und da sprach der Engel

Ich hab einen Autounfall, unverschuldet, aber das ist jetzt egal, denn ich hänge kopfüber von einer hohen Brücke… oder ist es eine Mauer?

Der Gurt schneidet tief und schmerzhaft in mein Fleisch, ich kann meine Beine nicht bewegen und ich hab ANGST!!!

„Sei ganz ruhig, du wirst befreit werden. Es wird nicht mehr lange dauern.“ sagt eine Stimme.

„Danke!“  flüstere ich, denn ich kann kaum atmen. „Bitte bleiben Sie bei mir, verlassen Sie mich nicht!… ich…“

Die Angst kriecht immer höher und höher, … ich werde mich in der Panik verlieren. „Hallo, sind Sie noch da?“

Ich höre wie Metall über Stein schrappt, es ist ein nervenzerfetzendes Geräusch und ich merke, wie der Wagen weiter abrutscht! „Hilfe! Bitte helfen Sie mir doch!“

Weit entfernt höre ich Stimmen, kann aber nichts verstehen. Haben sie mich überhaupt schon gefunden? Warum kommt denn niemand um mich endlich zu befreien? Was ist denn nur geschehen? Wage  kann ich mich an grelle Scheinwerfer im strömenden Regen erinnern und das man mich abdrängte… und …???

„Hilfe!“  wieder versuche ich mich bemerkbar zu machen. „Bitte HILFE!!!“ Verzweifelt sehe ich um mich, aber  da tropft immer etwas in meine Augen… rote Schleier trüben meinen Blick. Bewegen kann ich nur meine linke Hand, aber das schmerzt.

„Nun beruhige dich!“ da ist sie wieder diese Stimme.“Ich bin wieder da, und ich bleibe bis sie dich heraufholen können.“

Sie gibt mir wieder etwas Mut und ich beruhige mich wirklich etwas. “ Hallo, wo sind Sie denn? Ich kann nichts sehen.“

„Du mußt Dich ganz ruhig verhalten, das ist sehr wichtig, ich bin bei dir.“ Ich meine einen leichten Druck auf meiner Schulter zu spüren. „Keine Angst, ich verlasse dich nicht.  Ich  verspreche dir , du wirst es auch dieses Mal  überstehen. Aber denke daran, auch eine Katze hat nur 9 Leben und du hast schon mehr als einmal damit gespielt… viel mehr wird dir nicht gewährt!“

Darüber versuche ich nachzudenken… aber dann … wird das Rauschen immer lauter … und ich treibe in einem Strudel auch Angst und Schmerzen davon…

**

Ich kam in einem fremden Bett zu  mir, ein Piepton störte mich und ich versuchte zu erkennen wo ich war. Es fühlte sich an, als wenn ich schweben würde.

Später  sprach dann jemand mit mir? Doch ich flog wieder davon, leicht und unbeschwert.

**

Mit tat alles weh, ich konnte nicht einen Körperteil finden der nicht schmerzte. Ich stöhnte und versuchte mich anders hinzulegen. Das ging nicht und die Schmerzen zerrissen mich.  Benommen fühlte ich mich und mir war übel.

**

Später, viele Wochen später, als ich endlich wieder zu Hause war, kam mir das alles wie ein Albtraum vor. Es würde noch lange dauern und mich noch viel Kraft kosten bis ich wieder gesund wäre, aber ich hatte den Willen dazu.

Immer wieder kam mir der Satz in den Sinn: „Aber denke daran, auch eine Katze hat nur 9 Leben und du hast schon mehr als einmal damit gespielt… viel mehr wird dir nicht gewährt!“

Ich würde sie nutzen meine letzte Chance, soviel stand fest!

***

154-pola

.