Früher hatte ich das im kleinen Rahmen schon, Kräuter, Möhren, Zuckererbsen, Zwiebeln und vor allen die verschiedenen Salate. Kürbisse und Zucchini… und wo es besonders warm ist auch Tomaten… ach, wäre das schön!

Ich kann sie schmecken, diese frischen, gesunden Gemüse und die Kräuter umschmeicheln meine Nase.

Bienengesumm und Sonnenschein, wie einfach könnte es doch eigentlich sein.

Brenneseljauche wieder ansetzten, Fruchtfolgen überlegen, Beete anlegen, Unkraut jäten, hacken, anhäufeln und dann endlich die Ernte. Langersehnt, die ersten Möhren und Radieschen zupfen. Nicht erst lange abwaschen,  nein sofort essen! Es gibt nichts vergleichbares.

Oder doch,… oben im sonnenwarmen Kirschbaum sitzen und dunkelrote KnorpelSüßkirschen essen… solange bis man meint zu platzen.

Sich wieder auf die Werte besinnen, denen man früher schon mal nachgegangen ist. Die Uhr nur ein wenig zurückdrehen, einfach wieder beginnen. Zu einer Zeit zurückkehren, als noch nicht das Außen so viel von mir beansprucht hat.

Ja, das würde mir gefallen, vielleicht machen wir das in diesem Jahr, vielleicht wird die Hundewiese, die mit metertiefen Gräben brach liegt jetzt unser Gemüsegärtchen?

Schaffen wir das noch einmal?

Noch ein letztes Mal einen Neuanfang?

 

Traum vom Foto

Dunkel ist es noch, benommen taste ich nach der Uhr, erst 2.36 Uhr… zu früh, heute ist Sonntag, aber die ganze Zeit denke ich an ein Foto, sehe es ganz deutlich…

Lege mich wieder hin … und schlafe wieder ein.

Nahtlos träume ich weiter, von diesem Foto. Gestalte es, sehe jeden Arbeitsschritt vor mir, weiß aber doch, das ich das nur träume,–  halte es in Händen und schaue es an…

Erwache wieder, strecke mich aus, es ist immer noch dunkel, etwas heller zwar, aber ich weiß gleich, heute wird kein schöner Tag werden. Ich merke es am Licht und ich höre vor allem den Wind immer noch ums Haus heulen.

Kann mich immer noch ganz genau an dieses eine ganz besondere Foto erinnern und überlege ernsthaft, ob ich das wohl schon gemacht habe?

Als ich dann am Laptop bin, ist mein erster Blick in die Bilddateien… vielleicht versteckt es sich doch hier irgendwo? Mein Foto, das aus dem Traum… nein, ich kann es nicht finden.

Muß lächeln, denn als ich noch Bären gemacht habe, habe ich die auch immer im Traum gemacht und hatte meine Entwürfe fix und fertig wenn ich sie dann brauchte.

Beim Malen ging es mir ähnlich, die Bilder entstanden nachts in meinen Träumen, ich mußte sie eigentlich nur noch abmalen tagsüber…

Weiß schon, das sich das komisch liest, ist aber so… ich mache Dinge oft im Traum und setze sie erst später im realen Leben um.

Ach ja, das Foto habe ich gerade eben noch gemacht, ist nicht ganz wie im Traum, aber fast…