Die flotte Feder – Vol. 2 im Februar

Noch nie erschien ihr ein WinterTag so trostlos,

…leer und kalt. Sie stand mitten im Wohnzimmer, konnte sich nicht bewegen, die Tränen liefen über ihr Gesicht und sie zitterte vor Kälte.

Nach einer lagen Zeit konnte sie sich wenigstens hinsetzen und die Decke um die Schultern legen, doch das Zittern hörte nicht auf. Sie weinte  immer noch, doch jetzt war es ein hartes Schluchzen, daß sie fast zu zerreißen drohte.

Lange saß sie zusammengesunken da, konnte einfach nicht denken, nur weinen und weinen… so furchtbar alleine hatte sie sich noch nie gefühlt.

Viel später fand sie sich in der Küche wieder, kochte Tee, ihr war so kalt, die Zähnen schlugen aufeinander. Mit einer Wärmflasche und dem heißen Tee lag sie dann im Bett, doch die Kälte war bis in ihr Innerstes gekrochen und sie zitterte immer noch stark.

Irgendwann fiel sie in einen Schlaf, der allerdings mehr einer Bewußtlosigkeit glich, als sie erwachte fühlte sie sich elend und krank.

Dann setzte die Erinnerung ein und sie brach erneut zusammen. „WARUM??“ schrie sie … immer und immer wieder… „WARUM??“

Die Erinnerungen an den gestrigen Abend waren so schlimm und taten so weh, daß sie nur noch sterben wollte.

Sie sah die Scheinwerfer, sah das glitzernde Eis auf der Straße … sah.. „OH NEIN!!! …“

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Sie hatten eine Einladung bei  Bekannten, fuhren gut gelaunt los und freuten sich auf einen netten Abend. Es hatte wieder geschneit, die Straßen teilweise tückisch glatt und so fuhr er sehr langsam und vorsichtig, aber sie hatten ja Zeit. Aus dem Radio kamen die alten Songs von Dean Martin & Frank Sinatra.. Oldies… so wie sie.

Sie sahen  einen Wagen in Graben liegen, natürlich hielten sie, Warnblinkanlage an, und leuchteten mit den Scheinwerfern direkt auf den verunglückten Wagen. Da bewegten sich doch noch Menschen?

Sie sagte: “ Ich rufe die Polizei…“ Er sagte: „Ich gucke mal ob ich helfen kann.“ „Zieh die Warnweste…,“ doch er war schon aus dem Wagen und lief los.

Versuchte die Türen zu öffnen, doch er bekam sie nicht auf. Sie sah jetzt auch ein Kind, es klopfte an die Rückscheibe und schrie.  Inzwischen hatte sie der Polizei alle Angaben gemacht, in wenigen Minuten würde Hilfe kommen.

Sie machte die BeifahrerTür auf, die Warnweste in der Hand und rief: „Die Polizei ist gleich da und die Rettungskräfte auch. Komm, zieh bitte erst die Weste an.“ Doch er hörte sie wohl nicht und versuchte weiterhin den anderen Wagen zu öffnen. „Bleiben Sie ruhig!“ hörte sie ihn rufen, „Hilfe kommt!“

Sie stieg nun aus und wollte zu dem verunglückten Auto…

Ein ohrenbetäubendes Krachen, Splittern, .. sie bekam einen Schlag, flog bis in den Acker.

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… dann beugte sich ein Mann über sie: “ Hallo, können Sie mich verstehen? Wie heißen Sie?“ Mühsam antwortet sie und fragte: „Wo ist mein Mann?“

Später lag sie in einem Krankenwagen, man kümmerte sich um sie. Ihr war zum Glück nicht viel passiert, nur Prellungen, eine kleinere Wunde am Arm und eine Gehirnerschütterung. „Wo ist mein Mann?“ aber niemand beantwortete ihre Frage.

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Bis ein älterer Polizist zu ihr kam und sie fragte was denn geschehen sei. Sie schilderte alles so gut sie konnte, „..aber bitte, wo ist denn mein Mann? Ist alles in Ordnung mit ihm?“

„Seien sie bitte ganz stark, ich habe eine schlimme Nachricht…“ erschrocken starrte sie ihn an. „Ich muß Ihnen leider sagen, daß ihr Mann tot ist. Ein LKW ist mit hoher Geschwindigkeit auf ihr Auto geprallt, der Fahrer hat nicht mehr rechtzeitig bremsen können.  So wurde ihr Auto  auf den verunglückten Wagen geschleudert und ihr Mann stand genau dazwischen. Wir konnten ihn nur noch tot bergen. Es tut mir so leid.“

Sie war wie betäubt, konnte und wollte nicht glauben was man ihr gerade gesagt hatte.

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„Sie hat einen Schock, wir nehmen sie mit in die Klinik.“ „Nein, ich will zu meinem Mann!“ wollte sie noch schreien… doch sie wurde bewußtos.

In der Klink kam sie wieder zu sich,  hatte starke Beruhigungsmittel bekommen, wollte aber nicht dort bleiben. Sie ging auf eigenen Wunsch, „…nach Hause!“  mehr konnte sie nicht denken.

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Als sie dann vor dem dunklen Haus stand, überfiel sie eine schreckliche Hoffnungslosigkeit, sie hörte noch das Taxi wegfahren, schloß auf und stand dann sehr lange Zeit einfach nur da, konnte sich nicht bewegen, war  wie versteinert.

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Als sie am nächsten Morgen den ersten Schock überwunden hatte versuchte sie klar zu denken.  Jeder Atemzug war eine Qual, jeder Schlag ihres Herzens tat weh.. immer der Gedanke, daß er nicht mehr da war. Sein Herz würde nie mehr im Gleichtakt mit ihrem schlagen, sie war alleine und meinte nur noch sterben zu wollen. Die Trauer verschlang sie wie ein schwarzer Abgrund.

Undenkbar, ohne den geliebten Mann … alles sinnlos!

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Nach einem furchtbaren Tag und einer unendlich langen Nacht, regelte sie alles was man regeln muß, wenn ein geliebter Mensch gestorben ist. Die Polizei war gekommen, der ältere Beamte hatte noch einmal alle Fakten abgefragt und sie merkte, wie schwer es ihm fiel.

Als er schon gehen wollte fragte sie nach dem Kind, ob es ihm gut gehe? Da konnte der Mann kaum die Tränen zurückhalten, denn das Kind, seine Mutter und das Baby, sie alle waren bei diesem furchtbaren Unfall auch gestorben. Der LKW Fahrer lag schwer verletzt in der Klinik, sein Zustand sei kritisch.

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Danach saß sie lange am Tisch, Tränen hatte sie keine mehr, aber eine eisige Kälte war in ihr. „Das ist die Einsamkeit, nun habe ich nichts mehr zu erwarten. Mein Leben ist vorbei. Was soll ich hier ohne ihn? “ Die Gedanken gingen ihr immer wieder durch den Kopf. Familie hatte sie keine mehr, Freunde auch nicht, zumindest keine guten, eher einige flüchtige Bekannte… sie war nun ganz allein. Wofür sollte sie noch leben?

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Die kommende Nacht verbrachte sie mit dem Aufräumen des Hauses. Einige Papiere verbrannte sie im Kamin, andere legte sie sichtbar auf den Eßtisch.

Spülte die letzte Tasse und räumte sie in den Schrank. Ging noch einmal durch alle Räume… Erinnerungen …viele gute… einige wenige nicht.

Stand  dann auf der Terrasse, es war viel Schnee in den letzten Tagen gefallen. Nur ihre Fußspur war zu sehen und diese einsame Spur ließ sie aufschluchzen. Sie wußte, daß sie sich richtig entschieden hatte.

Die Sonne ging auf, es würde ein schöner Wintertag werden, der unberührte Schnee glitzerte wie tausende Diamanten, einfach wunderschön. Wie sehr hatten sie das geliebt… wie oft standen sie hier, Hand in Hand,  und erlebten gemeinsam den Sonnenaufgang. Sie wandte sich um, noch ein Blick zurück,  dann ging sie ins Haus und schloß die Tür.

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Den Schuß hörte niemand, denn ihr Haus stand sehr einsam, Nachbarn gab es nicht, aber es würde ein Brief bei der Polizei eingehen… morgen.

***

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die Grauen… und wenn die Zukunft voller Wunder ist

Dieser lange Winter hat an ihren Reserven gezehrt. Die Speicher für gute Laune, Gesundheit und Kreativität sind leer.

Jeden Tag kamen die Grauen und wenn sie gingen  fehlte wieder ein Stückchen von ihr. Sie bemerkte es nicht sofort, aber die Energie Vampire waren überall um sie herum. Je länger der Winter dauerte, desto unverfrorener wurde sie angezapft.

Nachts in ihren Träumen erschien die blaue Frau, die eigentlich eine Göttin ist, sich aber lieber blaue Frau nennt, sie nahm sie bei der Hand und flog mit ihr zum Fenster hinaus. Höher und immer höher bis zu den Gipfeln des Weltenbaumes.

Da in den Wolken machten sie Rast und saßen Nacht für Nacht dort, schauten den Sternen zu und wenn sie erwachte fühlte sie sich erfrischt. Doch immer wieder aufs Neue kamen die Grauen, die Energie Vampire und sie fühlte sich schlechter und schwächer, bis sie meinte, nie mehr aufstehen zu können.

In dieser Nacht kam die blaue Frau und sagte ihr: “ Ich nehme dich nun mit, du bist alt und krank, bist du bereit mir zu folgen?“ Sie konnte nur noch nicken und schon fühlte sie sich empor getragen. Dieses Mal aber ging es noch höher bis zum Schloß über  den Wolken in dem die blaue Frau lebt.

Sie schlief und jedesmal wenn sie erwachte saß die blaue Frau bei ihr und schon schlief sie wieder ein. Doch irgendwann hatte sie ihre Energie und Kraft zurück und konnte aufstehen. Sie erkundete das riesengroße Schloß , alles war zauberhaft und überall gab es neue Wunder zu bestaunen.

Doch schon bald wurde sie immer stiller und mußte zugeben daß  ihr etwas fehlte. Die blaue Frau bemerkte es natürlich und fragte was denn los sei. Ob sie denn nicht glücklich hier oben im Wolkenschloß sei, ob sie denn nicht alles bekäme was sie sich wünsche?

Sie konnte nur nicken und fühlte sich undankbar, aber sie mußte zugeben, das sie nicht glücklich sein konnte.

Da oben im Schloß der blauen Frau gab es kein anderes Leben. Sei fragte: „Warum wachsen hier keine Blumen und wo sind die Bäume ? … und warum leben keine Tiere hier oben bei dir?“

„Weil ich mich um alles Leben sorgen muß, ich bin für die Lebenden da unten zuständig, hab einfach keine Zeit.“

„Warum hast Du mich denn mitgenommen?“

„Weil Du nicht mehr lebst, ich wollte dir nur eine Pause gönnen, bevor ich dich weiterbringe.“

„Wohin? Weiterbringen..?“ sie war zu neugierig  und löcherte die blaue Frau mit Fragen.

„Ich sehe schon, nun gibt es kein Halten mehr, “ sagte die blaue Frau lächelnd. „Du wirst mir keinen Frieden lassen bevor Du nicht alles weißt. Also gut… da du so erschöpft warst konntest du dir nicht mehr deinen Himmel aussuchen und deshalb habe ich dich mitgenommen.“

Sie schaute verwirrt, „…aussuchen?“

„Ganz recht, jeder Mensch kann sich seinen Himmel aussuchen, für den einen ist er so für den anderen ganz anderes, eben so wie der Mensch es sich wünscht. Überlege gut, es gibt nur eine Wahl.“

Sie senkte den Kopf, so viele Fragen… so vieles das sie wissen wollte. „Ob ich vielleicht meine Familie und einige meiner Freunde sehen könnte, die mir schon vorausgegangen sind? Wäre das möglich?“

Die blaue Frau nickte lächelnd, „Natürlich kannst du Besuche machen, aber erst einmal sollst du für dich ganz alleine entscheiden wie du hier sein möchtest.“

„Das ist doch ganz klar, ich möchte all meinen Tieren um mich haben, ich hoffe es geht ihnen allen jetzt gut. Ob sie mich wohl erkennen?“

„Wir können losfliegen, sobald du weißt was du willst.“ sprach sie blaue Frau. „Aha, du hast ja schon ganz genaue Vorstellungen, das erleichtert die Sache, also … los gehts!“

Sie nahm sie an der Hand und schon flogen sie über die verschiedensten Landschaften, sahen große Städte, die aber nichts glichen was sie von der Erde kannte.. sah so viel ungewohntes und unbekanntes, so daß sie oft nur staunen konnte. Weiter und immer weiter flogen sie… die verschiedenen Himmel wurden seltener.. es wurde immer einsamer…

Bis sie endlich in einem Tal landeten. Ein kleiner Fluß kam oben aus den Bergen. plätscherte munter über große Steine und floß in einen glasklaren See. Große, alte Bäume, bunte, üppige Blumenwiesen, die samtige Luft war erfühlt von wunderbaren Düften und… ja, und jetzt setzte ein vielstimmiger Vogelchor ein.

Staunend stand sie da, konnte nur immer wieder schauen, entdeckte schließlich ein kleines, altes, von Efeu überwuchertes, Haus, das beschützt unter einem riesigem Baum stand.

„So hab ich es mir immer vorgestellt,“ sie konnte nicht weitersprechen, denn nun kamen die Tiere . All ihre Lieben die sie im Laufe der vielen Jahren verloren hatte…Hunderte! .. Alle waren sie da, jung,  gesund, voller Lebensfreude und auch von ihr waren die Jahre abgefallen. Vergessen all das Schwere, vergessen die Grauen  und all die unerfreulichen Begebenheiten eines langen Lebens

„Ich laß dich nun alleine. Adieu!“ sagte die blaue Frau.

„Ich hab aber noch so viele Fragen…“ doch die blaue Frau unterbrach sie : “ Stell sie doch den Menschen die schon länger hier sind. Sie haben auf dich gewartet und werden sicher bald vorbeischauen. Bis dahin lerne deinen Himmel erst einmal kennen.“

Sie bedankte sich sehr und machte sich auf ihre eigene neue Welt zu erkunden. Glücklich und voller Lebensfreunde lief sie und rannte laut lachend, begleitet von den Tieren, bis sie ans Ende des Tals kam. Dort war eine hohe, alte Mauer.

Ein kleines Tor das sie vorsichtig aufmachte und dahinter warteten noch viel mehr Tiere, elend, geschunden, und voller Pein. Tränen schoßen ihr in die Augen und sie machte das Tor weit auf: „Kommt! Kommt ALLE!“ rief sie.

Und die Tiere kamen, kaum aber schritten sie über die Schwelle, fielen alle Qualen von ihnen ab und auch sie waren wieder jung und voller Lebenskraft. Es war eine Freude zu sehen wie sie übermütig durch das saftige Gras sprangen. Es kamen nicht nur Hunde und Katzen, nein Ziegen, Esel, Kühe, Pferde, Schweine, auch Hühner und anderes Getier.

„Ja, ich bin wirklich in meinem Himmel!“ dachte sie dankbar.

Alles wofür sie ein Leben lang gekämpft hatte, oft leider vergebens, schien sich hier zu Erfüllen. Eine unendliche Dankbarkeit war in ihr, ein warmes Gefühl der Geborgenheit, ein Glücksgefühl und eine Zuversicht, die sie nie vorher empfunden  hatte.

Später als sie in ihrem kleinen Häuschen bei einer dampfenden Tasse Tee saß, viele ihrer geliebten Tiere um sich herum, konnte sie immer nur wieder nicken und denken:031 „Ich bin wirklich angekommen!“

… im Lenz

Es wird nach dem langen Winter

echt höchste Zeit,

sich einfach mal wieder nach draußen zu setzen.

.

SchäfchenWolken zusehen,

die Sonne in sein Herz leuchten lassen..

und einfach nur sein.

.

Das Zwitschern der Vögel

schmilzt den Eiskern

der die Seele erstickt.

.

Der laue Wind bläst

die grauen Gedankengespinste

aus dem Geist.

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Sprießendes Grün, buntfröhliche Blüten,

summende Bienen,

all das belebt die Fantasie.

.

Hoffnungsfrohe, übermütige,

erwartungsvolle Frühlingsstimmung,

das ist meine Lebenszeit.

.

003-pola

versunken…

Da startet ein neues  Jahr, man ist beschwingt und guter Dinge … stößt vielleicht auf gutes Gelingen in der Zukunft an… schmiedet Pläne… Vorsätze,  nur gute werden gefaßt…

–und dann macht man am 1. Januar die Augen auf … und es ist GRAU vorm Fenster.

Der Tag vergeht, der nächste auch… grau in Grau!

Alles was an guter Laune vorhanden bröckelt  mit jedem Regenschauer weiter  ab. Jeder Blick aus dem Fenster demotiviert mehr, Trübsal macht sich breit.

So steigert sich das Grau, wird dunkler und erstickt alles Fröhliche und Beschwingte… und es geht weiter und weiter bergab, laß fahren alle guten Vorsätze, vergiß die Hoffnungen und Pläne… versuche einfach nur das GRAU zu überleben.

Fühlt es sich so an, wenn man im Treibsand versinkt? Man wird tiefer und tiefer gezogen, … und schließlich ist man versunken, verschlungen?

Man strampelt, versucht sich zu befreien, doch das Grau ist überall, selbst im Kopf sind graue NebelRegenWolken!

Oder springt hoch und versucht einen Zipfel vom Glück zu erhaschen, doch das GRAU ist zäh und gibt nichts wieder her, was es einmal hat.

Gerne würde man Lachen und damit das Grau in seine Schranken weisen, doch das bleibt im Halse stecken.

Gibt es eine Rettung?

Öffne Dein Herz, laß Liebe herein!

Die Sonne wird wieder scheinen… die Gedanken werden frei und froh sein… und neue Hoffnung wird den Horizont erhellen.

018

erfroren

Immer weniger sind die Menschen in Lage und Willens auch etwas anderes außer ihrer eigenen Person wahrzunehmen.

Sie kreisen unablässig um sich selbst, ein Tanz der Eitelkeit und der Oberflächlichkeit. Da hat keine Partnerschaft bestand, man spricht von Abschnittsgefährten.

Nur ihre eigenen Befindlichkeiten nehmen sie wahr, die Not und das Leid sehen sie weder beim Mensch noch beim Tier.

Es geht sie nichts an wie der andere lebt, noch interessieren sie sich für sein Schicksal.

Das Wort „ICH“ ist überdimensional groß in ihrem Wortschatz… gefolgt von „WILL“  und „HABEN“.

Wie könnte man von solchen kaltherzigen Mitgefühl, Mitleid oder gar Liebe erwarten…?

Das sind die modernen Menschen der Eiszeit, in deren Nähe alles erfriert, aber nichts mehr gedeihen und überleben kann.

Heute

Papiertaschentücher zusammengeknüllt auf der Erde,

dampfende Teetasse vor mir,

Husten der mich schmerzhaft schüttelt,

Inhalieren und Halsbonbons lutschen,

grau draußen vor dem Fenster,

mies nicht nur meine Stimmung heute,

Kopfgedröhn und Muskelschmerzen,

geschüttelt vom Frost mit Fieberwahn.

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… und morgen..?

WinterFreude

Vor dem Fenster steht ein Vogelhaus, auf einem Holzstab, etwas weiter entfernt hängt eines von einem Baum. In der großen Kirsche in der rechten hinteren Ecke hängt noch ein großes Vogelhaus. Sie alle werden seit vielen Jahren von unzähligen Vögeln besucht.

Sie bekommen ihr Futter und schenken uns viel Freude. Es ist sehr interessant diese Vögel zu beobachten. Vor allem Spatzen finden sich ein, aber auch Meisen und verschiedene andere kleine Singvögel. Tauben haben den gedeckten Tisch natürlich auch entdeckt und holen sich die Körner vom Boden. Da sind allerdings auch oft unsere drei HühnerDamen, die auch viel lieber Vogelfutter mögen, als ihr eigenes.

Seit einigen  Jahren besucht der Buntspecht uns, ein besonderes Ereignis. Im letzten harten Winter kamen sie sogar zu zweit und fraßen die Meisenknödel leer. Die kleinen Vögel schimpften dann aus sicherer Entfernung, aber als sie merkten, das immer noch genügend Futter für sie übrigblieb warteten sie diese Besuche einfach ab. Kaum flogen die Spechte auf, waren sie alle wieder da in den Häusern, an den Knödeln und auch am Boden.

Aus der Deckung der Hecke, kommen  die Fasanen, immer bereit bei der geringsten Bewegung zu flüchten. Sie picken einträchtig mit all anderen am Boden, aber das ganze Jahr finden sie sich auch am Futterplatz der Hühner ein, ebenso die Tauben.

In diesem Jahr haben wir das Futterhaus vor dem Fenster neu aufgestellt, einige Zweige einer Wildrose stehen hoch und so kann man die Vögel ganz besonders nah erleben, denn sie sitzen dort oft. Dieser Aufstieg wurde allerdings auch von einer Ratte entdeckt und so sahen wir sie gestern in der Dämmerung im Futterhaus sitzen.

Das scheint sie schon eine Weile zu machen, denn die Katzen sitzen abends in der Dunkelheit am Fenster und sind ganz aufgeregt.

Nun ist es nicht so, das ich sie fürchte, ich dulde sie, deshalb können sie sich ruhig etwas Futter holen, allerdings gebe ich es zu, im Haus möchte ich auch nicht sehr gerne haben.

Nun werden wir die höheren Äste wohl kürzen, damit das Futterhaus  nicht mehr so leicht  erreichbar ist und einfach etwas mehr auf den Boden streuen.

Da wir hier schon sehr lange reichlich füttern, wissen die Vögel das und im Herbst kommen sie schon und schauen in die leeren Futterhäuser. Manchmal fliegen sie bis nah an die Scheiben und eine kleine Meise klopft sogar bei uns an. Dann wissen wir, es wird wieder kälter, der Winter ist nah, wir müssen Futter kaufen.

Egal wie dunkel so ein Wintertag ist, ob es schneit oder sogar wenn es windig und regnerisch ist, sie kommen immer unsere WinterFreunde und bereiten uns viel Freude.

…und manchmal denke ich, das uns auch Engel besuchen.

Eine Weihnachtsbaum Geschichte

(aus dem Adventskalender 2009, ich bring sie mal mit hierher)

Noch nie hatten wir einen Baum, das erschien uns mit den Katzen nicht so sehr sinnvoll. Später dann, als immer mehr Tiere bei uns wohnten, dachten wir auch nicht mehr daran einen Baum aufzustellen.

Hinzu kam, ich konnte mich nicht mit dem Gedanken anfreunden, einen sterbenden Baum extra ins Haus zu bringen. Schon vor ungefähr 30 Jahren dachte ich so. Inzwischen hat sich bei mir vieles geändert, vor allem im Kopf…

Geblieben sind  ( die Gedanken an den besten aller Ehemänner),  die Tierliebe, die Liebe zur Natur ist wesentlich stärker geworden und der Gedanke, daß ich keinen echten Weihnachtsbaum haben möchte. So gab es wohl mal einen Adventskranz aus Zweigen oder größere Zweige in der Vase und das hat uns auch gut gefallen.

  Vor ungefähr 10 Jahren fand ich in einem Sperrguthaufen einen kleinen künstlichen Baum. So einen, der schon seinen Fuß zum Hinstellen dabei hat, ca 60 Centimenter hoch, seine Zweige schon arg zerrupft und eingestaubt.

Achtlos auf den Müll geworfen, wie so vieles in unserer Zeit. Ja, wir leben im Überfluß, eine Wegwerfgesellschaft eben.

Gut, jetzt habe ich erst mal zuzgegeben, an keinem einigermaßen passabelen Sperrguthaufen vorbei gehen zu können… aber wißt Ihr was? das ist mir egal. Denn dort habe ich schon so manches brauchbare gefunden. Oft nicht mal für mich, sondern ich habe es dann weitergeben und so wurde wieder etwas Müll vermieden.

   Zum Bäumchen zurück, das sah schon ein bißchen erbärmlich aus, morgens früh im hellen Lichte. Die Zweige ganz verbogen und ich wollte es schon wieder zurücklegen. Doch auf einmal sah ich es in voller Weihnachtspracht vor mir….und wußte, JETZT haben wir auch unseren Baum gefunden.

Der beste aller Ehemänner, der nicht über ganz so viel Phantasie verfügt, guckte doch ein wenige skeptisch, aber er hatte auch den gleichen Gedanken. „Es scheint, jetzt haben selbst wir in diesem Jahr einen Baum.“

Der kleine Baum wurde also mitgenommen und erst mal auf dem Dachboden verstaut, immerhin hatten wir ja noch Hochsommer. Doch wie in jedem Jahr, der Dezember kommt, die Vorweihnachtszeit und dann natürlich der 24.

  Wir hatten den Baum schon einige Tage vorher heruntergeholt und gründlich abgebraust. Nun war er wieder trocken und die Zweige waren gerade gebogen. Er war bereit zum Schmücken. Es hat uns so viel Spaß gemacht, ich kann es Euch nicht sagen. Einige kleine Strohsterne, nostalgische Anhänger, kleine Figuren und Kugeln (nicht aus Glas…Bruchgefahr) und eben so alles, was zu so einem kleinen Bäumchen passen könnte, das hatten wir schon im Vorfeld besorgt.

Zum Schluß stand unser altes Bäumchen im vollem weihnachtlichen Gewand da und sah einfach prächtig aus. Nie haben sie Menschen mehr über ihren Weihnachtsbaum gefreut, das kann ich Euch wohl sagen.

Natürlich hätten wir uns sicherlich immer schon einen Baum kaufen können, aber irgendwie kam es nie dazu… jetzt hatte ein Bäumchen uns gefunden und das war so viel schöner…

   Ich könnte mir denken, das jetzt einige Lesende den  Kopf schütteln und sich fragen, wieso jemand so viel über einen alten Baum schreiben muß… Ja, ich kanns sogar verstehen…aber die Geschichte vom Weihnachtsbaum ist für uns eine sehr typische…

Als wir erstmal einen Baum hatten, fanden wir es einfach so richtig schön gemütlich und hatten sogar einmal den Gedanken, jetzt vielleicht doch einen größeren  Baum zu holen (nein immer noch keinen echten!). Doch haben wir das nicht gemacht. Zu uns paßt gerade dieser kleine Baum und wenn ihn jetzt mal die Katzen umwerfen…auch nicht so schlimm. Er wird einfach wieder hingestellt, der unzerbrechliche Schmuck wieder angehängt und gut ist es.

Ob MIT Baum oder OHNE auf jeden Fall wünsche ich ALLEN, die hier so nett sind in die Türchen zu schauen, einen gemütlichen heiligen Abend.

solche und andere

Herbst – Laub – Ägernis – Unrat …

So sehen sich die Menschen gezwungen jedes noch so kleine Blättchen akribisch zu beseitigen. Alles was ihre Ordnung und Sauberkeit stört muß weg!

Schimpfend fegen und blasen sie die Blätter zusammen und geben sie in den Müll.

„Jeden Herbst der gleiche Ärger, am besten man hackt diese Bäume ab!“

 

Herbst – wunderschöne Farben – Zeit zum Träumen …

Ich sehe goldene Wege, rotgoldene Bäume, eine berauschende Welt der Farben und Wunder.

Sonne die durch buntleuchtendes Laub scheint, Sonnenstrahlen die mit den Farben spielen.

Wind, der die bunten Blätter mit sich nimmt, sie spielerisch hoch und höher bläst, um sie dann wieder zur Erde gleiten zu lassen.

Ich stehe im Laub, jedes noch so kleine Blatt ein Wunder, einmalig und einzigartig. Kann mich gar nicht sattsehen und sattfühlen an all der leuchtenden Pracht um mich herum.

Schätze aus purem Gold in der Hand und einen warmen Schein im Herzen…

Sehe schon die Igel ihre Winternester bauen, sehe all die Tiere und die Vögel, die auch Schutz und Wärme finden können.

Sehe wie das bunte Laub verblasst, wie es langsam wieder zerfällt, nur um von neuem in den Kreislauf von Wachsen, Vergehen und Erneuerung zu gelangen.

Möchte mich legen ins rote-orange-goldene Blätterwerk, möchte den Wind bitten mein Bett aufzuschütteln, möchte einfach nur sein und all diese Pracht genießen, auftanken…

„Ich möchte vor allem DANKE sagen!“

Ein letztes Aufflammen der Natur, bevor der Winter mit seinem Schnee alles bedeckt und zur Ruhe geleitet.

Geben ist seeliger denn…

Da, an der Ecke, da kniete ja schon wieder einer! Sie wandte den Kopf ab und ging vorbei. Sie fühlte sich unwohl, ein Mensch der sich hier tagelang hinkniete, der zu einer ganzen Kolonne gehörte.

 Ja, in der Tageszeitung hatte es gestanden, die wurden hergebracht aus fernen Ländern… und knieten in allen Städten… das ging immer so reihum.

Trotzdem blieb ein ungutes Gefühl, durchsetzt mit Scham. Ja sie schämte sich, das sie hier gut angezogen und in sicheren Verhältnissen leben konnte. Sie schämte sich auch für diese Menschen, die hierher kamen, sich hinknieten und die Hände bettelnd austreckten.

Nein, sehr sauber hatte er nicht ausgesehen, dieser Mann. Wo er wohl seine Nächte verbringen würde? Kalt war es außerdem, er mußte doch ganz erfroren sein, auf seinem Stück Pappe da am Boden.

 Sie machte kehrt, holte schon im Gehen einen kleinen Schein hervor und gab ihn dem knienden Mann. In gebrochenem Deutsch wollte er ihr danken, doch sie winkte ab und war schon wieder unterwegs.

Ganz deutlich hatte sie einige Bemerkungen über ihre Blödheit gehört, die hatten sicher auch alle den Artikel gelesen.

 Eine Straßenecke weiter stand ein junger Mann mit einem Lama. Beide sahen unterernährt und verloren aus. Ein Pappschild hatten sie beide um, mit der Bitte um Spenden. Sie gehörten zu einem kleinen Zirkus, und könnten kein Futter mehr bezahlen.

Na gut, auch hier ließ sie etwas Geld und wandte sich schnell ab. Nein sie konnte diese Art der Tierhaltung nicht gutheißen, doch das Tier dauerte sie.

 Es war ihr sehr bewußt, das man genau darauf abzielte, auf ihr Mitleid. Würde niemand mehr etwas geben, würde sich das Problem erledigen… aber so fanden sich eben immer noch dumme…

 Sie schüttelte den Kopf über sich und nahm sich vor, egal wer oder was jetzt noch kommen würde, sie würde weitergehen. Kurz bevor sie das Kaufhaus erreicht hatte, sah sie  eine junge Frau auf der Erde sitzen, neben sich zwei Hunde.

 Die beiden Hunde lagen jeder auf einer Decke, die junge Frau allerdings saß auf Pappe. Vor sich einen Becher, sprach sie höflich die Vorbeigehenden an. Die wenigsten gaben ihr etwas. Als sie stehen blieb, und sich die Hunde ansah, bemerkte sie, das sie gut gepflegt und auch wohl genährt waren.

 Die junge Frau machte zwar einen ärmlichen Eindruck, allerdings war sie sauber. Eigentlich wollte sie ja nichts mehr geben, aber sie besann sich anders. So legte sie einen großen Schein in den Becher und ging mit einem Nicken weiter.

Zu Hause angekommen, trank sie erst einmal einen warmen Tee und packte ihre wenigen Einkäufe aus. Ja, heute hatte sie wieder einmal nicht sehr viel kaufen können, denn ihre Rente war doch sehr bescheiden.

Natürlich wußte sie, das sie eigentlich nichts zu verschenken hatte, ganz besonders kein Geld, aber trotzdem tat sie es immer wieder. Verzichtete auf einiges, und freute sich, wenn sie vielleicht anderen etwas geben konnte.

 Am Abend saß sie stickend am Tisch und mußte lächeln, als sie an die Menschen heute dachte, ja, vielleicht hatte sie denen wirklich etwas helfen können.